Friday, April 19, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Tag und Nacht
Duurt Sikkens
 
 
Ich möchte mal versuchen, euch zu erklären, welcher der Unterschied
zwischen Tag und Nacht ist. Ihr kennt alle den Anfang im 1. Buch Mose:
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde, die Erde war wüst und
Leer, und Finsternis usw…..
 
 
 
Wenn der Geist Gottes über den Wassern schwebt, wo ist Gott selbst
dann? Das ist natürlich eine seltsame Frage, denn Gott ist Geist. Er
schwebte also selbst über den Wassern.
 
Und Gott sprach: ”Licht“. Er äußerte sich, und er sah, dass das Licht gut
war. Und Gott trennte das Licht von der Finsternis. Das Licht nannte er
“Tag”, die Finsternis nannte er “Nacht” . Es wurde Abend und es wurde
Morgen: der erste Tag. Wenn es Abend gewesen ist und Morgen gewesen
ist, was ist dann nicht gewesen? Die Nacht, nein die Nacht gab es gewiss
nicht.
 
Es gab eine riesige kristallene Kugel rundum die Erde, Eiskristall, die Hiob
einen gegossenen Spiegel nannte (Hi.37,18), rakia, das, was fest
zusammengenagelt wurde. Wir heißen das: Firmament. Hier gibt es das
Wort “firm”, das fest bedeutet. Das gab es also rundum die Erde. Ob die
Sonne nun sozusagen untergegangen war oder nicht, es gab immer ein
schimmerndes Licht. Es gab also keine Nacht. Das Firmament war
durchsichtig und bestand wahrscheinlich aus Eis, was bei der Sintflut
gebrochen worden ist. Wann gab es dann eigentlich Tagesende? Es wurde
Abend und es wurde Morgen. Der Tag war also nach dem Morgen zu Ende
gegangen. Ich gebe euch etwas um über nachzudenken. In gewissem
Sinne begann der neue Tag eigentlich am Nachmittag. Die Nacht wird
nicht erwähnt, weil die Nacht nicht zum Tag gehört.
 
 
 
Jetzt aber passiert etwas Merkwürdiges: die sechs Tage folgen einander
auf und dann kommt der siebte Tag. Jetzt sagt Gott: Ich werde mich
ausruhen. Er ruht sich aus und genießt alles, was er schöpferisch zustande
gebracht hat, oder, laut einer anderen Bibelübersetzung: Was er
entworfen hatte, um zu entwickeln. Es war alles nur noch Anfang,
wunderbar. Denn Gott ist nicht jemand, der nur ausgewachsene Bäume,
die Blüten tragen, anpflanzt. Er ist jemand von Prinzipien, von Samen.
 

 
Sacharja nennt das “den Tag der kleinen Dinge” oder „Anfänge“. Gott
unterbrach seine Schöpfungsarbeit.
 
Haben diese Tage 24 Stunden gedauert? Das ist eine törichte Diskussion
über die Schöpfung, denn ein Tag kann sehr lange dauern. Es ist aber
augenfällig, daß Gott speziell diesen siebten Tag segnet! Er segnet diesen
Tag besonders, es ist der Tag des Herrn, deines Gottes. In anderen
Worten: das ist der “Tag des Herrn”. Das Merkwürdige aller sechs Tage
ist, das davon gesagt wird: Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Von
diesem siebten Tag wird das nicht gesagt. Dieser Tag, der Ruhetag
Gottes, ist noch lange nicht zu Ende gegangen. Das ist doch seltsam? Das
ist sowieso eine sehr lange Zeitspanne. Und über dem Ruhen genießt
Gott von allem, wovon er sah, dass es gut war. In der hebräischen Urtext
steht, dass er sah, dass es schön war. Und du kannst dich darauf
verlassen, dass es wirklich schön war, genauso wie die neue Schöpfung.
Schau mal um dich herum, was für schöne Menschen wir sind. Während
dieses Ruhetags aber störte der Satan die Ruhe Gottes und dadurch kam
die geistliche Nacht über die Erde. Später, als das eiskristallene
Firmament bei der Sintflut zerbrach, sind auch die Nächte entstanden.
Aber erst kam die geistliche Nacht über die Erde, das ist die Finsternis, der
Tod.
 
