Saturday, October 19, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Wirf dein Brot hin auf die Wasserfläche
Duurt Sikkens
 
 
 
 
Anhand eines Teils aus dem Buch Prediger, Kap.11, 1-6, möchte ich euch meine Gedanken darüber mitteilen, es ist ein reizvolles Thema und sagt: Wirf dein Brot hin auf die Wasserfläche – denn du wirst es nach vielen Tagen wieder finden. Gib Anteil sieben anderen, ja, sogar acht, denn du weißt nicht, was für Unglück sich auf der Erde ereignen wird.  Wenn die Wolken voll werden, gießen sie Regen aus auf die Erde. Und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt, an der Stelle, wo der Baum fällt, da muß er liegen bleiben. Wer auf den Wind achtet, wird nie säen, und wer auf die Wolken sieht, wird nie ernten.
 
Und dann folgt der Kerntext: Wie du den Weg des Windes nicht kennst und nicht die Gebeine im Leib der Schwangeren, so kennst du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt. Am Morgen säe deinen Samen und am Abend laß deine Hand nicht ruhen! Denn du weißt nicht, was gedeihen wird: ob dieses oder jenes oder ob beides zugleich gut werden wird.
 
Hier wird einiges dargestellt, was wir näher betrachten werden. Wirf dein Brot hin auf die Wasserfläche. So dann und wann mache ich das für die Enten im Bach, aber das Brot ist selbstverständlich für die Fische gemeint, und Fische sind immer Bild von Menschen, die Gott nicht kennen.  Leute, die das Evangelium verkünden, werden deswegen Fischer von Menschen genannt. Teile also aus von deinem Überfluß, denn es ist dein Brot und du hast genug davon. Wirf es den Leuten beispielsweise vor die Füsse. Jesus würde sagen: Die Armen von Geist sind immer unter euch. Seid großzügig Menschen gegenüber, die nichts haben. Denk mal an das Gleichnis vom ungerechten Verwalter. Kannst du es dich erinnern? Dieser Mann war kein guter Verwalter und darum verringert er die Schuld der Schuldner seines Herrn. Das habt ihr doch wohl mal gelesen? Früher konnte ich mit dieser Geschichte nichts anfangen. Wir lesen darüber in Lukas 16. Ich zitiere den Verwalter, der sagt:  Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Was macht er: Er erlässt die Schuld der Schuldner seines Herrn. Und was lesen wir dann im 8.Vers? Der Herr lobte den ungerechten Ver-walter. Was hält ihr davon? Er hatte klug gehandelt. In der Bibel habe ich die Überschrift geändert. Hier steht: Gleichnis vom ungerechten Verwalter. Ich habe es so verändert: Gleichnis des klugen Verwalters. Denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht. Denn wir heißen uns selbst ja Söhne des Lichts? Macht euch Freunde mit dem Brot, diesem ungerechten Mammon. Und dann steht in Vers 9: damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewige Zelte. Wer ist mit “man” gemeint? Dieselbe Leute als “sie” im 4.Vers, die dich in ihre Häuser aufnehmen werden. Damit ist das Vaterhaus gemeint.  Dann steht dieser Verwalter vor dem himmlischen Gericht und wenn ihn gefragt wird, was er getan hat, dann werden eine ganze Menge Menschen antworten: Er hat mich aus Elend und Schuld herausgeholt. Er hat meine Lasten fortgenommen als ich arm war. Entgelt? Ewige Zelten. Schön nicht? Wir sind uns noch gar nicht bewußt, wie gut Gott ist. Jesus hat gesagt: Glückselig die Barmherzigen. Was der Verwalter getan hat, ist eine Äußerung der Barmherzigkeit.  Der Verwalter ist sehr klug. Er weiß: Barmherzigkeit hat einen großen Effekt. Hier geht es über Leute, die Gott nicht kennen. Glückselig die Barmherzigen und was folgt darauf? Denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren und das ist die Aufnahme in die ewige Zelten.
Als Christ sind wir schon barmherzig und brauchen nicht mehr belohnt zu werden.
 
