Friday, April 19, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Noach fand Gnade in den Augen des Herrn
Predigt von Duurt Sikkens

 
Ich lese Euch etwas vor, und zwar aus dem Brief an die Hebräer 11:7.

‚Aufgrund des Glaubens wurde Noach das offenbart, was noch nicht sichtbar war, und er baute in frommem Gehorsam eine Arche zur Rettung seiner Familie; durch seinen Glauben sprach er der Welt das Urteil und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.’

Durch den Glauben, oder besser gesagt: durch seinen Glauben, hat Noach, nachdem er eine Weissagung empfangen hatte über etwas, was noch nicht gesehen wurde, ehrerbietig die Arche zur Rettung seiner Familie gebaut; und durch diesen Glauben hat er die Welt verurteilt und wurde ein Erbe, die aus dem Glauben kommt.

Also, die Ereignisse aus der Vergangenheit dienen uns als Beispiel, und deswegen möchte ich zusammen mit euch mal über Noach nachdenken.
Nur in einem kleinen Teil der Bibel, eigentlich vom Anfang an, vom allerersten Anfang an bis zum ersten Menschenpaar einschließlich war alles noch gut. Gott hatte ausschließlich gute Dinge geschaffen, schöne Dinge. Er sah auch, dass es gut war. Es gibt nämlich wohl mal welche, die es besser tun wollen. Und deswegen tun die so ihr Bestes. Aber Gott sagt: „Es ist gut!“ Und das ist genug.
Und dann erhielt der Mensch den Auftrag (Genesis 1, 28-29):

Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten, Euch sollen sie zur Nahrung dienen.’
 

Man könnte dies auch ein wenig anders sagen. Zum Beispiel: ‚Bevölkert die Erde, bringt sie zur Fülle, lasst sie blühen und gedeihen’. Statt unterwerfen könnte man besser lesen: verwalten. Dahinter steckt nämlich kein Zwang. Wie das auch vom Garten gesagt wurde: „Bewahrt sie.“ Ein wunderbares Bild: das Bewahren deines Inneren, deiner Seele. Und das fing im Paradies an. Es schlug jedoch fehl, die Sünde erschien, der Mensch kam unter die Gewalt des Teufels und des Todes.
Und dies alles durch den Menschen. Und Gott sah dies alles vor den Augen abspielen. Welche Gedanken muss sich Gott nicht gemacht haben! Denn der Mensch wurde für das Ziel Gottes ungeeignet gemacht. Es ist das Ziel Gottes, dass du mit ihm lebst, mit ihm verkehrst, ewig. Aber nun hatte er dieses Zusammenleben verloren.
Und von Adam an bis zur Sintflut, das war ein sehr langer Zeitraum, war die Erde schon bevölkert, glaube ich. Man hat wohl mal berechnet, dass kurz vor der Sintflut genauso viele Menschen lebten wie heute im Jahre 2004. Das alles hat ein Gelehrter mal untersucht. Auf der Welt gab es unglaublich viele Menschen und Kulturen, die Erde war also ziemlich bevölkert. Und wie sah’s mit der Verwaltung aus? Nun, man kann sagen, dass von einer richtigen Verwaltung praktisch keine Rede war. Im Gegenteil, es wurde hauptsächlich Gewalt ausgeübt, es gab viele Gewaltherrscher, Gewalthaber, denken wir z.B. an den berüchtigten Nimrod (Gen 10:8). Die damaligen Menschen verhielten sich sehr natürlich: Gewalt, Mord und Totschlag, Korruption waren an der Tagesordnung. Das Sinnen und Trachten der Menschen aus der damaligen Zeit war ausschließlich auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse gerichtet, man tat, was man wollte, oder wie es in Gen 6:5 steht:
‚...........Als aber der Herr sah, dass des Menschen Bosheit sehr groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse allezeit, da reute es den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte auf Erden und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.’
