Friday, April 19, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Gottes Wort in der Bibel
Eine Predigt von Duurt Sikkens
 
 
 
Liebe Brüder und Schwestern, ich wünsche euch einen schönen guten Morgen.
Zunächst bitte ich euch, liebe VOX-Hörer, euch diese Predigt mehr als einmal anzuhören, denn darin wird ziemlich viel gesagt.
Heute Morgen will ich mit euch versuchen, anhand einer Aussage des Paulus in 1 Thess 5 19 einige Sachen mal zu betrachten. Dort steht:
‚Löscht den Geist nicht aus!
Verachtet prophetisches Reden nicht!
Prüft alles, und behaltet das Gute!’
Ich möchte mit euch also das Prüfen von prophetischem Reden behandeln.
Man könnte dann die Frage stellen: Woran prüft man es dann?
Eine Bemerkung des Petrus in seinem zweiten Brief, Kapitel 1 19 ist in diesem Zusammenhang aufschlussreich. Er sagt da:
‚Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.’
Dies müsst ihr vor allem wissen: Keine Prophezeiung der Schrift lässt eine eigenmächtige Auslegung zu!
Das ist deutlich, nicht wahr? Kennt ihr die Erscheinung, dass man sagt oder besser denkt: Ich lenke eine Prophezeiung des Jesaja ein wenig in die von mir gewünschte Richtung, zum Beispiel in Richtung eines natürlichen Volkes  Israel.
Petrus sagt jedoch: „Keine eigenmächtige Auslegung!“ „Denn, sagt er in 2 Petr 1 21, niemals wurde eine Prophezeiung ausgesprochen, weil ein Mensch es wollte, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Auftrag Gottes geredet.“
Das Buch, das sich in euren Händen befindet, nennen wir die Bibel, die Heilige Schrift, Gottes Wort oder das Buch der Bücher.
Das Wort Bibel stammt vom Wort ‚biblia’ und heißt nur: Bücher und Schriften. Es ist ein Sammenbegriff, eine Mehrzahl, denn dies ist nicht ein Roman, sondern eine ganze Sammlung von dem, was wir das Alte und Neue Testament nennen. Es ist eine Bezeichnung des Paulus, ich finde sie jedoch nicht so glücklich gewählt. Ich bevorzuge den Alten und Neuen Bund.
Es geht immer um die Beziehung zwischen Gott und Menschen. Im ersten Teil handelt es sich hauptsächlich um eine Sammlung jüdischer Schriften. Die Jünger hatten auch nicht die Verfügung über andere Schriften. Der zweite Teil, über den Neuen Bund, den Jesus geschlossen hat, sind die Evangelien, die Briefe und das merkwürdige Buch die Offenbarung.
Die Sprachen, in denen der alte Teil verfasst wurde, sind hauptsächlich das Hebräische und Aramäische. Der neue Teil wurde in der griechischen Sprache, die Verkehrssprache der damaligen Zeit, verfasst. In diesem Zusammenhang kann man es mit der englischen Sprache der heutigen Zeit vergleichen. Und selbstverständlich gibt es eine Unmenge an Handschriften und Übersetzungen. Das größte Problem von Übersetzungen ist, dass sie sich nahezu alle ein wenig voneinander unterscheiden, weil der Urtext manchmal schwer zu ergründen ist. Daneben gibt es auch noch eine ganze Masse Bearbeitungen.
Aber wie ist es nun zu dieser großen Anzahl von Büchern gekommen?
