Tuesday, October 22, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Die Herrlichkeit des Vaters
eine Predigt von Henk van Pagee
 
 
 
 
Guten morgen, liebe Brüder und Schwestern, heutemorgen  möchte ich mit euch über einen Text aus dem Johannesevangelium , Kapitel 17, 22-23, nachdenken.
Der Text, den wir lesen werden,  ist Teil des hohepriesterlichen Gebets, das Gebet, das Jesus zu seinem Vater betet kurz bevor er leidet und gekreuzigt wird. Nach diesem Gebet folgen die Gefangennahme, der Erhör, die Geiselung und die Kreuzigung.  In diesem hohepriesterlichen Gebet betet Jesus ganz speziell für seine Jünger, weil er weiß, daß  seine Jünger sein  Werk, das er begonnen hat, fortsetzen werden. Jesus beschloß sein Gebet mit den folgenden Worten:
 
"Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, daß sie eins seien,  wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir – daß sie in eins vollendet seien…
 
Nun will ich heutemorgen nur bei diesem besonders faszinierenden Ausspruch von Jesus stille stehen: "Die Herrlichkeit, die ich vom Vater erhalten habe, habe ich ihnen geben".
Das ist aber was ! Daß der Herr, Jesus selbst, diese Herrlichkeit von Gott erhalten hat, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Jesus hatte diese Verheißung schon  als Knecht des Herrn inne. In Jesaja
49,3 gibt Gott seine Verheißung für Jesus: "Mein Knecht bist du, Israel, an dem ich mich verherrlichen werde". Der Ausdruck: "Ich werde mich verherrlichen" kommt 13 mal im Alten Testament vor, und zwar 9 mal in Jesaja. In dem Maß, in dem Jesus liebt und bis ans Ende Gehorsam leistet, erhält er die Herrlichkeit Gottes in Hülle und Fülle. In Vers 22 von Joh.17 zeugt Jesus von der Herrlichkeit, die ihm der Vater gegeben hat. Deswegen ehren wir unseren Herrn und beten ihn an und singen den bekannten Chorus: Er ist verherrlicht, als König erhaben, so groß !! und dann gehen wir einfach wieder mit unserem alltäglichen Leben weiter.  Es gibt aber vielmehr zu erleben ! Hören wir mal aufmerksam auf das, was Jesus über uns spricht: Der Herr dankt nicht nur für die Herrlichkeit, die er selbst erhalten hat, sondern betet auch, daß du diese Herrlichkeit erhalten wirst.  Er hält diese Herrlichkeit nicht nur für sich selbst sondern möchte uns daran auch teilhaben lassen. Jesus spricht über uns, die wir seine Jünger sind:
"Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben".
Hast du dich mal gefragt, was für Christ du bist?  Oder was für Christ du sein möchtest? Wie denkst du über dich selbst? Was ist dein Ziel als Kind Gottes?  Wie kan man dich erkennen als Jünger Jesu?
Jede Form des Christentums hat so ihre eigene Merkmale! Ich meine, daß es so viele Kirchen und Kreisen gibt, die alle ihre eigene Identität haben. Man könnte behaupten, daß sie alle ihre eigene geistliche Kultur haben, daß sie alle auf  ihre eigene Art und Weise ihren Glauben an Gott zum Ausdruck bringen.
Wenn wir uns im Fernsehen eine Sendung über die russich-orthodoxe Kirche ansehen, dann erkennenn wir sofort, daß ihre geistliche Kultur auf eine ausgebreitete und beeindruckende Liturgie gerichtet ist.
Schöne Gewänder und Kopfbedeckung, vergoldete Ikonen, liturgische Texte und gesungene Gebetsformen, viel Prahlerei also. Wenn man diese Bilder sieht, dann erkennt man sofort die russisch-orthodoxe Kirche.
Daneben gibt es die Kirche von Calvin, wo der Akzent auf dem Wort Gottes liegt: die richtige Übersetzung davon, Erbsünde und Gnade.
Diese Christen halten sich an die sogenannte Sonntagsruhe und sind einfach gekleidet.
Es gibt auch die modernen und liberalen Kirchen, die sich gerne mit ihren Mitmenschen, Entwicklungshilfe und Flüchtlingenhilfe beschäftigen. Für sie ist das Wort "Toleranz" ein Merkmal.
Dann gibt es auch noch christliche Kreisen, die sich stark mit dem Gesetz Gottes beschäftigen. Sie halten es für wichtig, sich streng an die Vorschriften des Herrn zu halten und sondern sich von der Gesellschaft ab.
 