Das griechische Wort, das hier gebraucht wird heißt “skoteinos”, das im
Grunde “Bedeckung” bedeutet. Das Wort “Zelt” ist davon auch abgeleitet,
also etwas, das eine Bedeckung ist. Es kam eine Bedeckung über den
Menschen, der Schleier des Todes. Der siebte Tag, den Gott besonders
segnete um völlig in seine Ruhe einzugehen, wurde durch den Fluch des
Bösen gespaltet. Das ist Segen entgegengesetzt. Um das bewirken zu
können, hat er sich auf den Menschen gestürzt. Es gibt also eine Be-
deckung über allen Menschen, denn jeder Mensch muss schließlich
sterben, wie ihr wisst. Es geht hier aber über den geistlichen Tod, der den
Menschen schon seit Anbeginn in seinem Griff hat. Nenne es den Schleier
der Nacht, der über deinem Denken ist. Die Finsternis der Trauer um das
verlorene ewige Leben. Schrecklich. Was muss Gott erlitten haben, als er
sah, dass der Mensch zeitlich wurde, aus der Gegenwart Gottes weg-
gerissen. Darum dachte ich: Ich nenne die Bibel mal ein Tagebuch, das
Buch des “Tages”. Nichtdestotrotz gibt es eine schwarze Seite drinnen.
 
Das Licht des Tages gibt sowohl Licht wie auch Wärme und das ist schön.
Man wärmt sich an der Sonne, an dem Sonnenschein, so wohltuend, so
warm. Und hier hat man ein Bild von Gott. Gottes freundlicher Antlitz
schenkt uns das Licht, aber auch Heiterkeit. Und warum ist Gott so froh
und heiter? Weil er dich sieht! Kennst du das? Dass es Leute gibt, die
 

 
sofort froh werden, wenn sie dir begegnen? Du denkst, wie ist es möglich,
dass ich die Ursache ihrer Freude bin? Was macht der Vater, wenn er den
verlorenen Sohn sieht? Im Griechischen steht buchstäblich: er lief hin
usw. Ein Gott der läuft, was hältst du davon? Nur, weil er dich sieht! Das
ist seine Herzensfreude. Und das Tageslicht erhellt die Erde. Und die Erde
ist Bild des natürlichen Menschen. Du wirst also erhellt. Und es gibt nichts
schöneres als einen Menschen, wiewohl er in Lumpen gekleidet ist und
geistlich verkrüppelt, der ans Licht tritt. Du wirst sichtbar. Das ist schön,
darüber sollst du mal nachdenken: Ich werde sichtbar. Und Nacht ist
nichts anderes als die Abwesenheit von Licht. Alles stirbt, denn ohne Liebe
gibt es kein Leben, denn das Licht ist das Bild der göttlichen Liebe. Und
wie lernt man, zu lieben? Ich weiß nicht, ob du mal bei den Propheten
über den Tag des Herrn gelesen hast. Wenn du das alles nebeneinander
setzst, dann wirst du davon nicht gerade fröhlich. Denn siehe, der Tag
kommt, der wie ein Ofen brennt, es ist alles Schrecken, Unheil und Elend.
Wenn man das liest denkt man: Soll das so sein? Ebenfalls, wenn man das
Buch der Offenbarung von Johannes mit ängslichen Augen liest, wird man
nicht gerade fröhlich.
 
 
 
Wir haben festgestellt, daß der Tag des Herrn der Sabbat ist, der Ruhetag
Gottes. Dieser wird auch “Tag der Tage” genannt, das ist der siebte Tag,
auch genannt “der große Tag” oder “Tag des Gerichts”. Wir kommen der
Lösung unserer Frage schon näher. Als ich als kleiner Junge über den Tag
des Gerichts las, dann bekam ich furchtbare Herzklopfen, denn ich dachte:
Jetzt werde ich bestraft, denn Gott sieht ja alles. Ich hatte immer Angst
vor ihm. Schrecklich, obwohl Jesus sagt: ich bin nicht gekommen, zu
verurteilen, sondern zu retten. Ich werde das Elend, das über dich
gekommen ist, von dir wegnehmen. Zum Gericht bin ich gekommen, sagt
Jesus, was nicht bedeutet, daß er Menschen ständig korrigiert und
bestraft.
 