Kennt ihr das Wort 'kanonisch'? Dieses Wort stammt vom Wort 'Kanon'. Und Kanon heißt Rohr, Bambusrohr, Rohrstab. Das englische Wort für einen Spazierstock heißt: 'cane'. Darin steckt das Wort Kanon noch. Ein Rohrstab wurde früher als Maßstab, als Stab zum Messen, gebraucht. Zum Beispiel um zu kontrollieren, ob eine Wand genau senkrecht war. In übertragener Bedeutung, ob jemand rechtgläubig war. In späteren Zeiten benutzte man eine Richtschnur mit einem Senklot. Diese Wörter benutzen wir nun als Norm. Was ist normal? Welche Norm ist unsere Richtschnur? Was die Schriften des Alten Bundes anbelangt, spricht Jesus oft über die Psalmen, die Propheten und über die Aussprüche des Mose. Er sagt: Das sind die wichtigsten. Wir können all diese Geschichten in den Büchern der Könige und der Chronik lesen. Es handelt sich hier vor allem um dasjenige, was Mose gesagt hat, und die Psalmen, die Propheten, die großen und die kleinen.
Nun jedoch das sogenannte Neue Testament. Das besteht hauptsächlich aus Evangelien und Briefen. Und die sind alle nach Christus verfasst worden. Es wäre Paulus nie eingefallen, dass seine pastoralen Briefe einmal gebündelt werden würden. Das über seine Briefe enorme Abhandlungen verfasst werden würden. Wenn du einen Brief an einen anderen oder an eine ausländische Gemeinde schickst, glaubst du dann, dass dieser Brief ein Teil der Bibel werden wird? Und dass darüber vielerlei theologische Kommentare verfasst werden würden?
Und, wer hat nun bestimmt, welche Bücher und Briefe richtig sind? Wie weiß man nun so was? Die Bibel wurde erst einige Hunderte von Jahren nach Christus zusammengesetzt. Von wem? Von Kaisern, Päpsten und Konzilen. Sie haben das bestimmt, dass ist der Kanon, und so erhielten wir die kanonischen Bücher. Und die Bücher, woran man zweifelte, werden apokryph genannt.
Luther hat gesagt: „Man kann sie ruhig hinzufügen, es ist nichts Böses dabei, lies sie mal.“ Die römisch-katholische Kirche sagte jedoch: „Wir bestimmen das.“ Nach Christus waren alle jedenfalls bis zum 31. Oktober 1517 erst römisch-katholisch. Anfangs, als man die Schriften zum ersten Mal sammelte, war der 2. Petrusbrief, aus dem ich soeben eine Passage vorlas, kein Bestandteil der Bibel. Auch waren der dritte Brief und die Offenbarung des Johannes noch nicht in den Kanon aufgenommen worden. Vor allem die Offenbarung des Johannes, denn das war eine solche phantastische Geschichte, ein wenig Sciencefiction oder besser gesagt: ‚religiöse Fiktion’. Später wurden diese Bücher schon hinzugefügt. Oder nehmen wir das Evangelium des Johannes. Davon gab es Dutzende von Handschriften. Für welche hat man sich dann zu entscheiden? Welche ist die wirkliche? Außerdem waren sogar auch falsche Briefe im Umlauf. Auch waren diese von einem gewissen „Paulus“ unterschrieben worden. Jemand hatte dann die Unterschrift gefälscht, weil er davon ausging, dass dadurch das Verfasste eine größere Überzeugungskraft bekommen würde.
So gibt es auch noch einen dritten Korintherbrief. Diesen gibt es, er ist jedoch verloren gegangen. Keiner weiß, wo sich dieser befindet. Dieser Brief wird von Paulus in einem seiner Briefe erwähnt. Auch gibt es noch einen Brief an die Gemeinde in Laodizea, der ebenfalls verloren gegangen ist. Schade. Es ist jedoch ausreichend Literatur über die Entstehung der Bibel vorhanden. Sehr interessant!
Manchmal werden unseren Augen in Bezug auf bestimmte Sachen geöffnet. Dann sagt man nicht mehr: „Die ganze Bibel ist ohne Ausnahmen inspiriert.“ Denn das stimmt nicht. Ich will versuchen, dass zu erklären. Ist dieses eine Buch nun das Wort Gottes? Ist die Bibel unfehlbar?