Ja, Mord und Totschlag, Korruption, es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Ja, heutzutage rufen die Menschen: „In was für einer Welt leben wir?“ Nun, in keiner allzu guten Welt. Herr Jesus sagte mal: „Die Menschen essen und trinken und heiraten.“ Der Mensch des 21. Jahrhunderts denkt an Karriereplanung, an eine eigene Wohnung, an Leistungsdrang und an Wetteifer. Die Gedanken der meisten Menschen beschäftigen sich ausschließlich damit. Und was sagt der Herr noch darüber in Mt 24:39?
‚................und sie ahnten nichts..............’
Die ahnten nichts, nein. Es ist heutzutage genauso, denn der Durchschnittsmensch sucht nicht den Vater, der sucht nicht sein Reich.
Und was steht in der Schrift? Von der Sintflut an? Welchen Gedanken hegt Gott? „Wie kann ich den verlorenen Menschen wieder zu mir zurückführen?“ Welcher ist der Leitgedanke Gottes?
Also nicht: Wie sorge ich dafür, dass dieser Mensch, der doch alles verpfuscht hat, noch mehr kaputtgemacht wird. Also nicht: Ich gebe diesen Menschen auf, ich suche einen anderen Planeten und fange da mit einer neuen Schöpfung an.“ Das wäre bestimmt eine Möglichkeit gewesen.
Aber, was bemerkt man in der Schrift? Gott sucht den Menschen. Eigentlich ist es immer wieder: „Mensch, suche mich, denn ich bin der Anfang.“ Und so hielt er durch Noach seine Schöpfung fest. Es war zwar ein sehr dünner Faden, er hielt seine Schöpfung in Noach trotzdem fest. Dadurch, dass Noach glaubte. Aber, wie denkst du über den Glauben Gottes? Gott glaubte: Durch diesen einen Menschen kann ich diese ganze Schöpfung irgendwie festhalten. Noach, ein dünner Faden. Und denken wir an Herrn Jesu. Ein kleines
Menschenkind, das zu dem vollkommenen Menschen aufwuchs, den Gott als den ersten Menschen der neuen Schöpfung betrachtet. Und das glaubt Gott. Damals fand Gott bei Noach Anschluss.
Noach heißt „Ruhe“. Noach war keine imponierende Gestalt. Lamech, der Vater des Noach, nannte seinen Sohn so bei seiner Geburt und sagte dabei:
Der wird uns trösten in unserer Mühe und Arbeit auf dem Acker, den der Herr verflucht hat.“ (Gen 5-29)
Man kann sich vorstellen, dass man dann ein großes Bedürfnis nach Ruhe hat.
Hier haben wir also mit einer Weissagung über einen Tröster zu tun. Trösten. Ein schönes Wort. ‚Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er Noah sandte. Noach wird ‚der Prediger der Gerechtigkeit’ genannt (2 Petr 2-5).  Ein Tröster. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er Mose, dass er die Propheten sandte. Immer wieder hat er versucht, die von ihm geliebte Welt, die Kosmos, wieder zu sich zurück zu führen, sodass diese sich wieder in seiner Hand befinden würde. Er sandte Jesus, er sandte andere, er sendet auch uns. Wir sind Gesandte, um die Menschen zu trösten, um ihnen beizustehen sich aufzurichten. Die erste Neuschöpfung also, über Noach, die mit einem Tröster anfing und der wirklichen Neuschöpfung mit Jesus Christus........ Jesus war auch ein Tröster, denn er sagt in Joh 14-16:
„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei ewiglich.“
Der Heilige Geist ist also ein anderer Tröster. Der Herr war auch selbst ein Tröster. In der griechischen Sprache wird hier das Wort ‚parákletos’ benutzt, das Helfer, Fürsprecher, Rechtsanwalt bedeutet. Eine Person also, die rechtmäßig für jemanden eintritt, für jemanden Partei ergreift.
Und, wenn wir nach seiner Aufnahme den Heiligen Geist empfangen haben, empfingen wir denselben Geist, den auch Jesus zuerst empfangen hatte. Der Heilige Geist machte aus dem Menschen Jesus den Christus. Jesus wurde sein ganzes Leben lang geführt und erzogen, hat gelernt, sanftmütig zu sein, hat gelernt, gut zu reagieren, hat gelernt, behutsam mit den Plänen Gottes umzugehen. Er sagte, als er fortging: „Diesen Geist erhaltet ihr.“ Lasst euch nun auf dieselbe Weise erziehen. Dann könnt ihr in aller Bescheidenheit geistlich erwachsen werden. Der Geist ist unser Lehrer.