Und jetzt wollen wir auf Prediger 11, 1-2 zurückgreifen, wo steht: “ Gib Anteil sieben anderen, ja sogar acht” .  Das hat mit dir zu tun. Du kannst deine Kennt-nisse, deine Nahrung, die du mit anderen teilen kannst, auch teilweise für dich selbst behalten als eine Vorrat für üble Zeiten, denn du weißt nicht, was für Unglück sich auf Erde ereignen wird. Denken wir dabei an die sieben Jahre der Überfluß und die sieben Jahre der Hungersnot im 1.Mose 41. Die erstbeste Ameise macht es und die Elster, allerhand Tiere legen einen Wintervorrat an. Warum würden wir das auch nicht tun? Und was bedeutet einen Vorrat anlegen? Denken wir hier an das Gleichnis von den 10 Jungfrauen aus Matt.25. Der Unterschied zwischen klug und töricht. Sie alle hatten den Hl.Geist emp-fangen. Sie hatten alle eine brennende Lampe aber es dauerte noch eine Weile, ehe der Bräutigam erscheinen würde – und das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Klug bedeutet im Urtext “Einsicht haben” und töricht bedeutet “abgestumpft”. Man kann also 40, 50 oder 60 Jahre Christ sein und sich einbilden, daß man mit allem im Bilde ist. Man singt und springt, man ruft und jauchzt. Aber was bedeutet Einsicht haben? Das bedeutet Sicht haben auf den Plan Gottes, wie Er angefangen hat, alles neu zu machen, beispielsweise neu zu schöpfen und es schließlich auch vollenden wird. Das heißt nicht, daß man die Offenbarung des Johannes auswendig lernt, sondern, daß man den Vater kennenlernt. Wir singen ein Lied mit dem Satz: Gib mir Öl für meine Lampe. Dieses Öl hatten die törichten Jungfrauen nicht.  Was ist mit diesem Öl gemeint? Ganz einfach, der Hl.Geist, der uns den Vater offenbaren möchte. Dazu ist uns den Hl.Geist gegeben worden. Und auf diese Art und Weise können wir anderen Leuten den Vater bekannt machen. So einfach ist es. Du überführst die Leute von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Das ist deine Aufgabe als Priester: Die Gedanken-welt des Vaters bekanntmachen. Das war die wichtigste Aufgabe Jesu. Mich rührt zu Tränen immer wieder die Abendmahlszene, wo Jesus sagt: Ich habe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast. Sie erkennen, daß du gütig bist (Joh.17).  Es hat Jesus zutiefst gerührt, daß die Leute Seine Worte angenommen haben und auch mir gibt nichts anderes größere Freude als das. Jetzt aber die törichten Jungfrauen. Sie hatten den Hl.Geist empfangen, und weiter keine Einsicht oder Kenntnisse erworben. Was passiert zunächst? Dann erlischt das Licht und das ist schlimm.
 