Die vollständige Bibel, ohne Ausnahmen? Darüber wurde jahrhundertelang heftig gestritten und noch leiden viele unter den Folgen. Wenn der Papst „ex cathedra“ sprach, dann war jedes Wort unfehlbar. Dies hat durch die ganze Kirchengeschichte hindurch gegolten. Und dazu kam auch noch die Tradition. Aus diesem Grund legt die römisch-katholische Kirche denn auch großen Wert auf Traditionen. Dann bekommt man den Ausspruch, dass dies ein heiliges Buch sei. „Nun,“ sagen die anderen Weltreligionen, „das können wir auch." So kennen die Moslems den Koran als heiliges Buch. Die Hindus haben den Weda, heilige Schriften. Die Mormonen haben das Buch Mormon, neulich wieder in einer neuen Übersetzung erschienen, das ganz speziell von einem Engel, der Mormon heißt, empfohlen wird.
So hat jeder seine heiligen Bücher. Und nun unsere Bibel: Wurde jeder Buchstabe von Gottes Geist inspiriert?  Das ist eine gefährliche Aussage. Denn was macht man dann mit den Fehlern in der Bibel? Ja, bestimmt, in der Bibel befinden sich Fehler. Die wurden alle mal ausfindig gemacht.
Und nun behaupte ich Nachfolgendes: Wenn man eine Religion auf ein Buch stützt, dann bekommt man Krieg.
Woraus sind alle christlichen Kriege hervorgegangen? Aus einer bestimmten Auffassung und Interpretation. Alle Streitigkeiten, die Hunderte von Kirchenspaltungen? Die Niederlande sind in diesem Zusammenhang in der Welt berüchtigt. Auch in evangelikalen Kreisen. Wenn man sich nur auf ein Buch stützt, dann bekommt man eine große Menge an Interpretationen, Schismen, sogenannten heiligen Kriegen, und jeder hat seine eigene Wahrheit. Die Liebe ist jedoch in der Hitze des Gefechts verloren gegangen.
 
Ein unverkennbarer, nachweislicher Fehler ist Nachfolgender. Wer inspirierte David, um eine Volkszählung zu organisieren? In 2 Sam 24 1 steht:
‚Der Zorn des Herrn entbrannte noch einmal gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk auf und sagte: Geh, zähl Israel und Judea!!'
In 1 Chronik 21 1 steht jedoch:
‚Der Satan trat gegen Israel auf und reizte David, Israel zu zählen.'
Nun, wer inspirierte David?
Ach, in der Bibel steht soviel, was nicht stimmt, aber das braucht nicht immer ein Problem zu sein. Wenn man die Evangelien nebeneinander legt, dann erkennt man, dass in der Chronologie vieles nicht stimmt. Wenn wir mal ein Fest oder eine Kata­strophe miterleben, dann bekommt man nachher doch allerhand andere Geschichten. Jeder beschreibt es dann auf seine eigene Art und Weise. Und das finde ich nun gerade schön. Gesetzt mal den Fall, dass wir alle dieselbe Geschichte erzählen würden. Das ist nahezu unmöglich. Jeder hat so seine eigene Geschichte.
Es gibt viele, die das Argument benutzen: "Ja, aber in der Bibel steht....." Ein Moslem sagt jedoch: "Im Koran steht." Und ein Hindu kann sagen: "Im Weda steht." Die alten Ägypter konnten sagen: "Im Totenbuch" oder "Im Lebensbuch" steht." In diesen Büchern steht so viel. Jesus kannte diese Auseinandersetzungen auch und benutzt diese ziemlich oft Bibelkennern gegenüber. Er geht einmal soweit, dass er den Schriftgelehrten sagt: "Ihr kennt die Schrift nicht!"
Ist das eine Beleidigung oder nicht?
Jesus meint jedoch mit diesem „Kennen“ etwas anderes. Ich will es folgendermaßen sagen: „Wer den Vater durch den Geist wirklich kennt, versteht den Grundsatz der richtigen Interpretation.