Als letztes Beispiel gebe ich hier die Gemeinden und Bewegungen, die stark auf die Anwesenheit und die Wirkung des Hl.Geistes gerichtet sind.
Sie reden gerne in Zungen oder Fremdsprachen, beschäftigen sich mit Weissagung und Heilung. Das ist dann wieder ihre geistliche Kultur.
Verstehen Sie mich richtig. Es ist nicht meine Absicht, diese Kirchen und Bewegungen zu beurteilen geschweige denn zu verurteilen. Jesus warnt uns nämlich in Lukas 6,37, wenn er sagt: Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden.
Es ist viel wichtiger, daß du dich fragst, was für Christ du bist. Was ist deine persönliche, geistliche Kultur? Wie erkennt man dich als Jünger Jesu? Wo liegt bei dir der Akzent?
Es gibt viele Völker und viele Königreiche in dieser Welt, die alle ihre eigene Kultur haben und ihre eigene Art und Weise, wie sie ihre Religion gestalten. Und wir haben bereits gesehen, daß es auch innerhalb des Christentums viele Unterschiede gibt, wie man den Glauben erlebt.
Trotzdem betet Jesus im hohepriesterlichen Gebet: "Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir – daß sie in eins vollendet seien…."
Was ist dann der Kern dieser Einheit?  Meine liebe Brüder und Schwestern, ich bin der Ansicht, daß jeder Christ nicht nur Teil hat an der Kultur, mit der er herangewachsen ist, auch nicht nur an der religiösen Kultur sondern daß jeder Christ auch teil hat an einem anderen Königreich, nämlich am Königreich Gottes. Und jetzt kommt das große Geheimnis: Die Kultur vom Königreich Gottes ist überall gleich!
Wo du dich auch befindest in der Welt, welche Unterschiede es gibt in Erziehung oder Gewohn-heiten, das Königreich Gottes hat überall dieselbe Kultur, weil es kein irdisches Königreich ist, abhängig von einer weltlichen Kultur, sondern weil es ein geistliches, ein himmlisches Königreich ist.  Der Kern der Botschaft Jesu war dann
auch: Kehrt um zu Gott, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.
Matt.3,2. Auch sagte Jesus in Joh.18,36 "Mein Königreich gehört nicht zu dieser Welt". Welche sind die allgemeinen Merkmale vom Köngreich Gottes? Gerechtigkeit, Friede und Freude im Hl. Geist. Röm.14,17.
 
