Monday, June 24, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Gewalt hört da auf, wo die Liebe beginnt.
Jan Fluit
 
 
Liebe Geschwister!
 
Neulich erinnerte ich mich daran, daß früher im Zimmer, wo ich wohnte, ein Poster an der Wand hing, ein Bild von einer blühenden Rose, derer Stangel am unteren Ende in Stacheldraht endete. Die Rose war hellrot und darunter der Text: Gewalt hört da auf, wo die Liebe beginnt.
Als dieser Text wieder in meine Gedanken kam, dachte ich bei mir selbst: So, daß ist eine wunderbare Wahrheit. Gewalt hört da auf, wo die Liebe anfängt. Das Eine hebt das Andere auf.
 
Es gibt auch Leute, die sich von einem anderen Prinzip führen lassen: Gewalt beginnt da, wo die Liebe aufhört. Es können in unserem Leben Dinge passieren, die gefühlswidrig sind, und dermaßen unsere Hoffnung und Wünsche untergraben und die so negativ sind, daß wir nicht mehr imstande sind, zu lieben. Leider wird dadurch die Negativität zum Ausgangspunkt unseres Handelns.
 
Es wird über die Liebe in dieser Welt viel gesungen und geredet. Oder? Wieviele Schlager sind schon über dieses Thema gemacht worden? Und wenn ich richtig zuhöre, was der Ursprung dieser Liebe ist, dann hat es meistens ganz wenig mit Liebe zu tun. Ich liebe dich, weil du so schön bist, weil du intelligent bist, weil du viel Geld hast oder weil du mir helfen könntest, usw. Jene Liebe hakt sich an all das Schöne des Anderen an. Das ist Liebe, die dir geschenkt wird, wovon du genießen kannst, weil jemand anders sich so wunderbar um dich kümmert. An sich ist diese Liebe nicht falsch, du darfst das alles genießen. Jesus hat darüber einmal gesagt: Wenn du liebst, wer dich liebt, was bist du dann mehr als jemand anders? Es gibt also eine höhere Form der Liebe, und darüber möchte ich gerne mal zu euch reden.
 
Es gibt einen ganz schönen Kapitel über die Liebe, den wir alle kennen, vermute ich: 1. Kor. 13. Daraus möchte ich einige Texte zitieren, und fange mit dem 1.Vers an: "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts ". Ist es dann nicht wichtig, wenn man viel Erkenntnis hat und viel weiß? Ja! Es gibt auch einen Text in Hosea 4,6 wo steht, daß Gottes Volk umkommt aus Mangel an Erkenntnis. Es ist also nicht falsch, Erkenntnis zu haben, sondern wichtig ist, daß alles, was ich aus Gottes Mund höre und weitergebe, aus Liebe geschieht.
 
Es gibt ein Lied, das sagt: "Es gibt keinen wie Du", und das ist wahr. Was ich aber so herrlich finde ist, daß der Vater zu uns sagt: Ich finde es herrlich, euer Lobgesang zu hören, aber es ist meine Absicht, daß ihr seid wie Ich bin, wie mein Bild und Gleichnis. Ich sehne mich danach, daß ihr seid wie Ich bin, sogar, daß du da bist, wo Ich bin, daß ihr so voller Leben seid, daß ihr so voller Dankbarkeit und Lob seid, daß jemand anders dadurch gesegnet wird und spürt und erkennt: Ich habe mit einem Liebenden zu tun, mit jemand, der liebt, mit jemand, der durch die Mauer hindurch schaut, die ich vielleicht um mich herum gebaut habe, der mehr sieht, als die Außenseite meines Lebens, was ich tue und wer ich bin, auch mehr sieht als mein Erfolg oder mein Mißerfolg, der mich einfach nur liebt. Ein Mensch, der mich bespielsweise umarmt, vielleicht nicht konkret, weil das nicht mimmer sofort möglich ist .
 