Man geht immer nur von den Aussagen anderer aus. Das nennen wir dann Bibeltexte. Die Juden sagten zum Herrn: "Mose hat gesagt...." Und Jesus blickt sie an und sagt: "Ja, das stimmt, auch ICH sage euch..."
Wie findet ihr das? Was Mose sagt , war schon gut, das waren schöne Worte, gute Worte. Aber dann sagt Jesus: „Ich jedoch habe etwas Besseres.“
Wenn man den Hebräerbrief richtig liest, dann steht darin 10x das Wort "besser". Jesus, der Vermittler des besseren Bundes, eines besseren Besitzes, eines besseren Vaterlandes, alles viel besser. Der alte Bund war schon gut, aber der Herr hatte etwas Besseres. So hatte Mose z.B. gesagt: (Deuterononium 19 21 gesagt: ‚Und du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand , Fuß für Fuß.’ Wenn du mich schlägst, ich schlage zurück. Dann ist das Gleichgewicht wiederhergestellt.
Und Jesus sagt: Es ist mein Wunsch, dass du den Feind, der dich geschlagen hat, liebst. Das ist höherer Ordnung. Und das steht in Mt 5: 44-45.
Was weißt du von Gott? Und dann noch etwas Wichtiges: Gottes Wort ist kein dickes Buch, das Wort Gottes ist eine PERSON! Am Ende des Buches Offenbarung, und zwar in Offb 19 13 steht, und das ist ein solcher phantastischer Ausdruck: ‚Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt «Das Wort Gottes». Jesus ist das Wort Gottes. Dass, wenn Gott ihn sieht, er zu seinen Engeln sagt: "Schau mal: Mein Wort, das ist er." Ein lebendiger Mensch, hört auf ihn.
Dies gilt auch für Begriffe wie „Wahrheit“ und „Licht“. Das sind keine Abstraktionen, denn Jesus sagt, dass er die Wahrheit und das Licht ist. Diese Worte sind in ihm Fleisch geworden. In Jesus ist alles Wirklichkeit geworden, alles, was er las, in den Psalmen und den Propheten, was Mose sagte. Da dachte er: Das bin ich!
Und wie lesen wir?
Lesen wir mal 1 Petr 1 10-12:
‚Nach diesem Heil haben die Propheten gesucht und geforscht, und sie haben über die Gnade geweissagt, die für euch bestimmt ist. Sie haben nachgeforscht, auf welche Zeit und welche Umstände der in ihnen wirkende Geist Christi hindeutete, der die Leiden Christi und die darauf folgende Herrlichkeit im Voraus bezeugte. Den Propheten wurde offenbart, dass sie damit nicht sich selbst, sondern euch dienten; und jetzt ist euch dies alles von denen verkündet worden, die euch in der Kraft des vom Himmel gesandten Heiligen Geistes das Evangelium gebracht haben. Das alles zu sehen ist sogar das Verlangen der Engel.'
Das sind wir, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist. Das sind wir, die wir an der Herrlichkeit Christi Anteil erhalten haben, wonach die Propheten gesucht und geforscht haben. Das ist schön! Das ist ein herrlicher Gedanke: Anteil an Gottes Gedankenwelt erhalten.
Und das ist nun das Reich Gottes. Man fängt an, ganz originell zu denken, vom Vater aus. Im Urtext steht für den Begriff 'bekehren' METANOIA, das u.a. 'eine innere Wandlung durchmachen' bedeutet. Es ist herrlich, das zu lernen und zusammen mit den Heiligen imstande zu sein, die Dimensionen von Gottes Liebe zu kennen. So steht in diesem Zusammenhang in Eph 3 18-19:
‚Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.’