Er sagt: “Wenn du mir glaubst, dann entsteht eine Trennung zwischen dir
und dem, was nicht zu dir gehört”. Das ist Gericht und das fängt bei dem
Haus Gottes an. Jesus war die erste Wonung Gottes, in der der Vater
wohnte. Da hat es angefangen und dann kommt die nächste Wonung.
Jedes Haus wird befreit von dem Fluch der Zeit, von dem Fluch der Sünde
und des Todes. Ein wundervoller Prozess. Dieser Tekst ist oft falsch
ausgelegt worden.
 
Die Trennung fängt also in dir selbst an! Und das ist ein fortwährender
Prozess. Auch die Trennung von widerlichen und guten Gedanken. Du bist
 

 
nicht mehr unter dem Gericht sondern du bist freigesprochen. Der
schönste Ausdruck für jenen Tag finde ich “der jüngste Tag”. Dieses Wort
ist voller Leben: “jüngster Tag”. Martha verwendet dieses Wort als
Lazarus gestorben ist und Jesus sagt, daß er wieder aufstehen wird. Sie
erwidert dann: Das weiß ich, bei der Auferstehung am letzten Tag (im
Holländischen ist das durch jüngsten Tag übersetzt worden). Jesus
antwortet dann mit: “Ich bin die Auferstehung” . Er hätte auch sagen
können: “Ich bin der jüngste Tag, weil dieser mit ihm angefangen hat.
Wunderbar! Der jüngste Tag, du bist auferstanden, du hast angefangen zu
leben. Du hast zeitliches mit ewigem ausgetauscht und die Neuschöpfung
hat begonnen. Bei Gott wirst du ewig.
 
Ja, sagt Jesus, ich bin die Auferstehung, und darum sind wir Kinder des
Tages. Das ist sozusagen der erste Tag der neuen Schöpfung. Eigentlich
ist es der Uranfang als Gott sprach: “Es werde Licht”. Die Zeit gibt es für
dich also nicht länger. Das sollst du behalten: die Zeit ist zeitlich”. Der
Mensch wurde damals der Zeit unterworfen, und dann ist Gott in die Zeit
hineingegangen damit der Mensch wieder ewig werde. Du bist also ein
ewig lebender Mensch.
 
Man könnte es auch so sagen wie in Psalm 110 steht: Du bist geboren
worden aus der Gebärmutter des Tagesanbruchs. Wer ist also deine
Mutter? Die Morgenröte! Ist das aber eine schöne Mutter! Du bist aus
Liebe, aus Licht geboren. Jetzt verstehe ich auch diesen Ausdruck: Licht
aus Licht. Du bist also Licht aus Gottes Licht, du bist ein Kind des Lichts.
 
 
 
Und jetzt ein ganz bemerkenswerter Text, wovon das Evangelium des
Johannes eigentlich voll ist. Hier steht, dass Jesus, wenn er am Kreuz
hängt, noch einen Schwamm mit Essig bekommt. Und dann sagt er
plötzlich, wenn er völlig am Ende seines Leidens gekommen ist: „Es ist
vollbracht“. Das rührt mich sehr, dann beugt er das Haupt, und übergibt
den Geist. Jetzt fängt er seine Arbeit im Totenreich an. Johannes schreibt
weiter: Die Juden nun…. Juden sind Leute aus Judäa, nicht ein separates
Volk, damit wir nicht denken, dass die Juden Jesus ermordet haben: die
Juden nun baten den Pilatus, damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz
blieben, weil es Rüsttag war…größere Heuchelei kann man sicht kaum
vorstellen.. hier gibt es einen Zwischensatz: Denn der Tag jenes Sabbats
war groß. Das war also nicht der darauffolgende Sabbat, gemäß der
Zeitrechnung, hier geht es aber um die Gegebenheit, daß Jesus alles
vollbracht hat und Johannes sagt: “Der Tag jenes Sabbats war groß”. Im
griechischen Text steht aber nicht “groß” sondern “großartig”. Eine andere
 

 
Übersetzung gibt: “mächtig”. Er ist ungeheuer eindrucksvoll, denn es geht
hier über den Tag der Tage, den Gerichtstag und so hat er das Gericht
zum Sieg hinausgeführt! Der Tag des Gerichts hat angefangen, so ein
feierliches Ereignis!
 