Prediger 11,3: Wenn die Wolken voll werden, gießen sie Regen aus auf die Erde. Die Wolken sind ein wunderbares Bild der Gemeinde Jesu Christi. Wißt ihr, wodurch all diese Wassertropfen zusammengehalten werden? Die Wolke bleibt eine schöne, feste Masse. Was hält all diese Wassertropfen dann zusammen?
Jemand erzählte mir, es sei die gegenseitige Anziehungskraft.  Das ist ein schönes Gleichnis, diese gegenseitige Anziehungskraft. Es ist die Liebe also, die uns zusammenhält. Wenn diese Wolken voller Regen sind, dann sieht man sie über der Erde schweben, denn wir sind von oben und wir werfen einen Schatten über die Erde,  wodurch die Menschen wieder aufatmen können, denn wir sollen den Volken unseren Schatten geben. Und wir sind voller Regen, weil wir Gott kennen. Das heißt “erfüllt”, erfüllt mit dem Hl.Geist. Und das bedeutet, daß wir an der Gedankenwelt Gottes teilhaben.  Sonst wären es leere Worte, eine leere Lampe. Voller Regen, der späte Regen. Und das ist nun die Lehre des König-reichs der Himmel, womit Jesus sich tagaus, tagein beschäftigte.  Täglich war er im Tempel tätig und lehrte die Menschen, das ist “ausgießen”, das ist für die Erde bestimmt, und weil wir voller Regen sind, können wir auch ausgießen.
Dass passiert von oben herab nach unten. Der frühe und der späte Regen, worauf man im Nahen Osten immer wartete. Der frühe Regen läßt alles keimen, das ist der Anfang, die kleinsten Wurzeln. Es passiert ja fast unsichtbar und nur dann wenn der Regen darauf ausgegossen wird. Das heißt “der frühe Regen”. Danach kommt der “Spätregen”, damit der Fruchtansatz passieren kann. Zunächst noch eine Weile Sonnenschein, was Bedrängnis bedeutet, denn das ist die Zeit, in der man heranreift. Und dann plötzlich im 3.Vers von Prediger 11 steht etwas über einen Baum, der fällt. Was hat das mit diesem Thema zu tun?  Jedenfalls ist es eine Warnung, falls du ein Baum bist. Wir sollten unsere Wurzeln in die Liebe Gottes pflanzen, in seine Zuneigung zu uns, in unsere Bedeutung für Ihn als sein Kind. Er hat sich in dich vernarrt. Treibe deine Wurzeln in seine Liebe. Eph.3,17 sagt: In seiner Liebe sollt ihr fest verwurzelt sein; auf sie sollt ihr bauen. Das ist der Grund deines Daseins. Nach und nach wirst du dir  immer mehr davon bewußt und je mehr man sich davon bewußt wird, um so mehr man wächst. Paulus sagt zu den Korinthern im 1.Kor.10,12: Wer zu stehen meint, sehe zu, daß er nicht falle.  Es gibt Leute, die von sich selbst meinen, etwas zu bedeuten. Zu denen sagt Paulus: Wer zu stehen meint…Pass auf, daß du nicht fällst  und das sagt er im Hinblick auf den Götzendienst. Die Korinther nämlich ließen sich von allerhand Wanderpredigern und religiösen Angebern hinreißen. Scheinapostel nennt Paulus diese Leute, die meinen, von Gott einen Sonder-auftrag erhalten zu haben, und so geht es weiter und weiter. Sie ließen sich leicht ins Schlepptau nehmen und diese Schauwanderprediger können sich immer mehr bereichern. Ich sage nochmals: Sie machen aus dem Lamm Gottes ein Goldenes Kalb.
 
Prediger 11,4 sagt: Wer auf den Wind achtet….. Wer immer die günstigsten Momente, um das Evangelium zu verkünden, abwartet, kann lange warten. Hier geht es um Leute, die eigentlich nicht den Mut haben. Die haben ihre Frei-mütigkeit weggeworfen. Lesen wir erst mal den 6.Vers:  Säe deinen Samen am Morgen und am Abend, denn du weißt nicht, was gedeihen wird.  So ist Jesus tätig gewesen. Wunderbar, oder? Du hast Samen wie Heu, säe es einfach, unerschütterlich, erzähle nur darüber. Wenn die Leute es nicht wert sind, ist das ihre Verantwortlichkeit. Ob du es auf ausgetretene Pfade säst – das sind die Leute, die alles schon wissen – unter die Dornen, jedenfalls wird auch etwas auf die gute Erde fallen. So hat Jesus gesät. Aus seiner Hand kommt das Wort und es geht weiter. Eine schöne Geste. Einfach säen. Wo es fällt, derjenige ist selbst verantwortlich. Meine Verantwortlichkeit ist dafür zu sorgen, daß der Samen gut ist. Daß ich nicht nur so vor mich hin was rufe, sondern daß meine Worte einen Inhalt haben, daß sie Leben enthalten.
Neben meinem Haus steht ein Birkenbaum. Man kann sich kaum vorstellen, wieviel Samen dieser Baum jedes Jahr produziert, tausende und abertausende.
Und wieviele Nachkommen von diesem Baum ich gesehen habe? Nur einen, in all diesen Jahren. Es geht mich nur darum, wie unheimlich viele Samen die Natur produziert und zerstreut. Der wichtigste Punkt ist, daß wir gute Samen säen. Das ist das Geheimnis. Jetzt kommen wir zum Kern im 5.Vers. Hier fällt auf, daß der Wind im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft gesehen wird. Das ist augenfällig.  Wer hat darüber im Neuen Testament gesprochen, in Johannes 3,8? Wir wollen diese Worte von Jesus mal ganz aufmerksam lesen. Als ich noch ein Jungen war, fand ich diese Worte die faszinierendsten Worte des Johannes-Evangeliums.  “Wind” und “Geburt”. Siehst du diese Kombination auch? Ich glaube, daß Jesus hier auch an Prediger gedacht hat, denn hier liegt
diese Kombination auch vor.  Der Wind weht, wo er will. Der Wind ist der Atem Gottes, sein Geist aus Ihm. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen. Und die Erde, die Leute, die hören dieses Sausen, denn du produzierst diesen Schall. Das ist ja die logische Konsequenz von diesem Vers! Hier steht: So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.  Wie? Genauso wie jemand, der weiß, woher er kommt und wohin er geht. Du weißt doch, woher du gekommen bist? Wenn du auf der Suche nach deinen Wurzeln bist, dann sollst du bei Gott anfangen und weißt du gleichzeitig auch, wohin du gehst. Du kennst das Ziel deines Lebens.
 