Kehren wir zurück zu Noach.
Oh, wie hat man über ihn gelacht! Er wurde zum Gespött der ganzen Welt. Der baut sich ein Rettungsschiff auf dem Lande! Aber Noach dachte anders, weil er Gott verstand. Noach sah Gott an, und Noach fand Gnaden in den Augen des Herrn. Ich stelle mir das vor. Noach tastete Gottes Gesicht ab, und was fand er? Einen gnädigen Gott. Einen Gott mit einem warm klopfenden Herzen für den Menschen, einen Gott ohne Gewalt. Einen Gott voller Liebe. Und diese Liebe ist nicht eine seiner vielen Eigenschaften. Nein, Gott IST Liebe. Noach erblickte Gottes Wesen, soweit ihm das möglich war.
Auch haben wir gelesen, dass Noach eine Offenbarung erhalten hatte. Gott meinte: Ihm kann ich meine Gedanken anvertrauen.
Weissagungen und Offenbarungen dienen dazu, uns aufzurichten, zu ermutigen, zu trösten. Sie bezeichnen immer, ob es sich nun um eine persönliche Situation handelt oder um etwas Allgemeines, einen Weg, eine rettende Lösung aus einer schwierigen Situation, einen Weg des Entkommens.
Noach wird ‚der Prediger der Gerechtigkeit’ genannt. Glaubt nun nicht, dass Noach Stadt und Land mit Flugschriften und Broschüren abrannte, in denen es hieß: „Liebe Leute, kehrt um, hört auf mich, es ist fünf Minuten vor zwölf!“ Nach meiner Meinung war das Predigen des Noach vor allem das Bauen der Arche selbst. Wie viel Zeit er brauchte? Ich weiß es nicht. 120 Jahre?
Bevor man ein Schiff jedoch auf Kiel legt, sind sehr viele Pläne erforderlich. Die Tatsache jedoch, dass er sich mit dem Bau des Rettungsschiffes befasste, das war sein Predigen. Er befasste sich unbeirrbar mit den Dingen seines Vaters. Ja, ich glaube, dass das das Geheimnis ist. Das Reich Gottes besteht nicht aus Worten. Nein, er ließ sich beim Bau durch nichts beirren. Er war ein Mann Gottes, nicht wahr? Baute jahrelang an einem Schiff weit vom offenen Meer entfernt.........
Und so macht man sich im Alten Testament, in jenen Schriften, auf die Suche nach den Weissagungen Gottes. Dabei ist die Voraussetzung, dass man sich an dem Axiom festhält: Gott ist gut. Gott ist gut für jeden. Für Gut- und Böswillige. Denn er kann sich selbst nicht verleugnen. Das Denken des damaligen Menschen, aber auch des heutigen Menschen ist so verschleiert. In Offenbarung 6-12 steht, ........ und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack“. Und wisst ihr, ein härener Sack ist immer das Zeichen der Trauer und des Todes. Und so kommen Philosophen und sogar Theologen zu der Aussage: ‚Gott ist tot’. Sehr viele Gottesgläubige tun sich schwer mit Gott. Warum lässt er das alles in dieser Welt zu? Warum greift er nicht tatkräftig ein, und wann lässt er sich in Jerusalem einen Tempel bauen. In 1 Joh 1-5 steht:
‚Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis.’
Glaubt ihr, dass Gott seine eigene Schöpfung antasten wird? Dass er sich sagt: „Lasst uns zur Warnung eine Sintflut erfinden oder so, sodass Menschen sich zu mir umkehren.“ Oder dass er den ganzen Kram anzündet. Erdbeben? Überschwemmungen? Terrorismus? Dadurch werden sie sich bestimmt wieder zu mir umkehren?