 
Bei Todesanzeigen können wir oft Texte, Zitate oder Gedichte lesen, wie z.B. ‚Der Herr ist mein Hirt'. Ein herrlicher Ausspruch übrigens; er ist jedoch aus der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Gott und David hervorgekommen. Westliche Menschen würden das Bild ‚dein Stock und dein Stab' nicht schnell benutzen. Es ist ein typisch orientalischer Begriff.
Frage: Welche Bilder würdest du benutzen, wenn du fruchtbar im Geist zusammenarbeitest?
Denke mal darüber nach. Denn Texte sind Aussprüche, Früchte anderer.
Früchte selbst entwickeln jedoch, ist schön.
Zum Beispiel ein eigener Ausspruch über deiner eigenen Todesanzeige.
So sagt Petrus z.B. ‚Wer redet, so rede er mit den Worten, die Gott ihm gibt.’ Es sind jedoch deine Worte. Und das finde ich schön, dass Gott deine Beredsamkeit, deine Redegewandtheit völlig intakt lässt. Vergleiche die Propheten Jesaja und Amos mal miteinander. Jesaja hatte sehr viele Wörter zur Verfügung. Er war ein gebildeter Mensch. Amos sagte: "Ich bin jedoch nur ein Schafzüchter." Und das erkennt man auch an seiner Ausdrucksweise. Sie meinten jedoch beide dasselbe, das finde ich schön. Wenn Jesaja und Amos sich je im Himmel getroffen haben, dann reichen sie sich die Hand, denn beide haben dasselbe gemeint und gewollt. Schön, nicht wahr?  Und das ist es, dann erkennt man seinen Bruder oder seine Schwester.
 
Der Gott des Alten Bundes war kein anderer als der Gott des Neuen. Unmengen von Büchern wurden darüber geschrieben, dass der Gott des Alten Bundes viel grausamer ist, dass sich dieser Gott auch das Übel ausgedacht hat und dies dann vom Teufel durchführen lässt. So dachte auch der Verfasser des Bibelbuches Hiob. Sein Denken war jedoch noch nicht erneuert. Darüber lässt sich noch vieles erklären, denn Gott ist nicht, wie der Verfasser denkt. Aber das tue ich ein anderes Mal. Das wäre dann ein merkwürdiger Vater. Gott hat sich jedoch nicht geändert. Die Interpretation war jedoch eine völlig andere. Sehr viele Eigenschaften des Teufels werden dem Vater zugeschrieben. Es befanden sich jedoch so viele Götter vor dem Herrn, dass du ihn nicht mehr erkennen konntest. Sogar Mose litt manchmal daran. So denke ich an die Rachepsalmen, Fluchpsalmen, an die blutigen Kriege, die im Namen Gottes geführt wurden….
Ja, wie der Krieg im Irak vor einigen Jahren.
Und Samuel hat viele Menschen im Namen Gottes enthauptet. Besiegten Königen wurden die Daumen abgehackt. Blutige Geschichten.
Und dann ist es sehr schwierig, um darin Gottes Finger und Gottes Hand zu erkennen!
Könnte man einen solchen Gott lieben? Nein, einen solchen Gott verehrt man vor Angst. Einem solchen Gott opfert man auch alles Mögliche. Einen solchen Gott könnte man auch fragen: "Wie soll ich leben?" Denn, gesetzt mal den Fall, dass du es falsch machst, dann erhältst du Schläge oder du wirst krank. Und Gott würde damit etwas beabsichtigen. In diesem Zusammenhang ist es sehr sinnvoll, um zusammen etwa Jeremia 7 21-28 zu lesen.
‚So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Häuft nur Brandopfer auf Schlachtopfer, und esst Opferfleisch!
Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten herausführte, nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft. Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle, damit es euch gut geht. Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht. Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter. Auch wenn du ihnen all diese Worte sagst, werden sie nicht hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden.’
In Vers 23 steht: ‚’ Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.’
Wer von uns hört auf seine Stimme? Es gibt nämlich so viele Stimmen….!