Welche Haltung hat jemand, der Mitglied ist von diesem Königreich?
Worauf richtet er sich? Auf Liturgie, religiöse Bekleidung, Lehrsätze, Satzungen und Regeln?
Im Reich Gottes ist man nicht auf etwas gerichtet sondern auf jemand, nämlich auf die Person Jesus Christus, den Sohn Gottes und nicht nur auf das, was er uns lehren will sondern auf das, was er uns geben will.
Er ist unser Orientierungspunkt, unser Leiter und unser Vorbild.
Unsere Kraft ist völlig in ihm. Er will durch sein Wirken in uns jeden Menschen zu seinem Jünger machen. Warum ist die Kultur dieses Königreichs überal dieselbe? Weil sie eine geistliche Kultur ist, die stark auf Jesus Christus selbst gerichtet ist.  Wir sind von ihm abhängig. Er ist unser Mittelpunkt. Unser Herr sagt selbst in
Joh.15,5: Ohne mich könnt ihr nichts ausrichten. Das ist was uns eins
macht: unser gerichtet sein auf den Sohn und durch ihn auch auf den Vater.
Wir sind in allem abhängig von Jesus: in unserem Glauben, in unserer Liebe,  in unserem Platz in seiner Gemeinde, in unserer Bedienung, in unserem Vermögen, Gott zu dienen.
Das Schönste von allem ist, daß wir dazu bestimmt sind! Johannes schreibt in seinem 1.Brief, Kap.3,2: "Es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist". Die Kultur vom Königreich Gottes ist darauf gerichtet, uns dem Bilde Jesu Christi gleichförmig zu machen. Jesus verspricht uns in
Joh.14,21: "Wer mich liebt,  wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren". Genau das tut Jesus heutemorgen durch sein Wort. Jesus ist keine statische, historische, Person, sondern er lebt, ist dynamisch. Er möchte sich auch heute dir offenbaren. Jesus offenbart sich dir, wenn er dir zeigt, wie er dich auf Golgatha erlöst hat. Du darfst wissen, daß Tot und Finsternis durch seine Auferstehung geschlagene Feinde sind, daß du ein Leben im Licht führen darfst.
Das ist das Fundament deiner Rettung. Hallelujah.  Hiermit hört es aber nicht auf. Die Botschaft von heute geht weiter als nur gerettet sein, denn gerichtet sein auf Jesus bedeutet auch, daß du ihm folgen willst.
Petrus sagt im 1.Brief:2,21: Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.
Wir sind auf Jesus gerichtet, um ihm nachzufolgen. Wir sind nicht nur dankbar für die Lage, in die er uns versetzt hat, sondern wir sind auch dazu berufen, seinen Fußstapfen nachzufolgen, weil er für uns gelitten hat. Und zwar heute! Das ist praktisch und dynamisch. Petrus
schreibt: "Der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte". Er erfuhr Leiden und Bedrohung, Lügen und Schimpfworte taten ihn weh. Und was hat unser Herr getan? Wie hat er das alles verkraftet? Er übergab es ihm, der gerecht richtet, Vers 23. Das ist der Reiz des Evangeliums: wir sind nicht nur gerettet worden, sondern auch berufen, ihm nachzufolgen.
 
Im Königreich Gottes haben wir also 2 wichtige Sachen entdeckt.
Erstens: Jesus Christus ist der Herr, der lebt, mit dem wir eins sein dürfen und durch Ihn auch mit dem Vater und mit einander.
Zweitens: Wir haben gesehen, daß es möglich ist, Jesus nachzufolgen, in seinen Fußstapfen zu treten.
Beides ist möglich, weil wir auf Jesus gerichtet sind. Wahrscheinlich bist du mit diesen 2 Sachen zufrieden: Gerettet sein und Nachfolgung.
Denn es ist großartig, wenn Christen diese geistliche Qualitäten in ihrem Leben in die Praxis bringen.
Achtung, bitte. Jetzt könnte man schlußfolgern: Wenn diese 2 Sachen in meinem Leben statt- finden, bin ich durchaus zufrieden. Das ist für mich das Volle Evangelium.
 