Wenn man das glaubt! Eine entsetzliche Gottesvorstellung! Beängstigend, furchterregend, unberechenbar. Gott hat nie die Krankheit erfunden, nie eine Sünde! Das würde ihm niemals einfallen. Der Tod? Nie erfunden! Jemandem etwas Schreckliches wünschen? Bevor er das tun würde, müsste er sich zunächst etwas Schreckliches erfinden. Aber dazu ist Gott nicht in der Lage! Der Vater all dieser schrecklichen Dinge ist auch der Vater der Lüge, der hat dies alles erfunden. Der „Gegengott“ ist der Fürst, der in der Luft herrscht. Man kann schon sagen: „Gott hält die Welt in der Hand“, der Teufel regiert darüber mit eiserner Hand und auch gerissen. Das heißt also: Die Welt liegt im Bösen, unter einem Fluch; und das ist die Herrschaft des Teufels. Aber Jesus hat uns auch Gott gezeigt. Er war ein einmaliger Lehrer. Und der Heilige Geist wird uns alles wieder erinnern, was der Sohn uns sagen möchte. Jesus sagt:   „Der Geist wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.“ (Joh 16-14)
Ich habe alles von Gott erhalten, also...........
Das ganze Alte Testament deutet auf den Christus hin. Jesus hat uns als Erster Aufschluss über den Vater gegeben, steht in Joh 1-18. Denken wir an die Emmausgänger, die den Herrn nicht wieder erkannten, er hatte eine andere Gestalt angenommen, aber, während sie redeten, lebte ihr Herz wieder auf, und erläuterte er ihnen den Christus aus den Schriften. Er fängt dann bei Mose an, das ist Genesis, und dann erklärt er, worauf die Schrift zielt. Und auf einmal glauben sie: „Ja, aber das ist der Herr, das muss er sein!“ Und plötzlich ist der Herr verschwunden. Jesus lenkte die Menschen immer auf den Vater. Die Propheten und Prophetinnen aus dem Alten Testament jedoch, ach, wie oft standen sie da allein mit ihren Weissagungen.  Warum? Nun, weil sie sich so dicht bei Gott befanden. Wenn man sich in unmittelbarer Nähe von Gott befindet, dann ist man auf der Welt nahezu allein da. Ja, denn was sie sagten, stand im diametralen Gegensatz zur vorherrschen Gottesvorstellung. Sie weissagten keinen gewalttätigen, beängstigenden, allmächtigen Gott.
Was steht in Jes 30-15?
‚Durch Umkehr und Ruhe könnt ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen liegt eure Stärke. Aber ihr wollt nicht, sondern ihr sprechet: „Nein, wir wollen auf Rossen dahinfliegen........’
Ruhe und Stillesein sind Eigenschaften Gottes, die für die Menschen gut sind.
Das Reich Gottes, worüber Jesus immer sprach ist unauffällig, jedem Lärm und Aufwand abhold, ohne Gewalt. Jesus war auf Erden denn auch keine imposante Persönlichkeit. Er war nicht auf die Dinge der Menschen aus. In Jes 53-2 steht: ‚Er hatte keine Gestalt und keine Pracht.’
Die Propheten sagten solche schönen und wahren Dinge, und das akzeptierte der Fürst, der in der Luft herrscht, nicht. Denken wir an Noach, Mose, Abraham, die alle Prophet genannt werden, Jesaja, Jeremia, Debora, Hanna, alle haben sie auf den einen Lehrer der Gerechtigkeit hingedeutet, und zwar auf den Sohn Davids, nein, nicht auf Salomo, sondern auf DEN Sohn Davids, auf Jesus. Jemand, der besser ist als sie. Und das Rührende Jesu Christi finde ich immer wieder, dass er aus einem Schüler zum Lehrer wird. Die besten Lehrer, das habe ich mein Leben lang behalten, bleiben immer Schüler, sonst bist du ein schlechter Lehrer, denn die wissen immer alles besser..........
In 1 Petr 1-10, 11 wird über Seligkeit gesprochen. Wisst ihr, was damit gemeint ist? Dann ist man unsagbar glücklich. Vers 10:
‚Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die auf euch kommen sollte,..............’