Wenn von Gewalt, tätlicher oder mündlicher, in welcher Form auch immer die Rede ist, ist das nicht aus Gott, unserem Vater. So hat er sich etwa die Sintflut nicht ausgedacht. Wollt ihr einen Beweis davon? Lesen wir zusammen mal Lukas 9 51-56:
‚Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaristisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfällt und sie vernichtet, wie auch Elia getan hat? Da wandte er sich um und sagte: Wisst ihr nicht, welches Geistes ihr seid? Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erretten. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.’
Sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt? Wie bei Elia.
Jesus schaut sie an und sagt: Ihr versteht auch nichts davon. Da steht sogar geschrieben, dass er sie zurechtwies: Ihr wisst nicht, welches Geistes ihr seid, denn ihr habt noch immer ein falsches Gottesbild. Über das Denken des Johannes und Jakobus lag noch immer eine Hülle. Und in Christus wird diese Hülle entfernt. Sobald du an den Christus glaubst und mit seinem Geist erfüllt wirst, wird diese Hülle entfernt. Was steht z.B. in Lukas 24 45?
‚Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.’
Dann erst versteht man die tiefere Bedeutung der Psalmen, der Propheten, des Mose und nicht eher. Wenn man einen schwierigen Sohn hat, sagt Mose in dessen Gesetzen, ab Deut 21 18, dann darf man ihn steinigen. Und wer darf das dann tun? Und wer mal fluchte, wurde auch gesteinigt. Ich nenne hier nur einige Beispiele. Und troz­dem lehrt Jesus uns zu lieben und er lehrt uns die Erneuerung des Denkens.
Jesus ist auch des Öfteren mit Steinigung bedroht worden. Und wie reagierte der Herr darauf? Er ging schnell davon und versteckte sich zwischen den Leuten. Man kann dann doch bestimmt nicht von einem Helden sprechen, oder?
Und eine solche Haltung rührt mich tief. Paulus wurde auch mit Steinen beworfen. Stephanus hat man zum Tode gesteinigt. Deswegen empfand Jesus einen solchen Widerstand, weil er von einem völlig anderen Gottesbild aus sprach und handelte. Von daher, dass er zum Eckstein wurde, denn was soll man nun mit einem Mann aus Nazareth anfangen? Ein Eckstein? Er wurde verworfen! Wenn du also selbst immer mehr dem Vater im Himmel gleichen wirst, dann wirst du auch so etwas sein. Das ist was zum Nachdenken!
 
Über den Erhalt des Heiligen Geistes ist auch schon viel phantasiert worden. Empfangen ist eine Konzeption, es ist Befruchtung, ein Empfängnis. Man bekommt einen kleinen Lebensbeginn von Gott in sich, und da fängt Gottes Leben an. Es ist eine Konzeption, ein Empfängnis. Und den Heiligen Geist bekommt man nicht, um die eigenen Ideale zu realisieren, sondern um Gottes Ideal zu verwirklichen. Ja, und der Geist ist die Bescheidenheit in Person, die Unauffälligkeit selbst. Und verwende die Aussagen Gottes in der Bibel einfach nur als Bezugsrahmen. Und DAS ist prüfen! Und so bekommt man eine Wechselwirkung. Deswegen sind Gespräche so wichtig, und kann man Prophezeiungen und Visionen nach deren Wahrheit bewerten, denn die Verwirrung auf diesem Gebiet ist groß.