Geliebte Brüder und Schwestern, Joh.17,22 lehrt uns, daß es noch mehr gibt als auf Jesus gerichtet zu sein und ihm nachzufolgen.  Es gibt noch eine Dimension, die manche unter uns noch nicht entdeckt haben, nämlich die Verheißung, die Jesus uns in seinem hohepriesterlichem Gebet gibt:
"Vater, die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben".Das ist ein kostbares Geheimnis, das uns gegeben worden ist:
das Erhalten der Herrlichkeit von Jesus. Ich bin davon überzeugt, daß diese Verheißung von Jesus auch heute uns noch gilt.  Jesus betete nicht nur für seine Jünger, die damals bei ihm waren, sondern auch für alle Jünger, die es in Zukunft geben würde, also auch für dich!  Jesus will uns die Herrlichkeit seines Vaters geben, nicht wie eine Aureole sondern wie eine Kraft, woraus wir leben können.
Heutemorgen frage ich dich : Welche Rolle spielt die Herrlichkeit Jesu in deinem Leben? Hast du die Herrlichkeit von ihm erhalten? Lebst du daraus? Oder zweifelst du ob, diese Zusage von Jesus auch dich gilt?
Gewißheit darüber können wir nur bekommen, wenn wir Gottes Wort zu uns reden lassen. Laß die Bibel selbst dir die Antwort geben. Wenn du deine Bibel nimmst, kannst du mit mir Römer 8,14-17 lesen. Diese Verse, die wir jetzt lesen werden, ist eine direkte Folge der Worte von Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet. Paulus schreibt hier
folgendes: Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen Abba, Vater. Der Geist selbst zeugt mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben. Erben Gottes und Miterben Christi. Und jetzt kommt der Text, um den es sich in dieser Botschaft handelt: "wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden".
Da hast du es ! Kennst du das schöne Lied: Er ist verherrlicht, als König erhaben, so hoch , ich werde ihn preisen? Selbstverständlich denkst du dabei an Jesus Christus, der als Sohn Gottes verherrlicht wurde. Wenn wir aber Vers 17 von Römer 8 uns durchdringen lassen, dann ergibt sich, daß Jesus zu uns sagt: "Ich möchte die Verherrlichung nicht nur selbst genießen, ich möchte nicht der einzige sein, der verherrlicht ist. Ich möchte die Verherrlichung mit euch teilen. Wie groß die Gnade, die uns hier erwiesen wird, so ein Vorrecht, wie lieb er uns hat. Er ist verherrlicht!  Amen! Aber… wie steht es um deine Verherrlichung? Hast du deine Arme erwartungsvoll nach ihm ausgestreckt, damit du seine Verherrlichung erhältst?
Vielleicht fragst du dich, ob das für uns Menschen ein erreichbares Ziel ist, oder vielleicht hochmütig? Wir woll hierüber ganz klar sein, und die Bibel gewissenhaft lesen. In Vers 17 ist überhaupt nicht die Rede von Selbstverherrlichung, sondern es geht hier um mitteilen in seiner Verherrlichung. Wir bleiben auf Jesus gerichtet, wir empfangen von ihm.
Meines Erachtens ist es jetzt vernünftig, den Begriff Herrlichkeit genauer zu untersuchen. Das besondere hier ist, daß man es nicht genau umschreiben kann. Es läßt sich nicht in einer Formel unterbringen. Das kommt daher, weil die Herrlichkeit, die Gott uns geben will, so groß und wunderbar ist, daß wir diesen Begriff nicht ganz durch menschliche Worte ausdrücken können. Wenn man dieses Wort im griechischen Wörterbuch aufsucht, dann steht dort als Erklärung, daß dieses Wort Herrlichkeit abgeleitet wurde vom Wort "doxa" , das "göttlicher Lichtglanz" be-deutet. Du sagst: Das ist mir nicht klar, was soll ich mir dabei vorstellen?
Der Begriff " göttlicher Lichtglanz" sagt mir besonders zu ,  es ist etwas, wonach mein Herz sich sehnt, das mein Leben bereichert. Es ist ein Vorrecht, daß man in allem, was man erlebt, Kampf, Mühsal, Leiden, Enttäuschung auch bekennen darf: Preist den Herrn, es gibt auch in meinem Leben einen göttlichen Lichtglanz, der nicht zu löschen ist.
Liebe Leute, ich kann das Wort "doxa" nicht genau umschreiben. Es ist die Atmosphäre vom Königreich Gottes und ich sehne mich danach, daß diese "doxa"  immer mehr in meinem Leben hervortritt.  Trotz allem.
Wie wollen wir die wirkliche Bedeutung des Begriffes "Verherrlichung"
verstehen lernen? Was bedeutet es konkret, an der Herrlichkeit Jesu Christi teilzuhaben? Wie kommt sie zu mir und wie kann ich sie festhalten?
Wenn wir die Bibelstelle aus Römer 8 richtig lesen, dann fällt uns auf, daß Paulus anfängt mit dem Satz: "Denn soviele durch den Geist geleitet werden, sind Söhne Gottes". Und kurz danach sagt er, daß diese Söhne Erben Gottes und Miterben Christi sind. Das ist bedeutungsvoll!
Dieser Bibeltext geht also über Sohnschaft. Verherrlichung, Herrlichkeit, hat also mit Sohnschaft zu tun. Jetzt bekommen wir als ein klareres Bild der Herrlichkeit Gottes, sie hat mit Söhnen und Erben zu tun.
 