Im 1.Kor.13,4 steht in einer anderen Bibelübersetzung: "Die Liebe hat einen langen Atem". Das finde ich auch schön, Liebe hat einen langen Atem, wird also nicht schnell müde, wird nicht müde, gutes zu tun.
Wie weit geht sie? Bist du imstande, 7 X 70 Mal zu vergeben? Dann hast du eine positive Gesinnung. Es ist wichtig, daß wir die Möglichkeiten, die das Opfer von Jesus Christus uns gebracht hat, benutzen. Das hat mich in letzter Zeit tief gerührt, als ich den Hebräerbrief las, wie dort beschrieben wird, was das Opfer Jesu Christi wirklich bedeutet. In Kapitel 10,5 steht: Schlachtopfer und Gaben hast du nicht gewollt. Wir lesen dann meistens einfach weiter aber man sollte sich mal die Zeit nehmen, zu überdenken, was das für jene Leute bedeutete. Es war fast ein Schlag ins Gesicht. Gesetzesgemäß brachten sie jedesmal Opfer und Gaben und dann kommt da einer, der sagt: "Aber so hat Gott es nicht gewollt". Da braucht man Mut, falsche Opfer, mangelhafte Opfer, beiseite zu schieben und das bessere Opfer anzunehmen. In Hebr.10,3 steht: "Doch in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden".
 
Ich bin der Überzeugung, daß auf diese Art und Weise noch viel mehr geopfert wird, nicht in einem sichtbaren Tempel, sondern in deinem persönlichen Leben. Veilleicht wird deine Beziehung zum Herrn dadurch geprägt: Schon wieder falsch gemacht, schon wieder nicht genug, nicht gut genug, schon wieder die falsche Richtung. Herr, verzeih mir, vergib mir! Und das unaufhörlich. Dein Leben mit dem Herrn basiert dann auf Schuld und Mißerfolg.
 
Und schließlich kommt ein neues Opfer, das alle alten Opfer ersetzt, und dieses Opfer bedeutet, daß wir keine Schuld, ja sogar kein Sündenbewußtsein mehr haben werden. Das geht sehr weit! Dieses Opfer hat Jesus nicht für sich selbst dargebracht sondern für dich und mich. Ich habe mal versucht, mir selbst vorzu- stellen, daß ich die Arbeit Jesu tun müsste. Ich bin mir bewußt, daß ich das nie tun könnte, denn das Opfer Jesu können und brauchen wir nicht noch einmal darzubringen. Mich geht es aber um die Intensität des Opfers von Jesus.
Wenn du selbst überhaupt keine Schuld hast und sündenfrei bist und jemand anders sündigt, macht alles falsch, beleidigt, verletzt und benimmt sich so verkehrt, und du sagst trotzdem: "Gib mir deine Schuld, ich werde sie tragen". Wenn ich es auf mich selbst beziehe, und man sagt falsches von mir und lügt, dann ist das Erste das ich sage: "Das stimmt nicht, ich habe keine Schuld". Man versucht sofort, sich von Laster und Trug zu befreien, denn es kommt Schuld auf dich zu. Und keiner will Schuld haben. Und dann sagen zu können: "Ich schaue darüber hinweg, denn ich nehme deine Schuld auf mich, damit du frei wirst". Es ist phantastisch, daß Jesus sich dafür entschieden hat. Wiewohl wir niemals dieses Opfer darzubringen brauchen ist es dennoch richtig, die Gesinnung Jesu kennenzulernen und in unserem eigenen Leben auszuleben.
Und gerade Jesus hat in unserem Leben dazu die Basis gegeben, weil er uns rein erklärt hat. Er sagt: "Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe". Das ist eine Basis, auf die man weiterbauen kann, denn wenn ich rein bin, dann bin ich rein. Die Aussprachen anderer Leute können diese Reinheit nicht beeinträchtigen. Warum bin ich rein? Weil ich alles so richtig und gut gemacht habe? Nein. Ich bin rein wegen der Worte, die Er über mich spricht. Darum bin ich rein, dadurch wird meine Reinheit bestimmt, durch die Worte, die Er spricht. Wenn es darum geht, Dinge reinzuhalten, rein zu sehen, reinzumachen, dann muss ich mich also an Jesus wenden.
 