Nehmen wir als Beispiel Jer 23 25 -33:
‚Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: Einen Traum habe ich gehabt, einen Traum. Wie lange noch? Haben sie denn wirklich etwas in sich, die Propheten, die Lügen weissagen und selbsterdachten Betrug? Durch ihre Träume, die sie einander erzählen, möchten sie meinen Namen in Vergessenheit bringen bei meinem Volk, wie ihre Väter meinen Namen wegen des Baal vergessen haben. Der Prophet, der einen Traum hat, erzählt nur einen Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündet wahrhaftig mein Wort. Was hat das Stroh mit dem Korn zu tun? - Spruch des Herrn . Ist nicht mein Wort wie Feuer - Spruch des Herrn - und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? Darum gehe ich nun gegen die Propheten vor - Spruch des Herrn -, die einander meine Worte stehlen. Nun gehe ich gegen die Propheten vor - Spruch des Herrn -, die ihre  Zunge gebrauchen, um Sprüche zu machen. Ja, nun gehe ich gegen die Propheten mit ihren erlogenen Träumen vor – Spruch des Herrn; sie erzählen die Träume und verführen mein Volk durch ihre Lügen und ihr freches Geschwätz. Ich aber habe sie weder gesandt noch beauftragt, und sie sind diesem Volk ganz unnütz – Spruch des Herrn.“
Und sogar die Prophezeiungen des Jesaja. Oh, sie sind oft sehr schön, dazwischen gibt es jedoch auch welche, die einem seltsam vorkommen. So steht in Jes 54 16b:
‚Ich habe auch den, der vernichtet, erschaffen, damit er zerstört.’
Ziehst du Gottes Wort in Zweifel? Nein, aber ich ziehe in Zweifel, was Jesaja manchmal daraus gemacht hat.
Versteht ihr, was ich meine? Zu 99 % ist das, was man prophezeit hat, so lauter. Und heutzutage gibt es Zeitschriften voller Prophezeiungen mit Visionen über Europa, Afrika und Asien und über ganz spezielle Pläne Gottes. Ganz unheimlich. Und das betone ich immer wieder: Prüft alles! Auch die Predigten, denn ihr lasst mich doch nicht fallen, wenn ich etwas falsch sehe? Das würde ich schlimm finden!
Jesus spricht vor allem über die Psalmen, über Mose und über die Propheten.
Er sagt: „Darin findet ihr alles.“
Und was ist immer wieder das Thema? Er sagt dann: "Sie handeln über mich." Das zeugt von Mut, nicht wahr?
Über Christus und uns. "Ja,“ sagt dann jemand, „ich habe aber im Herzen…“
Dann frage ich: Wer hat das ins Herz gelegt: DAS möchte ich wissen.
Also prüfen, immer wieder prüfen. Wenn man also hört oder liest, muss man wissen, wie man liest, wie man hört, mit was für Ohren. Und dann geht man selektiv vor, wir sind eigentlich immer dabei zu selektieren: Das ist essbar und das ist nicht essbar. Denn man bekommt heutzutage einiges aufgetischt!
Mal fragt ein Schriftgelehrter Jesus, was er tun kann, damit er ewiges Leben erhält. Die Antwort von Jesus lautet: "Wie liest du?" (Luk 10 26)
WIE liest du? Das ist DIE entscheidende Frage bei jeder Bemerkung. Ja, selektiv sein, denn sonst werden die Prophezeiungen eigenmächtig ausgefüllt und gedeutet. Und wie viele Prophezeiungen werden heutzutage nicht in Richtung eines sichtbaren Volkes Israel verschoben? Als ob Gott mit diesem kleinen Volk noch einen bestimmten Plan hat! Ach, er liebt die Palästinenser genauso viel wie die Israeli. Er liebt alle Völker, das ist doch schön, nicht wahr?
 
Wozu sind wir berufen? Denn alles ist noch nicht erfüllt. Jesus gibt in Johannes 14 26 eine sehr trostvolle Bemerkung: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
Also, wie lautet unsere Aufgabe? Hört gut aufeinander, sodass nicht einer sagen kann, wie es geht, sondern man hört einfach aufeinander. Man hört auf das, was der Geist zur Gemeinde sagt. Dann denke ich mal: „Also gut, aber WIE sagt er dann, was der Geist IN der Gemeinde sagt.“ Und DAS ist es. Und haben wir dafür das richtigen Gehör?