Sie haben also nicht nur von Jesus geweissagt, sondern auch von „uns“. Und wer ist mit „uns“ gemeint? Das sind diejenigen, die an ihn glauben.
..........., und haben geforscht, worauf oder auf was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.’
Denken wir noch mal was länger darüber nach: Also der Geist des Jesu Christi hat von dem Christus geweissagt. ? Jesus war der Christus. Christus heißt ‚Gesalbter’; und wir sind in ihm Gesalbte. Und er war der Erste, der Höchste, weil er der Kleinste war. Und er sagt: „Diesem Vorbild kann man folgen, denn ich bin auch ein Mensch. Ich bin ein Mensch und ich bin so geworden, sonst könnte man mir nicht folgen und wäre es unmöglich.“
Es wird auch gesprochen von Leiden und Verfolgung. Hat Noach viel ertragen müssen?
Bestimmt!........ Jesus war der Christus, und wenn man ihm folgt, wird man also Leiden und Verfolgung ausgesetzt.
Aber die Propheten des Alten Bundes weissagten unvollkommen. Paulus sagt das auch in 1 Kor 13-9:
‚Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden.’
Unvollkommen also.
Wenn du also durch die alttestamentarischen Weissagungen deinen Weg suchen willst: Was bezieht sich nun auf uns und was nicht? Das ist in unserer Gemeinde doch auch der Fall, dass unser Prophezeien unvollkommen ist? Da schleicht sich wohl mal etwas ein, es ist wohl mal ein wenig vermischt. Je mehr wir jedoch im Geiste sind, desto klarer die Weissagungen. Es hängt nämlich von unserem Niveau ab. Und dann erst wird man von diesen erneuernden Erkenntnissen aus die Schönheit des Alten Testaments entdecken.
Jeder Schriftgelehrte, der zu Gott kommt, holt Altes und Neues hervor. Das sagt der Herr treffend in Mt 13-52:
„Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“
Neues und Altes. Zuerst Neues, durch den Heiligen Geist, und dann aus den alten Weissagungen. Daraus kann man solche prächtigen Gedanken hervorholen! Wunderschön, und es ist der Geist, der dir diese Dinge erzählt. Dir ist Einsicht in Gottes Worte gegeben worden, du tastest Gottes Tiefen ab.
So sagt Hiob in Hiob 7-1:
‚Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?’
Jeder Mensch hat hier auf Erden seinen eigenen Kampf. Aber Hiob entwickelt sich und schließlich sagt er: „Ich bitte um Verzeihung, lieber Gott, ich hatte dich nicht verstanden, ich bin dumm gewesen.“ Während seines Lebens veränderte sich also seine Erkenntnis.
Das galt für Abraham, für Mose, und alle kamen sie auf den Weg der Veränderung, allmählich.
Jesus lehrte die Jünger geistliches Denken, denn dazu waren sie nicht imstande, wirklich nicht. „Ihr versteht überhaupt nichts davon“, sagte Jesus wohl mal. Oder: „Ihr versteht es noch nicht, aber später schon.“
Jesus war ein sehr guter Lehrer, der beste, und er wusste, wenn sie es jetzt noch nicht verstehen, die Zeit kommt, wo sie wohl dazu in der Lage sind. Auch sagte er:
„ Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. (Joh 8-31,32)
Also die Wahrheit macht frei. Wovon? Zunächst schon von den falschen Vorstellungen, die ihr euch von Gott gemacht habt. Ihr erkennt ihn noch immer nicht, wie er in Wirklichkeit ist. Ich kenne ihn. Und deshalb erzähle ich es euch immer wieder, diese Wahrheit, und sie befreit euch von falschen Gottesvorstellungen. Sie macht euch frei in eurem Denken über Gott. Sie macht euch auch die Wahrheit über euch selbst bekannt (und darüber freue ich mich sehr). Wer bin ich eigentlich? Kennst du diese Frage? Es ist die Frage dieser Zeit. Wer bin ich? Und dann kann man sich ewig mit Selbstbetrachtung beschäftigen, sich endlos mit sich selbst beschäftigen, aber sieh dir doch den Vater an, dann wirst du frei von allerhand merkwürdigen Vorstellungen über dich selbst. Und dann erst sieht man, wer man wirklich ist.