1.Kor.13,5 sagt, daß die Liebe sich nicht unanständig benimmt und nicht das Ihre sucht; sie sucht das Glück des anderen; sie wird nicht beleidigt, steht hier. Was dich betrifft: Wenn du Liebe bist - wie unser Vater Liebe ist - wirst du dann beleidigt? Wie schnell wirst du dann verletzt und wodurch? Wenn ich nicht verletzt werde, dann habe ich alle Freiheit, gütig zu sein gegebenüber dem, der nicht richtig handelt. Deutlichkeitshalber will ich hier betonen, daß wir Böses nicht Gutes nennen werden. Davon steht in der Bibel:"Wehe dem, der Böses Gutes nennt. Paulus schreibt im 1.Kor.4,3"Mir aber ist es das Geringste, daß ich von euch beurteilt werde". Und dann: "Ich beurteile mich aber auch selbst nicht. Der mich aber beurteilt, ist der Herr". Das ist Freiheit. Ich sehne mich nach dieser Freiheit, aber es gelingt mir nicht immer. Ich möchte aber gerne den nächsten Schritt tun.
 
1.Kor.13,5: Die Liebe rechnet Böses nicht zu. Also, was dich anbelangt, steht niemand bei dir in der Kreide, du bist kein Buchhalter des Bösen. Jemand sagte mir mal: Ich habe mich entschieden, üble Nachrede und Negativität über andere Menschen bei mir aufhören zu lassen. In anderen Worten: Damit schaltet man Klatsch und Lüge aus. Dann ist auch nicht wichtig, ob es wahr ist oder nicht. Paulus sagt im 2.Tim.2, 16-17: "Die unheiligen, leeren Geschwätze aber vermeide...und ihr Wort wird um sich fressen wie der Krebs". Wenn man Negatives von anderen weiß und weitererzählt, bewirkt man dadurch Unfrieden und es frisst auch an dich selbst.
 
Es ist richtig und wichtig, das, was du weißt und vom Herrn empfangen hast, anzuwenden, um anderen damit Gutes zu tun. Du weißt etwas, was jemand anders noch nicht weiß. Dann darf man anwenden, was der Hebräerbrief sagt: "Ohne jeden Widerspruch aber wird das Geringere von dem Besseren gesegnet" Hebr.7,7. Du kannst also jemand mit dem unterstützen, was du hast aber was er noch nicht kennt. Ich kann über jemand lachen, weil er etwas nicht weiß oder kennt; ich kann aber auch jemand helfen mit dem, was ich weiß und kenne. Es geht so: Jemand anders hilft dir auch mit dem, was er weiß und kennt.
 
Ist das aber alles auch möglich in der Praxis?  Oder stellen wir nur fest, daß das alles schöne Verse und Verheißungen sind aber in der Praxis unausführbar, und daß das alles erst später Wirklichkeit wird?  Denkt man in diese Richtung, dann liebt man nur unter gewissen Bedingungen, während der Herr bedingungslos liebt. Jesus illustriert das mit einem klaren Gleichnis in Matth.18, 23 u.a. Er erzählt, daß jemandem eine Riesensumme erlassen wird. Der ehemalige Schuldner begegnet einer anderen Person, die ihm nur einen sehr kleinen Betrag schuldet. Weil diese Person auch nicht zurückzahlen kann, schickt er ihn ins Gefängnis. Das ist ja schrecklich! Es geht um unsere Haltung. Was halte ich vor Augen, was ist für mich wichtig? Was ist bei mir augenfällig?
 