„Denn der wird euch an alles erinnern, was ich gesagt habe,“sagt er. „Ich habe alles vom Vater erhalten. Er hat mir alles gegeben, mir konnte er alles geben, und wenn ihr demnächst den Geist erhalten habt, dann wird dieser Geist 'von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden’. So eins sind wir dann.“
An alles erinnern, was ich gesagt habe. Und was ist das alles? Das sind die Gedanken Gottes vom Anfang an. Wie weit kann man zurückgehen? Zum allerersten Anfang. Zu den ersten Gedanken Gottes, losgelöst von Zeit und Raum. Wohin gerät man dann? Man gelangt dann an das Wort Gottes.
Denn im Anfang war das Wort. Wenn ich mich nun im Geist damit verbinden kann, dann mache ich mir über die Zeit niemals Sorgen mehr und auch nicht über die Zukunft, denn ich bin mit dem allerersten Anfang verbunden. Mit dem Ewigen. Übrigens, der Herr sagt auch noch: „Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.“ Daher meine Frage: Haben wir die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden? Sind wir in der Lage, die Äußerungen des Geistes zu unterscheiden?
„Nun,“ sagt der Herr, „macht euch keine Sorgen, meine Schafe hören es schon, die haben das richtige Gehör, sie hören meine Stimme."
Wisst ihr, wer die Bibel ausgezeichnet zitieren kann? Der Teufel selbst. Aber ihr hört auch, ob ich hier etwas im eigenen Namen sage oder nicht.
Das Wort „lesen“ bedeutet eigentlich „sammeln“, sich Schätze sammeln“. Denn hinter diesen Buchstaben steckt eine Gedankenwelt. Entdeckt diese Welt!
Das griechische Wort für „lesen“ ist „anaginóskoo“. Es bedeutet „erinnern“, „erkennen“. Also, wenn du z. B. einen Passus aus Jesaja nimmst und sagst: „Ja, das erkenne ich, ich kann mich daran erinnern.“ Ja, und woher erkenne ich es? Das ist ein wunderbarer Prozess im Geiste. So kann man etwas lesen und sagen: "Ach ja, das rührt auch vom Geiste her, es handelt sich über den Christus, ich erkenne es." Wortwörtlich heißt es: Ich bin mir dessen wieder bewusst. DAS ist lesen! Nun steht in 2 Tim 3 16:
            ‚Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur
            Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.’

Warum steht da nun nicht nur: 'Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Erziehung in der Gerechtigkeit.
Warum diese ausführlichere Beschreibung? Weil nicht jede Schrift von Gott eingegeben wurde. Im Urtext steht: Jede von Gott behauchte Schrift ist nützlich zur Erziehung.
Wir müssen also erkennen, ob der Atem Gottes darüber weht, sonst bekommen wir abermals Diskussionen über Bibelauslegung.
Was von Gott „behaucht“ worden ist, erkennt man sofort. Man erkennt es auch in den Gebeten. Man hört es. Und was man nicht erkennt, gehört auf den Müllhaufen, ist nicht lebensfähig. Kurz zusammengefasst: die Bibel ist ein von Menschen verfasstes Buch über ihren Umgang mit Gott. In diesem Buch stehen sehr viele Worte Gottes, man erkennt, dass sie von Gott, unserem himmlischen Vater, stammen. Hören wir also aufmerksam auf dasjenige, was sein Geist in den Gemeinden sagt, und unterscheiden andere Worte und Stimmen gut davon.
 
Amen.
 
Lasst uns beten: Vater, lehre uns zu unterscheiden, was wichtig ist, und führe uns durch deinen Geist immer weiter in deine Gedankenwelt und in deine Liebe ein, denn du bist ausschließlich Liebe. Wir danken dir, dass wir uns dessen auch immer mehr bewusst werden, dass wir in deinem Sohn, in deinem Wort auch deine Worte vom Anfang an finden.
Denn deiner ist das Reich und diese Herrlichkeit.
 
Amen