Bevor Paulus damit weiter geht, sagt er im 15.Vers erst, in welcher Weise wir die Herrlichkeit Gottes jedenfalls nicht empfangen können.
Hier schreibt er: Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft erhalten, wieder zur Furcht, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft erhalten, in dem wir rufen ABBA, Vater.
Die innerliche Haltung, die Geistesgesinnung, ist sehr wichtig, wenn es darum geht, die "Doxa" Gottes zu empfangen. Ich möchte dich was
fragen: Dienst du Gott im  Geist der Furcht oder im Geist der Sohnschaft?
 
Es gibt soviele Formen von Sklaverei in dieser Welt, vor allem geistliche Sklaverei. Und gerade in dieser Zeit. Wenn überhaupt eine Generation in Sklaverei lebt, dann est is wohl die Generation der heutigen Zeit. Wodurch werden die Leute beansprucht? Durch Götzendienst und zwar folgende Götzen:  Besitz, Geld, Macht, Tradition, Religion, Okkultismus in vielen Formen, Genuß, Vergnügen, Selbstbild und noch viele andere Sachen. Eines ist sicher: In dieser Welt gibt es eine schrechliche geistliche Sklaverei. Die Bibel nennt das der Sünde und den Dingen der Welt  ergeben sein, wovon Jakobus in seinem Brief sagt, daß Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist. Freundschaft mit dem Okkultismus ist auch Feindschaft gegen Gott.
 
Es gibt aber eine weitere Form der Sklaverei. man kann nämlich auch noch ein Sklave des Gesetzes sein, Sklave eines religiösen Systems.
Und das ist es, worüber Paulus spricht. Er redet über die jüdische Religion, die er selbst hinter sich gelassen hatte. Diese Leute beschäftigten sich nur mit Gesetz, Satzungen, Verboten und Opfern, um Gott in dieser Weise zu dienen und dadurch vielleicht etwas von Gottes Herrlichkeit erhalten zu dürfen.
 