Es gibt Tage, wo alles wie am Schnürchen läuft, alles geht gut, wir erreichen schöne Ergebnisse, alles in Ordnung. Plötzlich taucht einer auf, der negativ über dich redet. Solche Situationen können dich den ganzen Tag beschäftigen. Alles Positive scheint verschwunden zu sein, bedeutet dir nichts mehr, nur noch das Negative. Wie können wir uns aus dieser Position befreien?
In dieser Welt gibt es sehr viel Enttäuschung, Frustration, Wut und Gewalt. Es gibt sehr viele verletzte Menschen. Es ist so viel Unrecht, Härte und Verständnislosigkeit. Soviel Unfriede über an sich unwichtige Sachen, die dennoch einen Riesenabstand zwischen Menschen schaffen können. Es gibt auch Leute, die von sehr schlimmen Sachen überfallen wurden, die sehr ernsthaft sind, wodurck sie noch Jahren belastet werden. Wie wird man diesen Sachen gerecht? Wie kann man 1.Kor.13 in der Praxis erleben? Man könnte darauf schließen, daß man dazu überhaupt nicht fähig ist."Ich kann das nicht vergeben, obwohl ich kein Buchhalter des Bösen sein will, aber das kann ich einfach nicht aus meinem Buch streichen, wie sehr ich mich danach auch sehne".
 
Selbst habe ich erlebt, daß ich meinen Vater jahrelang gehasst habe. Im Moment, wo ich ihn nicht mehr hassen wollte, erlebte ich alle Geschehnisse wie in einem Film, der an mich vorüberzog. Keine Phantasie sondern Wirklichkeit. Wie ich das beseitigt habe? Nicht durch Argumentation, nicht durch einen Plan sondern nur dadurch, daß die Liebe Gottes in mein Herz ausgegossen wurde, einfach nur so ! Sodaß ich meinem Vater Dinge sagen konnte, die normalerweise der Umstände wegen kaum ausgeprochen werden konnten, es geschah einfach nur so. Das hatte soviel Positives zur Folge, für meinen Vater und auch für mich, dadurch gab es soviel Liebe und Heilung. Wunderbar!
 
Was wird alles möglich, wenn man sich der Liebe des Herrn öffnet? Neulich las ich ein Buch von Katja Staartjes, die erste Holländerin, die den Mount Everest bestiegen hat. Darüber hält sie Vorträge, und erzählt dann von ihren Erfahrungen, die sie während dieser Besteigung gemacht hat und die sie als Beispiel verwendet, wie man im Leben besser verschiedenen Situationen und Mißgeschick gerecht werden kann und wie man Herausforderungen annehmen kann. Hieraus kann man auch vieles über unser geistliches Leben lernen. Ich möchte diese Erfahrungen euch gerne weitergeben.
 
Sie fing in Deutschland mit der Besteigung eines nicht allzu hohen Berges an. Das gefiel ihr so gut, daß sie schlußfolgerte: Wenn ich diesen Berg besteigen kann, dann kann ich nächstes Mal einen höheren Berg besteigen. Das wurde ihr zum Ausgangspunkt: immer höhere Berge zu besteigen, sogar bis an den höchsten Gipfel der Welt. Diese Erfahrungen gebraucht sie jetzt um mittels Vorträge und ihr Buch Menschen zu motivieren, vernünftig weitere Schritte zu machen. 
 
Der Berg dient in dieser Predigt zum Vorbild für das Unvermögen, zu lieben, trotz eines Menschen Gefühle. Die Autorin dieses Buches, Katja Staartjes, sagt: "Wenn man den Berg besteigen will, dann fangen wir damit an, die Konsequenzen dieser Bergtour zu betrachten. Welche Ausrüstung brauche ich, wie bereite ich mich vor und wieviel Geld wird das alles kosten? Die Kosten der Besteigung vom Mount Everest belaufen sich zum Beispiel auf € 40.000,- .Dazu kommen noch eine gute Vorbereitungszeit, Aufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit, ein gutes Team um sich versammeln uw. Es ist nicht so, daß man sich ein paar Wanderschuhe kauft und einen guten Rucksack und zunächst den Berg hoch rennt.
Das ist übrigens unmöglich, denn das würde man nicht überleben! Man sollte das langsam tun, weil die Luft immer dünner wird.
 