Aber “der Wind weht, wohin er will, du hörst sein Sausen und du weißt nicht….Nikodemus, du weißt nicht woher er kommt oder wohin er geht? Jesus sagt: So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist”. Da mußte Nikodemus natürlich etwas hinunterschlucken.  Er denkt bei sich: Wovon reden wir hier? Dann erwidert er: Muß ich dann zum zweiten Mal in den Leib meiner Mutter eingehen und geboren werden? Früher wurde mir diese Geschichte erzählt und redete man von dem dummen Nikodemus. Aber er war gar nicht dumm, er hat gut darüber nachgedacht. Er sagte: zum zweiten mal in den Leib meiner Mutter eingehen. Ja, Nikodemus, dus hast Recht, du hast es erkannt. Denn später lesen wir in der Bibel, daß er ein Jünger Jesu geworden ist.  Diese Wahrheit ist bei ihm gut angekommen. Von neuem geboren werden, von neuem in einer  Gebärmutter zur Entwicklung kommen im himmlischen Jerusalem, “denn das ist unsere Mutter”  sagt Paulus. Das lesen wir übrigens auch in Psalm 87. Was bei Menschen unmöglich scheint, ist bei Gott durchaus möglich.
 
Na also, wehen. Eigentlich steht hier: Du bist wie der Wind. Du bist aus dem Munde Gottes hervorgekommen, dein Anfang ist in Ihm, du bist aus Ihm, das ist dein Ursprung. Als er sprach, warst du da. Als er dich bei deinem Namen nannte – und das rührt mich immer so – als er dich bei deinem Namen rief, warst du da. Ist das nicht wunderbar? Er hat dich zum Vorschein gerufen. Ja, er ruft dich bei deinem Namen – und plötzlich warst du da, wie ein Dreikäsehoch.  Du bist, wie der Wind, durch den Atem deines himmlischen Vaters erzeugt.
 
In einer Enzyklopädie las ich, daß das Klima und die Jahreszeiten in den Ländern rundum das Mittelmeer gerade durch Winde geprägt werden. Und das führt uns zur nächsten Frage: Welcher Wind weht in deinem Leben, in deiner Familie und in der Gemeinde, die auch unsere Familie ist? Der Nord- und Ostwind waren für Palestina und die es umringenden Länder ein Geisel, sehr unangenehm, und oft versengend heiß. Wenn also in deinem Leben ein versengender Wind weht, dann wird alles dürr. Das ist klar. Dazu kommen auch noch Sandstürme. Und bei einem Sandsturm sieht man gar nichts mehr. Du unterscheidest deinen Bruder und deine Schwester nicht mehr und selbst kann man kaum noch atmen.  Wie überlebt man so etwas? Der Westwind wurde als wohltuend betrachtet, denn er brachte Tau und Regen. Das ist ja herrlich für das Ackerland und seine Gewächse. Es ist doch schön, wenn das in deinem Leben der Fall wäre. Du bringst Tau und Regen. Es weht ein herrlicher Wind in deinem Leben, dein Leben ist eine Erquickung für alle Leute.
 