Der jüngste Tag ist angebrochen! Gottes Ruhetag ist wiederhergestellt,
denn Johannes spricht von Sabbat! Der Verfasser des Hebräerbriefes sagt:
“Ein Mensch kann wieder zu seiner Ruhe kommen”. Jetzt ist Gott voller
Hoffnung, daß jedermann in seine Ruhe eingehen wird, denn dann ruht
man in Frieden. Das ist der himmlische Sabbat: Jom Kippur, der große
Versöhnungstag: Es ist vollbracht. Jesus hat damals den Tod besiegt und
es ist ihm gelungen, den Menschen in den Sabbat Gottes zu bringen. Ein
großartiger Tag für die ganze Menschheit. Dann wird der Zeit ein Ende
gesetzt und ersetzt durch “ heute” . Denn wann ist “ heute” ? Heute
bedeutet “ immer” im Königreich Gottes. Wenn einer der gehenkten
Übeltäter sagt, und das finde ich einen prachtvollen gläubigen Gesuch:
Wenn du in dein Reich kommst, gedenke meiner! So ein Kerl, ja, einer aus
den kriminellen Kreisen, aber ein Gläubiger. Da muß Jesus so überrascht
gewesen sein. Er erwidert: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Die
Zeit wird in Ewigkeit verwandelt. Der Bruch ist geheilt worden, das ist
etwas Zeitloses. Und das ist der Tag, den der Herr gemacht hat: Der Tag
des Herren.
 
Beim Propheten Sacharja 14,7 lesen wir etwas Merkwürdiges: zur Zeit
des Abends, da wird Licht werden. Das sollte man mal zu einem Kind
sagen. Das antwortet dann: Unmöglich, denn nach dem Abend folgt die
Nacht. Sacharja aber sagt: Zur Zeit des Abends, da wird Licht werden.
Jesus hat den Abend in den himmlischen Regionen verbracht und die
Nacht und hat es wieder ans Licht gebracht.
 
 
 
Im Himmel war es auch wüst und leer und viel Finsternis. Und Gott sagt,
in der Gestalt seines Sohnes: Es werde Licht. Und es ward Licht, denn im
Totenreich hat Jesus sein Licht scheinen lassen. Das muß dort eine
Revolution gegeben haben. Die Gerechten, die dort waren, sagten: Da ist
Er! Abraham hatte es schon spüren dürfen, denn er wird Prophet genannt.
Er hatte den Tag des Herren bereits gesehen, sagt Jesus, und hat vor
Freude gehüpft. Was? antworteten die Leute und sagten, Jesus sei
verrückt.
 
 
 

 
Zur Zeit des Abends aber, da wird Licht werden, denn es wird keine Nacht
mehr geben, wie während der Tage bei Schöpfungsanfang. Der Tag des
Herren hat der Nacht ein Ende gesetzt. Viele Leute reden vom Ende der
Tage. Das stimmt, aber es bedeutet der Anfang der Ewigkeit: der Beginn
des Lichts. Verrenne dich nicht in die Endzeit, ich sage absichtlich:
verrenne dich nicht in die Endzeit, sondern öffne deine Augen im Licht des
Anfangs. Und diese Zeit hat schon an-gefangen.
 
Der Tag des Herrn hat schon bei der Auferstehung Jesu angefangen. Es ist
so unwahrscheinlich schön. Das steht auch in der Offenbarung von
Johannes: „Und Nacht wird nicht mehr sein”. Es ist doch ein riesiges Fest
für alle Menschen, dass die geistliche Nacht vorüber ist?
 
Und in der himmlischen Stadt wird es auch keine Nacht mehr geben. Eine
ganze Menge von Menschen denkt, dass sie im himmlischen Jerusalem
wohnen. Das stimmt gar nicht , denn Gott wohnt dort. Du bist das
himmlische Jerusalem. In dir ist keine Nacht mehr, der Tod ist weg.
 