So ist es auch, wenn man betrachtet, ob es möglich sein wird, Schritt für Schritt zu lieben wie es im 1.Kor.13 steht. Man nimmt Rücksicht auf das, was man für dieses Ziel braucht und ob die notwendigen Mittel auch vorhanden sind. Am wichtigsten ist es, daß man achtet auf das, was für dich vorhanden ist, weil das der Schlüssel zum Weitergehen ist. Wenn man zuviel auf den hohen Berg schaut - die Schwierigkeiten also - dann wird dieser Berg unbesteigbar.
Unter welchen Bedingungen kann ich jemand anders lieben? Wenn ich sage: Ich will diese Person lieben, aber erst will ich darauf achten, was er falsch gemacht hat und auch ob er das absichtlich getan hat oder nicht. Denn wenn er es richtig gemeint hat, dann bin ich bereit, ihm zu vergeben. Aber dann vergebe ich unter einer gewissen Bedingung. Diese Bedingung lautet: Wenn er gute Absichten hatte, dann können wir wohl zusammen weitergehen. Aber was, wenn er keine richtigen Absichten hatte?
 
Jesus sagt klipp und klar: "Liebe deine Feinde". Wie reagierst du darauf? Sagst du zu Ihm: "Du hast keine Ahnung davon, was ich gelitten habe. Wie kannst du zu mir sagen: Liebe deine Feinde?". Das falsche Benehmen des Anderen wird dann zum Ausgangspunkt. Wenn man davon ausgeht, daß lieben damit anfängt, daß man sich von Gott, dem Vater, lieben lässt, dann wird lieben und vergeben eine wunderbare Möglichkeit, ein Geschenk des Vaters für dich. Dann tritt das Prinzip in Kraft: Gewalt hört da auf, wo die Liebe beginnt. Die Blume der Liebe Gottes in dir macht die Gewalt der Feindschaft zunichte. Ein paar Tage her las ich einen Bericht von Anne van der Bijl, einem holländischen Evangelisten, der an zahl- reichen Orten, wo man nicht frei über das Evangelium reden darf, trotzdem über Jesus spricht. Er sagte, daß er sich danach sehnte, Osama bin Laden zu begegnen, aber ohne Pistole. Er sagt: "Es ist schade, daß wir dort hingehen mit unseren Gewehren, aber ich gehe dorthin mit der Bibel. Ich möchte diesen Mann wissen lassen, daß Jesus ihn liebt. Das ist, was er braucht". Das finde ich fabelhaft, diese Haltung.
 
Kann ich aber diesen Berg besteigen? Katja Staartjes sagt: "Wenn du klettern möchtest, dann fängt es mit der Entscheidung an, auch die Konsequenzen davon zu akzeptieren". Wenn ich etwas unternehmen will, muß ich auch sicher sein, daß ich die Kosten tragen kann. Wie oft hat unsereiner nicht gesagt: "Das schaffe ich  nicht?" Wenn du das sagst, dann benimmst du dich, alsob du noch ganz alleine bist, Und der Herr sagt: "Wir haben zusammen angefangen, du hast im Geist angefangen, jetzt bist du wieder im Fleisch tätig und beschäftigst du dich mit dem Thema: "Bin ich dazu fähig?". Das war doch deine Armut in der Zeit, wo wir noch nicht zusammen waren? Wenn du erst mal anfängst mit dem Reichtum, mit dem ich dich beschert habe: mit der Vergebung deiner Sünden, der Fülle des Hl.Geistes, Sicht auf die unsichtbare Welt, meiner Gewalt, um Festungen, Lüge und Teufel zu zerstören. Das habe Ich dir gegeben. Wenn das dein Ausgangspunkt ist, stehst du ganz anders im Leben.
 
Die Bergsteigerin sagt: "Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem starken Sehnen und einem schwachen Willen. Manchmal denkst du: "Na, wir wollen es mal versuchen". Das strahlt nicht von Energie im Sinne: Dafür machen wir uns stark. Wenn du etwas möchtest, willst du es dann auch? Setzst du alles ein? Bist du bereit, etwas zu unterlassen? Bist du bereit, dich zu üben? Nicht wie eine Aufgabe, etwas Unangenehmes zu unternehmen sondern wie eine Investition, um neue Panoramen betrachten zu können.
 