 
Und der Südwind? Ach, der ist so etwas zärtliches. Im Hohenlied 4,16 sagt das verliebte Mädchen:  Komm, Südwind! Laß duften meinen Garten, laß strömen seine Balsamöle! Sie vergleicht sich selbst mit einem Garten und das tun wir auch. Wir vergleichen uns mit dem Paradies Gottes, wo wir mit unserem Geist zu Hause sind, wo wir geistlich wohnen. Dieser Südwind ist ein ganz zärtlicher, erfrischender Wind, der diese Düfte in deinem Leben hervorbringt.  Und was sind das für Düfte? Balsamdüfte. Und Balsam wirkt heilend für die Seele, es tut dir Gutes. Wenn deine Worte wie Balsam wirken, ist das nicht herrlich? Und selbst duftest du dadurch auch noch richtig. Paulus heißt das im 2.Kor.2, 15:  Ein Wohlgeruch Christi. Wir lesen auch etwas Schönes in Joh.12,3: Das Haus aber wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt. Über diese zarte, erquickende Brise lesen wir auch im 1.Mose 3: das Geräusch Gottes, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages.  Hierüber wird auch im 1.Kön.19 berichtet, wo Elia Gott in einem leisen Wehen begegnet. Nur ein leises Wehen. Das ist so wohltuend für die Seele.
Dieses Wort Wehen oder Geräusch könnte aus dem Hebräischen auch durch “eine leise, zarte Stimme” übersetzt werden. Die Stimme des Hl.Geistes.  Wenn du in deinem Reden vom Hl.Geist geführt wirst, dann redest du mit leiser, zarter Stimme, der Stimme Gottes, der mit uns reden möchte. Der sucht, mit jeman-dem über ein gewisses Thema zu reden. Dein Brot teilen, zusammen den Wein des Lebens Jesu trinken. Du hörst sein Geräusch, seine Stimme.  Du wirst also zur Stimme der Gedanken Gottes – denn das ist, was ich heute sagen will. Gott sucht Stimmen, du hast es richtig gehört: Stimmen. Die sind das Geräusch des Windes. Und dieser Wind heult nicht, sondern er ist eine kühle Brise nach der Tageshitze. Wer wird darauf reagieren? Jene Leute, die ein Gespür dafür haben. Ein Stein reagiert nicht auf diese Brise. Wenn man steinhart ist, entbehrt man jede Menge von Feingefühl. Wenn man einen Glauben wie einen Stein hat, dann spürt man nichts von diesem Wind. Weißt du, wer darauf reagieren? Die zarten Gewächse wie das Gras, das weht im Winde, das Getreide und auch die Blätter der riesigen Bäume. Darum ist es so schön, den Geräusch des Windes in den Blättern zu horen. Durch den Wind bewegt, Bewegtheit einander gegenüber. Und der Wind weht, wo er will. Ich muß also auch wissen, wohin ich gehen will, denn ich bin wie der Wind. Das ist die Windrichtung, das ist das Ziel, wozu Gott den Wind gibt. Jesus nennt sich selbst “das Wort”. Er sagt: Ich tue immer das, was Gott gefällt. Das Wort tut, was Gott gefällt, denn Wort und Geist gehören zusammen. Ich habe die Redensart “durch sein Wort und seinen Geist”  als seien sie zwei separate Sachen, noch nie in der Bibel entdecken können. Nein, wo sein Wort verkündigt wird, ist sein Geist da und wo sein Geist ist, hört man seine Worte. Diese beide kann man nicht trennen. Wort und Geist bilden ein Ganzes wie der Vater und der Sohn, die auch in einem Atem genannt werden. Im gleichen Atem werden auch wir genannt. 1.Mose 1 spricht über Sonne, Mond und Sterne. Die Sonne als Bild Gottes; der Mond als Bild des Sohnes und die Sterne, das sind wir. Keine Superstars sondern Lichtträger. Und was war die Gesinnung Jesu? Er sagte: Ich will, daß der Wille des Vaters geschieht. Darüber habe ich vielundoft nachgedacht. Was willst du? Was ist Freiheit deiner Meinung nach? Mann könnte erwidern: Dann kann ich alles machen, was ich will. Dann lautet die nächste Frage: Was will ich? Das ist abgeleitet von einem Verb, das wandeln bedeutet, Bewegungsfreiheit also.  Das bedeutet für mich ”Ich will, was Gott will”.
 