Wir werden ihn sehen, wie er ist, aber das kommt dadurch, weil er dich sieht, wie du bist. Und das ist ein tiefes Geheimnis. Das ist schön, dann wird man getröstet, man bekommt Ruhe. Die Lügen werden entlarvt. So steht in diesem Zusammenhang in Jesaja 25-7,8:
‚Auch wird er auf diesem Berge die Schleierhülle wegnehmen, die alle Völker verhüllt, und die Decke, womit alle Nationen bedeckt sind.’
Die Schleierhülle, die alle Nationen verhüllt, die Decke, die alle Nationen bedeckt, bezieht sich nicht nur auf den Tod, sondern auch auf jene nebelhaften Schleier, die ein klares Denken über Gott, dich selbst, über den Mitmenschen verhindern.
Und kennst du jenes scheußliche Dogma, das in vielen Kirchen und Kreisen gelehrt wird, dass zunächst das eigene ‚Ich’ völlig zerstört werden muss, damit danach erst Gott zur Geltung kommt? Das ist eine scheußliche Lüge! Schaut mal, hier habe ich eine Blumenzwiebel in der Hand. Nehmen wir mal an, dass du sagst: „Ich muss sie zuerst zerstören.“ Ein Kind wird dir sagen, dass daraus dann nichts mehr werden kann. Diese Zwiebel hat keine Gestalt und keine Pracht und wird erst gesetzt werden müssen, denn wenn sie bleibt, wie sie ist, wird nie etwas zum Vorschein kommen. Jesus ist für mich gestorben und ich ‚bin mit ihm zusammengewachsen zur Ähnlichkeit seines Todes und werde es so auch zu der seiner Auferstehung sein’ sagt Paulus in Röm 6-5. Und dann kommt das wirkliche Leben zum Vorschein. DAS ist die Auferstehung! Du wirst, wer du bist.
Will ich mich setzen lassen, will ich mich im Tode Jesu Christi untertauchen lassen, sodass ich an seinem Leben teilhabe?
Du gehst von selbst auf! Du wirst dich nicht satt sehen können, wenn du siehst, was alles zum Vorschein kommt.
Gott sagte zu Noach: „Die Welt geht zugrunde. Baue ein Rettungsboot. Die Schöpfung geht zugrunde.“
„Mose, baue eine Lade mit einem Zelt darum herum. Ich zeige dir, wie das alles aussehen muss.“
„Salomon, baue einen Tempel.“
„Abraham, was siehst du?“ Er sagt: „Ich sehe eine wunderbare, himmlische Stadt.“
Ja, einmal wird es Wirklichkeit, Abraham, Noach!
Jesus hat sie alle drei gebaut. Eine Arche der Rettung, das ist seine Gemeinde. Er hat die Versöhnung zustande gebracht, denken wir an den Gnadenthron der Lade. Und er ist der erste Stein des Tempels, der Beginn der neuen Stadt. All diese Dinge sind in Jesus vereinigt. Alle Propheten haben einen Teil der Wirklichkeit gesehen und in Jesus kommt die ganze Wahrheit zum Vorschein. Eigentlich ist er der Beginn der Schöpfung Gottes. Jesus war alles im Prinzip, der Prinzip Gottes ist in ihm, das Haupt von allem. Noach sieht einen Regenbogen auf Erden. Diese Geschichte erzählst du den Kindern. Viele Menschen denken jedoch, wenn sie einen Regenbogen sehen, an Noach und an die Sintflut. Das ist schade, denn der unsichtbare Regenbogen, von dem in Offenbarung vier und zehn gesprochen wird, das ist unsere Ausstrahlung. Dieser Regenbogen um den Thron Gottes und des Lammes, ja, sogar um die Engel des Herrn herum. Was ist deine Ausstrahlung? Das ist dieser Regenbogen, in den Wolken, das steht in Genesis. Und wir verlagern ihn zu den himmlischen Wolken, den Gerechten aller Zeiten. Und dieser Bund, er gilt für jeden Menschen.