David hat zweimal eine bemerkenswerte Weissagung geäußert. Er nimmt
seine Harfe und sagt: Ich will aufwecken die Morgenröte (Ps. 57,9 und
108,3). David, das ist nicht so schwierig, die Morgenröte kommt wie von
selbst! Denken wir mal ein bißchen weiter, er sagt: Ich will die
Morgenröte aufwecken. Es betrifft hier eine Weissagung über Jesus. Ich
will das Licht zum Vorschein bringen und ich kann das beschleunigen. Ich
werde sie aufwecken, ich möchte nicht, daß es noch länger verborgen
bleibt. Die Morgenröte aufwecken, das muß Jesus gewiß auch gelesen
haben. Sein Vater hat ihn auch aufgeweckt, er hat das Licht wieder zum
Vorschein gebracht. Im Hohenlied 6,10 steht etwas Schönes: Wer ist sie,
die da hervorglänzt wie die Morgenröte? Hier wird man zutiefst gerührt !
Hier kommt eine Gestalt wie das Morgenlicht, wie die Morgenröte und
über wen geht es? Über die Frau ! Oder wie Offenbarung 12,1 sagt: Eine
Frau, bekleidet mit der Sonne ! Ist das aber eine strahlende Erscheinung.
Schau um dich herum, da ist sie ! Und sie ist an erster Stelle die Frau Jesu
Christi. Darüber möchte ich auch mal predigen: über die Frau Jesu, seine
Frau, wie die Morgenröte, so ein schöner Mensch!
 
 
 
Petrus schreibt, dass man den Tag des Herrn beschleunigen kann
(2.Petr.3,12). Aber wie, wie macht man das? Ich bin immer froh, wenn ich
einen guten Lehrer finde. Jetzt weiß ich wie das möglich ist: Indem man
immer heller scheint, beschleunigt man diesen Tag!
 

 
Der Morgen ist schon angebrochen und scheint immer heller, bis der Tag
voll da ist. Das kann man beschleunigen. Das Elend um dich herum wird
immer mehr. Dazu braucht man keinen Fernseher, um das feststellen zu
können, denn das spürt man sowieso. So viele geistliche Schrecken, so
viel Gewalt in deiner Umgebung. Kümmere dich nur darum, dass du
immer heller leuchtest ! Man kann diesen Tag beschleunigen, indem man
immer mehr das Wesen Gottes widerspiegelt, denn dass bedeutet
“leuchten”. Der göttlichen Natur Teilhaber sein. Leuchte nur inmitten eines
verkehrten, verdrehten, tyrannisierten Geschlechts, denn die Erde leidet
und seufzt, das geht nur weiter und weiter. Und Jesus sagt auch: “Um der
Auserwählten willen, werden jene Tage verkürzt werden”. Das heißt also:
man kann den Tag beschleunigen, indem man immer heller leuchtet. Die
Widerstände werden kräftiger, aber du, leuchte nur!
 
Sonne, Mond und Sterne, Himmelslichter, da wird über uns gesprochen,
über den Vater, den Sohn und über die Menschen: Sonne, Mond und
Sterne. Ein jüdischer Bibelübersetzer schreibt etwas sehr Schönes über
1.Mose 1,14: Es werden die hinter den Nebeln scheinenden Lichtquellen
auf Erde sichtbar! Wie sich das genau abgespielt hat, weiß ich nicht, aber
ich kann mir dabei geistlich sehr viel vorstellen.
 
Wie lange ist Gott nicht hinter den Nebeln der menschlichen Gedanken
verborgen geblieben? Er ist die Sonne. Und Jesus? Der Mond. Denn
jedermann redet über Jesus, aber ich bin dann geneigt, freundlicherweise
zu fragen, welchen Jesus man meint, weil es mehrere Vorstellungen von
Jesus gibt, aber welcher ist der wahrhaftige Jesus? Und die Sterne? Die
sind auch hinter Nebeln verschleiert. Der wichtigste Schleier ist der Tod,
und der wurde vernichtet. Wenn der Todesschleier von deinem Angesicht
verschwunden ist, dann erscheinst du im Himmel. Dein Gesicht wird also
enthüllt! Und das griechische Wort für Enthüllung ist : Apokalypse. Das
sollst du nicht mehr vergessen! Apo bedeutet weg und calypso ist
Schleier. Dieses Wort wird auch immer wieder in der Bibel gebraucht.
 