Eine andere Frage: Was willst du? Man kann sehr viel darüber nachdenken und sich Gedanken sammeln über den Begriff Freiheit – ich rede jetzt für mich selbst – ich bin ein freier Mensch seit ich mit Jesus verbunden bin. Denn er sagt: Ich bin ein Freier. Da habe ich gesagt: Dann möchte ich mit dir verbunden werden, denn dann bin ich es auch. Wirkliche Freiheit besteht aus einer Verbindung, ist das nicht merkwürdig? Zweiter Punkt: Was willst Du, Herr? Ja, sagt Jesus, ich bin damit beschäftigt, die Schrift zu erfüllen. Ich hätte es auch nicht tun können, aber ich habe es getan. Denn meine heißeste Sehnsucht war nicht der Tod, wirklich nicht. Es muß etwas da gewesen sein, was ihn überzeugt hat, weil er so klipp und klar sagt: Nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille. Sein Wille war also ein bißchen anders: “Bitte, lieber nicht”. Aber Gott hat ihn überzeugt und da sagte Jesus: “Dein Wille geschehe. Ich mache es aus Liebe den Menschen gegenüber”. Es gibt noch viele Weissagungen, die erfüllt werden müssen. Deshalb beschäftigen wir uns auch damit, weil noch vieles erfüllt werden muß. Möchtest du das auch? Oder sagst du einfach: Gott ist mit uns und das ist alles. Du bist z.B. von der Sklaverei erlöst und von den Gedanken, die damit zusammenhängen. Wir fragen uns nicht länger: Gott, was willst du, das ich tue, was willst du? Wir fangen an, selbst zu denken, zu lernen, zu gehen. Und dann bist du erlöst und wo befindest du dich? Vor der Wüste! Ja, sagen die Israeliter, wir können uns was Angenehmeres vorstellen. Wir dachten, Gott bringt uns sofort in das gelobte Land, hallelujah. Und dann gibt es statt dessen diese Wüste!  Jesus wurde mit dem Hl.Geist getauft und das Erste, was der Hl.Geist ihm sagte: Geh’ in die Wüste!  Hier mußte er sozusagen als Praktikant arbeiten und lernen, allen Versuchungen Widerstand zu leisten. Versuche’es mal! Weißt du, was die größte Versuchung ist? Daß wir Gott prüfen. “Diese Männer, sie haben mich zehn mal geprüft und nicht auf meine Stimme gehört”. Und Paulus warnt uns im 1.Kor.10: Diese Dinge sind aber als Vorbilder für uns geschehen.
Wir sollen uns also auch davor hüten, nicht abtrünnig zu werden. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt. Hütet euch vor den Menschen. Bewahre den Glauben an mich, denn ich bewahre meinen Glauben an dich.            Ich muß also auch erst in die Wüste hinein? Ja sicher, denn sonst schaffst du es nicht. In diesem Sinne wirst du ausgeprägt. Als Jesus allen Versuchungen widerstanden hatte, konnte er ihnen später auch widerstehen.  Im Wörterbuch fand ich ein schönes Wort. Wir werden einander inhärent. Das bedeutet buchstäblich: Anhaftend, festsitzend. Das ist schön! Gott ist von Natur den Sohn anhaftend und gegenseitig natürlich.  Und wenn wir einander inhärent werden – nicht der menschlichen Natur nach sondern der göttlichen Natur, worüber Petrus spricht – dann sind wir auch einander anhaftend geworden. Für ewig miteinander verbunden.
 