Paulus kennt dieses religiöse Bestrebtsein und dessen Ergebnis aus eigener Erfahrung. Darum sagt er auch, weil er es selbst erfahren hat:
Im Geist der Furcht wird man nie die Herrlichkeit Gottes empfangen.
Sklaverei führt zur Furcht, nicht zur Herrlichkeit.
Wenn man Sklave eines strengen Herrn ist, dann ist es Pflicht, deinem Herrn tagein tagaus zu dienen, ohne Entgelt. Die innerliche Haltung ist Furcht. Du möchtest dich am liebsten der Sklaverei entziehen,  in die Freiheit fliehen. Wenn man dich aber erwischt, dann hängst du, oft buchstäblich. Du dienst deinem Herrn, weil du die Konsequenz vom Nichtdienen fürchtest.
Denke mal nach über diese  schreckliche Form von Dasein als Sklave.
Immer in einer Haltung von Furcht leben. Angst , daß du deinem Herrn nicht gefällst.  Liebe Brüder und Schwestern, erkennt ihr diese Haltung? Daß man Gott gegenüber nie genug leistet, was immer man auch tut? In welchem Geist dienst du Gott ?
Abermals, Paulus sagt: Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht. Sehr viele Leute kommen aus einem religiösen System der Sklaverei und Furcht. Paulus warnt uns heute morgen mit den Worten: Pass auf, daß du nicht wieder in so ein System von Furcht gelangst, denn in dieser Weise wirst du nie die Herrlichkeit Gottes empfangen können.
Übrigens, wie schmerzhaft muß es für Gott sein, zu entdecken, daß seine Kinder Angst vor ihm haben. Wenn du selbst Kinder hast, stell dir dann vor, daß du an einem gewissen Moment entdeckst, daß dein Sohn oder deine Tochter Angst vor dir hat.
Bruder, Schwester, in unserem Dienen von Gott ist kein einziger Platz für Furcht, es gehört nicht zum Königreich Gottes. Kolosser 1,13 sagt es klipp und klar: "Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis(aus der Macht der Furcht also) und uns in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt". Das Königreich Gottes kennt keine Mischung von Liebe und Furcht. Diese zwei ertragen einander nicht. Das Klima dieses herrlichen Königreichs wird nur durch Liebe geprägt.
Der Apostel Johannes sagt in seinem ersten Brief, 4,18:  Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet ist nicht vollendet in der Liebe.
Möchtest du vollendet sein in der Liebe? Möchtest du an der Herrlichkeit Jesu teilhaben? Dann breche mit dem Geist der Furcht und Sklaverei.
 
Jetzt ist uns klar geworden, in welcher Weise wir keinen Anteil an der Herrlichkeit Gottes bekommen werden. Aber wie denn ? Was bedeutet Verherrlichung und wie wird man dieser teilhaft? Hierüber handelt es sich im letzten Teil dieser Botschaft.
 
Der Hl.Geist lenkte meine Aufmerksamkeit auf das Gleichnis des verlorenen Sohnes in Lukas 15,11-32. Hier durfte ich einsehen, wie dieses Gleichnis uns zeigt, was Verherrlichung ist und wie wir dieser teilhaft werden können. Die meisten unter uns kennen dieses Gleichnis.
 Die Geschichte des verlorenen Sohnes, des jüngsten Sohnes, der frühzeitig sein Erbteil beansprucht und seinen Vater verläßt. Obwohl dieser Sohn nicht richtig handelt, versteht er was Sohnschaft bedeutet, denn er sagt zu seinem Vater: "Vater, gib mir das Teil unserer Erbschaft, das mir gehört". Er spricht über "unser Vermögen", er weiß, daß er grundsätzlich teil hat am Besitz seines Vaters.  Er hat nicht dafür gearbeitet oder sonstiges getan sondern ihm ist bewußt, daß er Erbe ist, weil er Sohn ist.
Trotzdem versteht er den Begriff Sohnschaft nicht ganz, weil er den Vater verläßt. Das stärkste Band, das Vater und Sohn haben können ist, daß sie beisammen sind, eine Einheit bilden.
Jesus zeigt uns in Johannes 10,30, die Erfüllung seines tiefsten Herzenwunsches. Er bekennt hier: "Ich und der Vater sind eins". Der jüngste Sohn im Gleichnis aber tauscht die Nähe seines Vaters für den Besitz seines Vaters ein.
Er war also nicht der verlorene Sohn im Moment wo sein Geld alle war und er die Schweine hüten mußte! Er war schon verloren, als er seinen Vater verließ.
 
Das gibt uns zu denken ! Auf was sind wir an erster Stelle gerichtet?
Auf den Besitz des Vaters oder auf die Nähe des Vaters? Hier ist das Geheimnis vom Empfangen der Herrlichkeit des Vaters.
 