Apocalypse now ! Schau mal, mit welchen Worten das Buch der
Offenbarung anfängt. Es fängt mit der Offenbarung Jesu Christi an, die
Gott ihm gegeben hat: die Enthüllung von Jesus Christus. Also, umso
mehr wir enthüllt werden, desto mehr das Angesicht von Jesus Christus
und dadurch auch das Angesicht Gottes sichtbar wird. Dann wirst du
enthüllt. Und manchen unter uns rate ich: “Lass dich bitte mal enthüllen”.
Gleich werde ich einige von diesen Schleiern aufzählen. Lass dich endlich
mal lieben. Denn ohne diese Liebe schaffst du es gewiß nicht, denn dann
kommst du niemals ans Licht. Ich möchte so gerne mal deine wahre
Gestalt sehen. Lass mal über dich leuchten denn man sich kann hinter
 

 
seltsamen Schleiern verbergen. Diese Schleier hindern dich daran, dein
wahres Gesicht zu zeigen, und eigentlich ist das das Angesicht deines
Vaters. Z.B. die Angst, dich an Menschen zu heften, dich mit einer Gruppe
zu verbinden. Das heißt Bindungsangst. Das führt zum Individualismus,
zur Selbstrettung, zum Misstrauen. Wenn das keine Bindungsangst ist,
was ist es dann ?? Oder du bist eigentlich eigensinnig. Wenn jemand Gott
sucht, und er oder sie möchte Gottes Gesicht sehen, und du bist
eigensinnig, dann kann der Suchende das Angesicht Gottes nicht sehen,
weil es verschleiert ist. Oder du träumst darauf los, weil du eine große
Phantasie hast und du bist deswegen bekannt, dann kann man das
Angesicht Gottes auch nicht sehen.
 
Die Angst, sich selbst sehen zu lassen, so wie man ist, kann sehr tief
verwurzelt sein. Vor allem, wenn man in der Jugendzeit abschreckende
Erfahrungen gehabt hat. Davon gibt es viele Beispiele und schau, was
damals passierte, wie du geistlich vergewaltigt wurdest. Logisch, daß
solche Menschen Angst haben. Wir wollen darum ein gutes geistliches
Klima schaffen, wodurch diese Angst verschwinden kann und den
Verängstigten die Gelegenheit geben, sich zu äußern, also nicht an jenen
Leuten herumfummeln. Oder man ist eifersüchtig: du vergleichst die
Leute immer mit einander oder mit dir selbst. Die Eifersucht spielt eine
Hauptrolle und hängt wie ein Vorhang vor deinem Gesicht. Ich kann Gott
nicht sehen, bevor der Vorhang verschwunden ist. Ja, lass den Vorhang
mal in zweien gerissen werden.
 
Oder es ist ein Schleier von Intellektualismus da: Man möchte alles logisch
begründen. Und es gelingt uns, alles schön einzuordnen. Man lernt ein
paar Bücher auswendig. Im 1.Kor. 13 steht… aber keine Liebe habe“.
Das heisst, dass du keine Ahnung von der Liebe Gottes zu dir hast, diese
kannst du dann auch nicht widerspiegeln. Was nützen dir dann all diese
Kenntnisse? Ihn kennen, darum geht es! Das ist nur das einzig Wichtige.
Und nur so können Menschen Gott kennenlernen.
 
Oder du bist durch deine Erfahrungen misstrauisch geworden. Das ist
möglich, immerhin ist es ein Schleier. Oder alles beiseite schieben, indem
man über alles lacht. Das können manche Leute sehr gut: Haha, es geht
mir prima! Alles wird witzig dargestellt. Es gibt einen Vorhang vor deinem
Gesicht, vielleicht mit witzigen Vorstellungen darauf, aber es steht dem
wirklichen Licht im Wege. Man kann einfach nicht über alles lachend
hinweggehen.
 
Oder Bitterkeit über alles, was man dir angetan hat. Ich glaube, dass
jeder von uns davon eine Menge Beispiele geben könnte. Ich sowieso !
 

 
Die Bitterkeit bringt einen Schatten über dein Gesicht. Oder Selbstzweifel.
Gott sieht dich aber und sagt: Ich zweifle gar nicht an dir, überhaupt
nicht! Dass macht dich sicher und holt Zweifel bei dir weg. Oder, und das
ist sehr schlimm, du bist gar nicht froh über dich selbst. Wenn dir auch
gesagt wird: Sei froh über dich selbst“ dann wirst du dadurch nicht
geheilt. Diese Therapie wirkt auch nicht. Es soll einen Grund für Freude
geben.
 
Weißt du, wenn du froh wirst über dich selbst? Wenn du spürst, dass
jemand anders froh über dich ist. Das überzeugt dich, wenn jemand froh
ist, dass er dir begegnet. Meine Frau hat mich das gelehrt, denn ich war
überhaupt nicht froh über mich selbst. Und im Laufe der Jahre bin ich von
diesem negativen Gedanken erlöst und Gott hat das verstärkt.
 