In Vers 5 von Prediger 11 steht: Die Gebeine im Leib der Schwangeren. In der hebräischen Sprache steht gar nicht “einer  Schwangeren”  sondern  “einer Vollen” . Meine Frage lautet: Wovon bist du voll, erfüllt?  Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Du weißt selbst, wovon du erfüllt bist. Mit deinen Ver-wandten, den Katastrophen dieser Epoche, wie schlecht es geht in dieser Welt? Nein, das nicht! Aber wovon bist du erfüllt? Anstatt das Wort “Gebeine” steht hier in dem Urtext – und das kann man kaum glauben – Körper (Mehrzahl).  Und das mehr als Zwillinge, denke ich. Das ist doch unvorstellbar, daß man schwanger ist von tausenden von Menschen. Da bräuchte man eine riesige Frau.  Aber ist das nicht schön: Körper? All diese Christen wie wir in einer Gebärmutter.  Denn zusammen sind wir auch eine Mutter, eine Gebärmutter, und in dieser Gebärmutter werden wir zu geistlich Erwachsenen erzogen.
Das alles passiert in dieser Gebärmutter, denn die Frau aus Offenbarug 12,5 gebiert einen Erwachsenen. Das steht hier im Griechischen. Ob Mann oder Frau, wir sind alle schwanger. Und wenn du es nicht glaubst, dann lies Psalm 110 noch mal.
“Aus dem Schoß der Morgenröte habe ich dich wie Tau gezeugt”. Betrifft es hier Frauen? Man wird sowieso aus diesem Schoß der Morgenröte geboren, die Gebärmutter des Lichtes. Wenn ihre Gebärmutter Licht ist, dann ist diese Frau selbst auch Licht. Und das schöne Wort für Gebärmutter ist in der hebräischen Text Lieblichkeit. Du bist aus Lieblichkeit geboren worden. Man liebt dich so sehr, daß du dadurch erwachsen wirst. So ein schöner Prozess, Kinder des Lichts, des Lichts Gottes. Kinder des Tages sind der Tag selbst.  Das ist gemeint mit “Tag des Herrn”, die Morgenröte.  Denn die Schöpfung hat natürlich auch an einem Morgen angefangen. Sobald Gott sagt: Es werde Licht, ist der Morgen aus seinem Mund geboren. Wir sind Kinder des Morgens, der Schöpfung Anfang.
Man wird in der Gebärmutter gebildet, darüber haben wir mehrmals gesprochen. Das lesen wir in Psalm 139. Die nächste Frage lautet jetzt: Lässt du dich bilden? Wirst du verändert? Spürst du es? Allmählich bekommt die göttliche Natur Hände, Füsse, Augen und Ohren in dir. Die Form wird erkennbar. Das heißt Bildung, es wird ein Bild von etwas geformt. Es ähnelt dem Vater und der Mutter, der Christus bekommt seine Gestalt in dir. Das nun ist das Königreich Gottes in dir. Das ist das größte Wunder, wonach alle Propheten des Alten Testaments sich sehnten. Damit hat Gott durch seine Verheißung im 1.Mose 3,15 bereits begonnen. Der Samen der Frau hat endlich Gerechtigkeit widerfahren. In dieser Weise wird das Wort Gottes wieder Fleisch. In deiner menschlichen Natur bekommen die Barmherzigkeit und die Demut ihre Gestalt. Die Kraft Gottes, Menschen wieder zu beglücken, die wichtigste Äusserung seiner Kraft, bekommt ihre Gestalt in dir. Erzähle es den Menschen in deiner Schlichtheit. Die Frau ist schwanger, es ist schon da und es muß noch sichtbar werden. Gott hatte es längst so geplant. Und jetzt verstehst du auch den Satz: “Der war, der ist und der kommt”.  Es war längst so ausgedacht, es ist in den Gläubigen da und es kommt zum Vorschein. Das griechische Wort für diesen Prozess ist “parousia”, ein schönes Wort. Erkennst du es in dir selbst?
Nicht nur der erste Sohn also – denn bei einer Entbindung erscheint normaler-weise erst der Kopf – sondern auch diejenigen, die aufs tiefst mit Ihm verbunden sind. Wir sind tatsächlich eins.
 
Ich bekam einen ganz schönen Gedanken, der fast ein Geheimnis ist und wer es versteht, der verstehe es -  gar nicht sensationell – aber der Hl.Geist machte mir klar, daß es eigentlich so ist: Mein Ich (Jesus Christus also) wird  Wir. In diesem Prozess befinden wir uns mittendrin.  Jesus sagt: Wer auf mich hört, hört auf den Vater aber nach und nach nähern wir dem Moment, wo wir sagen dürfen: Wer auf uns hört, hört auf den Sohn, und wer auf den Sohn hört, hört auf den Vater. Diese drei sind eins. Verstehst du es? Das ist ein so wunderbarer Gedanke, damit möchte ich mich in Zukunft eingehend beschäftigen.  Mein Ich wird Wir. Wenn Jesus betet: “Vater unser”, dann meint er damit seinen Vater und auch unseren Vater. Er redet über Uns, er ist so innig mit uns verwachsen, kaum vorstellbar.
 
Ich schließe mit einer Frage aus Psalm 110, wo steht: Dein Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner Macht. Will ich auch? Bin ich dazu bereit? Will ich das tun, wozu Gott mich sendet? Es ist sehr wichtig, darüber gründlich nachzudenken. Will ich ? 
 
Amen.
 
 
Wir wollen beten.
Vater, wir beten, daß wir uns bewußt sind, woher wir kommen. Daß wir nämlich aus Dir geboren sind. Wir werden auf den Flügeln deines Atems getragen und fliegen auf dein Ziel zu. Ich bete, daß wir glauben, was du glaubst und daß wir uns, durch deine Barmherzigkeit, deinem Gleichnis gestalten lassen und verwandelt werden in dein Bild.  Vater, wir lieben dich, weil du uns so sehr liebst.
Amen.