Ich sprach von Leiden. Mit wem bekommst du es zu tun, wenn du sagst, dass Gott ausschließlich gut ist und dem die Herrlichkeit ist. Wer wird dann dein Gegner, dein Feind? Ja, das ist der religiöse, der fromme Mensch. Der Mensch, der sagt: Ich glaube an Gott, an Jesus und den Heiligen Geist. Aber das ist ein anderer Gott, ein anderer Jesus, ein anderer Heiliger Geist.
So sagt Paulus in 2 Kor 11-4:
Ihr nehmt es offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündigt haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt.’
Mit einem solchen Menschen bekommst du zu tun.
Weißt du, wie Herr Jesus diese Menschen vom Anfang der Schöpfung an, von Kain und Abel an, nennt? Weißt du, wie er sie in einem Wort zusammenfasst? Er nennt sie ‚diese Generation. So nennt er sie regelmäßig.
Lesen wir in diesem Zusammenhang Mt 23-29 bis 37:
‚Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder geworden seid. Macht nur das Maß euer Väter voll!“
Ihr betragt euch also sehr scheinheilig und heuchlerisch, wenn wir damals gelebt hätten, wir wären nicht so schlecht gewesen, wir hätten Jeremia nicht ermordet. Das ist aber heuchlerisch!
‚Ich sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch; ihr aber werdet einige von ihnen töten, ja sogar kreuzigen, andere in euren Synagogen auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen. So wird all das unschuldige Blut über euch kommen, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, Barachias’ Sohn, den ihr im Vorhof zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt. Amen, das sage ich euch: Das alles wird über diese Generation kommen“.
Und all diese Dinge, sagt er, werden über diese Generation kommen.
Wer hat die unschuldigen Propheten ermordet? Wer hat Jesus getötet? Und wer Paulus, Petrus und Johannes. Und aus welchem Grund. Wer hat die Hugenotten verfolgt? Wer hat die Inquisition eingesetzt? Wer hat die Katharer verfolgt? Und wer tötet die kommenden Zeugen? Das alles wird sehr deutlich in Offenbarung beschrieben. Was für Menschen sind das? Was für eine Generation ist das? Und alle diese Gerechten, von Abel bis in die Zukunft, haben ausgeharrt. Sie haben bei ihrer Botschaft keine Zugeständnisse gemacht. In Schwachheit haben sie seine Kraft empfangen . Wie oft haben sie, wie Noach, der Prediger der Gerechtigkeit, allein gestanden, sie haben jedoch ausgeharrt, weil Gott sie festhielt. In Schwachheit haben sie seine Kraft empfangen oder wie es in Hebr 11-34 steht:
‚.......... sie sind scharfen Schwertern entgangen; sie sind stark geworden, als sie schwach waren; sie sind im Krieg zu Helden geworden und haben feindliche Heere in die Flucht geschlagen.’
„Und wenn dies alles mal der Vergangenheit angehört,“ sagt Jesus, „werdet ihr leuchten wie die Sonne im eures Vaters Reich.“ Ja, das ist die Herrlichkeit, die ihnen bevorsteht.
 
Amen
 
Vater, wir beten, dass wir den Glauben bewahren. Deinen Glauben an die Schöpfung, deinen Glauben an die Menschen, dass wir auch daran festhalten. Dass wir immerfort glauben, dass du an uns glaubst. Dass wir nicht mehr falsch denken werden, nie mehr, in dem Sinne, dass wir dein kostbares Evangelium nicht vergewaltigen, dass wir es rein bewahren. Manchmal kann dasjenige, was uns noch bevorsteht, das Herz bedrängen. Du lehrst uns jedoch, darüber hinaus zu schauen, dass wir dadurch hindurchblicken und so nicht umkommen und uns aufrecht erhalten können.
Wir danken dir, Vater, dass wir von deiner Gnade und Güte abhängig sind. Wir danken dir für dein kostbares Evangelium.
Dein Geist der Liebe, der Sanftmut und Treue tröste uns und stehe uns bei.
 
Amen