Im Urlaub in Frankreich passierte es mal, dass wir eine Kirche besuchten.
Ich habe schon viele Kathedrale gesehen und wenn ich sie sehe, dann
werde ich immer empört, denn dann frage ich mich, wie diese Gebäude
hier zustande gekommen sind. Mit welchem erpressten Geld die hier
gebaut wurden. Und wenn ich hereintrete, dann denke ich bei mir: Das ist
ein Familiengrab mit ein paar Kerzen und steinernen Statuen. Schrecklich.
 
In manchen kleinen Kirchlein aber habe ich die Gewohnheit , wie im
vergangenen Sommer, etwas in einem Notizbuch zu schreiben, das dazu
bereitgestellt ist. Alle Leute, die das gerne möchten, können hier was
schreiben: über die schöne Kirche, die wundervollen Fenster, oder über
die Stille, die dort herrscht. Öfters gibt es auch Gebete, oder
Gebetsgesuche: wir bitten denjenigen, der dies liest, zu beten für jene
Frau oder jenen Mann, denn der leidet an einer gewissen Krankheit. Das
kommt sehr oft vor.
 
Über dem Durchblättern dieses Notizbuches stieß ich auf eine weiße Seite,
wo quer hindurch geschrieben stand, in einer kindhaften Handschrift:
„Mon Dieu, merci pour moi. Claudette“. Da sprangen mir die Tränen in die
Augen. Hier gab es jemand, der Gott dankbar war für sich selbst. Das es
mich gibt! Das hatte ich noch nie gelesen und noch nie gehört. Auch nicht
in den Gebeten in diesem Buch. Danke, dass es mich gibt. Ich dachte bei
mir: so, diese Person unterliegt keinem Zweifel. Schön! Das finde ich so
wunderbar. Sie hat den Schleier nicht vor ihrem Gesicht. Ich hoffe, ihr
später noch mal begegnen zu dürfen. „ Merci pour moi“. So ein Mädchen.
Das wollte ich gerne sagen.
 
Im 2.Sam.23 lesen wir einen prachtvollen Ausspruch von David, wenn er
in seinem Sterben ist. Er sagt: Wer gerecht herrscht über die Menschen,
 

 
wer in der Furcht Gottes herrscht, der ist wie das Licht des Morgens, wenn
die Sonne aufstrahlt. Das ist Ausspruch in bezug auf Jesus, das
Morgenlicht bei aufstrahlender Sonne. Und über uns wurde gesprochen in
Spr. 4,18: „Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgen-
licht“. Schau mal, was du widerspiegelst, was deine Gedankenwelt
widerspiegelt: Glänzendes Morgenlicht. Menschen, die dieses Licht lieben,
kommen auf dich zu. Es wird auch noch gesagt: ..“heller und heller
erstrahlt es bis zur Tageshöhe“. Und das ist nun der Tag des Herrn. Petrus
gebraucht hier ein sehr starkes Bild, er sagt: ..“bis der Morgenstern in
unseren Herzen aufgeht“. Hast du wohl mal gelesen, dass der Petrus das
sagt? Das bin ich, sagt Jesus. „Ich bin der glänzende Morgenstern“. Und
wiewohl der Teufel diese Namen Morgenstern und Sohn des Morgenlichts
für sich selbst beansprucht hat, du wirst erkennen, dass das nur Lügen
sind, denn hier ist überhaupt keine Rede von Liebe.
 
Wenn die Nebelschleier durch das Sonnenlicht aufgelöst werden, werden
wir klar sehen können. Wer sich geliebt weiß und fühlt, hat keine Decke
mehr auf seinem Angesicht. Dann kann man sich als Geliebte gegenseitig
in die Augen schauen. Größere Stille gibt es nicht für einen Menschen:
Einander sehen und sich geborgen wissen.
 
Ihr werdet wohl verstehen, was ich meine wenn ich euch einen guten
Morgen und einen schönen Tag wünsche von nun an bis in Ewigkeit.
 
 
 
Wir wollen beten:
 
 
 
Lieber Vater, wir danken dir, dass wir durch deine Liebe ins Licht treten
können, sodass du in deiner Herrlichkeit sichtbar wirst in unserem Leben.
Amen.