Oder denkst du: "Na, ich werde es mal versuchen und wenn es nicht klappt, dann werde ich sofort damit aufhören!". Es ist auch sehr wichtig, daß man Glauben an sich selbst hat. Denn Gott hat auch Glauben an dich. Er nimmt dich, als Menschen, ernst. Er sieht dich, schneller als du dich selbst siehst, mit all deinen Talenten. Titus 3,8 sagt: "..damit die, welche Gott geglaubt haben, Sorge tragen, gute Werke zu betreiben". Das ist eine Herausforderung, die basiert auf deinem Glauben an Gott. Wenn du das machst, sind plötzlich alle Dinge möglich. Das ist so wunderbar.
 
Katja Staartjes sagt auch: "Man braucht Mut, sich auf den Weg zu machen. Ja, man macht einen wichtigen Schritt, wenn man an einem gewissen Augenblick sagt: Ich mache mich stark dafür. Ich gebe auch einiges auf, denn ich werde in Situationen geraten, die nicht leicht sein werden". Sie sagt ebenfalls: "So was fordert Flexibilität und Improvisationsvermögen". Wie flexibel bin ich? Jesus war flexibel, nur nicht wo es auf die Wahrheit ankam, da stand er wie ein Haus. Aber er konnte mit jedem Menschen und mit jeder Situation umgehen. Wenn alles schön war, hatte er seine Freude und Klarheit. Wenn Übles auf ihn zukam, ebenfalls. Er blieb, wie er beschaffen war. Das ist das Schöne: Jesus ist Liebe, genau wie sein Vater. Manchmal hört man jemand sagen: "Eine der Eigenschaften des Vaters ist Liebe".  Ich bin der Meinung, daß man sagen soll: Es ist nicht eine seiner Eigenschaften, sondern er ist einfach so, so ist seine Art. Darum ist alles, was er geschaffen hat, aus Liebe entstanden. Liebe bringt Leben zum Vorschein. Auch wenn man selbst alles mit einem Blick voller Liebe betrachtet. Manchmal kann man denken: Ich empfinde soviel Unangenehmes und Negatives. Man könnte aber auch denken: Was alles Schönes könnte ich daraus machen? Wenn dieser negativer Mensch mal geliebt würde. Wieviel Liebe hat er überhaupt in seinem Leben erfahren? Ich kann dann auch so reagieren: Gott, bitte sorgst du mal dafür, daß dieser Mensch von nun an Liebe erfährt. Gott könnte wie folgt antworten: Ausgezeichnet, und das möchte ich gerne durch dich tun. Du vertrittst meine Liebe und du darfst es ihm zeigen. Nimm du das Stacheldraht um dieser Person weg und beseitige seine negative Gedanken, indem du ihm Liebe entgegenbringst. Sei du ein Wohlgeruch Christi, sodaß der ursprüngliche Mensch nach Gottes Bild wieder zum Vorschein kommt.
 
Die Autorin sagt auch in ihrem Buch, daß Angst ein wichtiger Punkt ist. Angst, die Kontrolle zu verlieren. Ja, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Es ist angenehm, zu wissen, daß man alles unter Kontrolle hat. Man hat alles so abgegrenzt, geregelt, dazu hat man Maßnahmen getroffen. Schade, daß nicht alles im Leben so geht, wie man sich das wünscht. Es passieren manchmal Dinge, die anders gehen sollten, aber leider im Moment nicht so gehen. Man bittet den Herrn: Sorge du bitte, daß es anders geht! Aber es geht nicht anders. Was nun? Bleibt mir sonst noch was übrig? Dann kommt folgender Punkt: Loslassen! Die Autorin sagt: Wenn man den Berg hoch geht, dann hat man die Neigung, möglichst viel mitzunehmen, denn der Weg ist so lange und man braucht so viel für unterwegs. Ein typisches Merkmal der Niederländer. Wenn sie in Urlaub gehen, geht der ganze Vorrat mit, denn sie wollen irgenwo hin aber alles sollte so sein wie zu Hause. Wenn man das alles mitnehmen würde, gelangt man nicht auf den Berggipfel. Man muß also etwas zurücklassen. Man muß den Mut haben, Vertrautes loszulassen, das, was so schön in deinem System passt. Du konntest immer auf gewisse Sachen zurückgreifen und jetzt ist das nicht länger möglich. Hast du den Mut, loszulassen? Wenn es dir gelingt, bedeutet das, daß du einem anderen vertraust. Katja sagt: Den Gipfel erreicht man nie alleine, sondern zusammen mit anderen Leuten. Ich kan von mir selbst sagen, daß ich als erste niederländische Frau den Gipfel erreicht habe, aber das habe ich nicht alleine geschafft, das haben wir zusammen getan. Und wenn du denkst, daß du es alleine schaffen kannst, dann denkst du falsch. So auch wir als Christen in unserem Leben. Ja, in Zusammenarbeit mit unserem Herrn. Gewiß. Aber das heißt auch zusammen mit den Menschen, die Ihm gehören. Gemeinsam. Es ist manchmal auch richtig, das Vertrauen, daß du in anderen stellst, loszulassen. Und nicht alles selbst regeln wollen und argwöhnisch denken: Macht der andere es wohl richtig? Du möchtest selbst auch nicht so behandelt werden, denn wieviel Liebe bleibt sonst noch übrig?
Wenn du merkst, daß es einen Ort gibt, wo du sicher bist, dann hast du auch keine Angst mehr, etwas falsch zu tun. Es ist wunderbar, einfach du selbst sein zu können und auch andere deine Schwächen erfahren zu lassen.
 
Sie sagt: Den Berg hinauf, das bedeutet zwei Schritte vorwärts, ein Schritt zurück - ein Prinzip, das ich nicht vergessen will - denn es ist sehr erschöpfend. Man geht also hoch und zunächst wieder etwas zurück, denn sonst wird es einem zuviel. Man könnte sagen, daß man möglichst schnell den Gipfel erreichen möchte, aber dann passiert das sicherlich nicht. Man kann denken: Der Herr ist bei mir, jetzt soll es geschehen und machen wir uns dran.  Jetzt wird alles schnell gehen, denn Er ist mit mir. Jesus sagt aber: Alles mit der Ruhe, bitte. Man geht vorwärts, man stösst auf schwierige Umstände, und man macht einen Schritt zurück, zunächst geht man wieder ein paar Schritte vorwärts. Das Komische an der Sache ist, daß man mit dem Schritt rückwärts jedesmal zur Basis zurückkehrt. Darin steckt ein großes Geheimnis. Kehrst du regelmäßig zum Lager zurück? Die Basis: Das ist das Opfer Jesu. Das ein für allemal geschehene Opfer. Er sagt: warte mal, dein "Ich" ist wichtig, aber dir wird nur völlig gerecht durch mein "Ich". durch mein Opfer. Denn sonst fängst du wieder an, "Opfer" darzubringen, die völlig fehl am Platz sind, und du denkst, daß alles wieder durch deine eigene Kraft zustande kommen muß. Das ist zu schwer und zu viel für dich, und du fängst wieder an, anderen die Schuld deines Versagens zu geben. Dann wird eine andere Person zum Schlachtopfer. Also, wie Ich dich schone, schone du auch andere Menschen.  Und in diesem Lager, durch diese Basis, wird dir wieder das Grundprinzip klar: "Herr, so ist es, Du und ich zusammen. Du gehst voran, Du bist das Vorbild, der Du alles vollbracht hast".
 
Manchmal heisst es auch, die Situation zu akzeptieren, wie sie im Moment ist. Katja sagt: Man sitzt in seinem Zelt und man versucht, den Gipfel zu erreichen. Aber draußen wütet ein Schneesturm,Temperatur minus 30 Grad Celsius. Es schneit und schneit und man sitzt da und denkt; Ich will, daß der Schneesturm aufhört, ich muß zum Gipfel hinauf. Wie lange sitzen wir schon hier? Einen halben Tag? Einen ganzen Tag, zwei Tage? Sie sagt: Das fordert soviel von unserer Energie, dieses Nachdenken über die jetzige Situation: wie es hätte sein können, daß es anders laufen sollte und daß sie uns nur daran hindert, fortzuschreiten". Sie sagt: "Man hätte auch sagen können: Jetzt haben wir eine Gelegenheit, uns auszuruhen". Verwende also keine Energie an Sachen, die man nicht sofort nach seinen Wünschen ändern kann, sondern ruhe dich erst mal aus. Beruhige dich mit dem, was der Herr über dich sagt, was er von dir verlangt, wie er dir glaubt, was er dir anbietet. Das ist eine ganz andere Lebensart. So erquickend. Denn, sagt Katja, es gab bei allen Bergtouren, die ich unternommen habe, noch nie einen Sturm oder Schneesturm, der nicht vorübergegangen ist. Und das ist natürlich eine Binsenwahrheit. Das bedeutet also, daß du dich der Liebe Gottes hingibst und den Gedanken, die dir Gutes tun, obwohl du inzwischen zu tun hast mit Sachen, die dich hindern wollen, weiterzugehen. Das war auch das Geheimnis im Leben Jesu.
 
Und weiter, du musst dich selbst entscheiden, du entscheidest selbst in deinem Leben, welche Sachen Vorrang haben. Womit du auch zu tun hast in deiner Beziehung zu Menschen, du entscheidest, was Priorität hat. "Ja, aber das entscheidet doch der Herr? ". Ja, du bist aber der Ausführende. Was hat bei dir Priorität, was ist dir am wichtigsten? Worauf gehst du ein?
 
Zum Schluß: Kein Erfolg ohne ein Moment der Besinnung. Werdet rechtschaffen, nüchtern 1.Kor.15,34. Dann kann man beten und kommt man zum Leben und auch zu sich selbst. Dann gehst du die Verbindung zu dem ein, der dich unendlich liebt, der ein Ziel mit deinem Leben hat, der dich segnet, der dir nur Gutes tut, ein. Denn es ist wirklich so, daß die Welt sich sehnt nach wohlriechenden Rosen; nach einer guten Duft, nach Segen. Die Welt braucht nicht noch mehr Stacheldraht, noch mehr Stichelei, noch mehr Feindschaft.
 
Als Gemeinde Jesu Christi können wir dazu beitragen, daß die Feindschaft abgebrochen wird und daß pures, ursprüngliches Leben zum Vorschein kommt. Es ist so weit, wenn von der Gemeinde gesagt wird: "Dort liebt man dich". Und wenn man auf Abwege geraten ist, dann hilft man dir,  wieder den richtigen Weg zu finden. Das ist so eigentümlich, denn dann gibt es einen ganz, ganz sicheren Platz, weil jeder Mensch sich nach Sicherheit sehnt. Es fängt mit einer Beziehung zu unserem Herrn an, wo du dich geborgen fühlst. Beim Herrn wird man selbst auch jemand, bei dem man sich geborgen fühlt. Also: Liebt einander und andere Leute. Seid keine Buchhalter des Bösen sondern des Guten. Dann ist dein Nächster keine unbeschriebeneSeite mehr, sondern eine beschriebene Seite mit Hoffnung und Zukunft. Wenn wir durch den Hl.Geist leben, wird das sichtbar. Letzten Endes haben wir die Verheißung, daß die ganze Schöpfung wiederhergestellt wird. Das ist vorläufig noch ein Schritt zu weit. Wir wollen jetzt die erste Schritte mit einander zum Ziel machen und der Herr segnet uns dabei.
 
 Amen.
 
 
 
Vater, wir danken dir für deine Zärtlichkeit und Liebe und für dein Erbarmen, womit du der Gewalt gegen uns ein Ende setzst. Wir danken dir für deine liebevollen Worte, die in unserem Leben wirksam sind. Wir erblühen völlig in deiner Nähe, indem wir deine Wärme erfahren. Herrlich zu erfahren, daß wir mit dir auf dem Weg sind, immer wieder neue Panoramen der Schönheit zu entdecken, eine Reise in aller Ruhe.
Schön, daß du uns fähig gemacht hast, Leben zu entdecken und deine Liebe zu genießen und anderen mitzuteilen. Wir danken dir auch, daß wir wissen, mal schwach sein zu dürfen. Du kümmerst dich um uns und wir atmen auf, wenn wir uns in deiner Geborgenheit weiter entfalten können.
 
 
Amen.