Es ist bekannt, wie diese Geschichte abläuft. Sobald der Sohn sich von seinem Vater gelöst hat, verliert der Besitz seines Vaters seinen Wert für ihn. Und wieder findet ein Tauschgeschäft statt, jetzt wird der Besitz des Vaters gegen Geld eingetauscht.
Das hat eine tiefe Bedeutung für uns: wenn du die tägliche Gemeinschaft mit Gott aufgibst, dann wirst du letztens den geistlichen Reichtum des Vaters gegen irdische Sachen eintauschen.
Das Gleichnis des verlorenen Sohnes zeigt uns das Ergebnis: du wirst alles verlieren. Der Sohn besinnt sich auf sich selbst, als er die Schweine hütet. In Lukas 15,16 lesen wir: "Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen; und niemand gab ihm".
Dem jüngsten Sohn wird immer mehr klar, was aus ihm geworden ist und sagt dann folgendes:  "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen, mach mich wie einen deiner Tagelöhner".
 
Es ist deutlich, daß der verlorene Sohn keine hohen Erwartungen mehr hat.  Hier ist er sehr realistisch! Aber eines fällt mir auf: Er hat keine Angst vor seinem Vater.  Er denkt nicht: Ich werde zu meinem Vater gehen, von wem ich erstens mal streng bestraft werde. Im Sinne
von: Einige seiner Knechte werden mich wohl greifen und in den Keller schmeißen.  Ich werde mein schlechtes Benehmen büßen müssen und nachher werde ich vielleicht zum Tagelöhner.
Der Sohn weiß, daß sein Vater gerecht ist und hat darum keine Angst vor ihm. Er vertraut, daß sein Vater ihm geben wird, was er von ihm
verlangt: die unsichere Stelle eines Tagelöhners.
Womit aber hatte der verlorene Sohn gar nicht gerechnet? Er hielt es nicht für möglich, daß sein Vater ihn verherrlichen würde !!! Denn das passiert hier! Der Rückkehr zum Vater und was danach passiert,  ist Bild von dem, was Gott, der Vater, uns geben will.
 
Bevor ich das erläutere,  richten wir den Blick erst auf den Vater, denn wir haben gesehen, daß der Vater selbst wichtiger ist als sein Besitz.
Das erste, was wir von dem Vater wissen dürfen, ist, daß er jeden Tag Ausschau nach uns hält, noch ehe wir ihn gesehen haben. Lukas beschreibt das so schön in Kap.15,20: "Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater". Was dann folgt, rührt mich noch mehr: "Er wurde innerlich bewegt  und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn zärtlich".
In der Bibel gibt es viele Darstellungen von Gott als Schöpfer von Himmel und Erde oder als der Allmächtige, der in seinem Thron sitzt.
In diesem Gleichnis aber wird Gott als ein liebender, laufender Vater, der nach seinem Kind verlangt, dargestellt.
 
In Offenbarung 2,4 wird der Gemeinde von Ephese vorgeworfen, daß sie ihre erste Liebe verlassen hat. Hier erkennen wir uns selbst. Wir alle wissen durch Erfahrung, daß unsere erste Liebe zu Gott nachläßt, dem Verschleiß unterworfen ist,  weil irdische Angelegenheiten oder Enttäuschung zwischen uns und Gott gekommen sind. Wir verlieren unsere erste Liebe. Demzufolge sind wir geneigt zu denken,  daß, wenn Gott in uns enttäuscht worden ist, seine Liebe zu uns auch nachläßt, daß er seine erste Liebe zu uns auch verläßt.-
 
 
Das Gleichnis vom Rückkehr des verlorenen Sohnes beweist, daß Gottes Liebe nicht dem Verschleiß unterworfen ist. Der Vater, der auf seinen verirrten Sohn hin läuft, liebt ihn noch immer mit seiner ersten Liebe, trotz allem, was passiert ist. Preist den Herrn! Liebe Brüder und Schwestern, bekenne jeden Tag: Gott liebt mich, intensiv, unabgebrochen, und immer mit seiner ersten Liebe.
 
Und von dieser herrlichen Lage aus kommen wir in die erste Phase des Verherr- lichungsprozesses, eine Erfahrung, die wir alle erleben dürfen. Wir folgen immer noch dem Gleichnis in Vers 20: Der Vater beseitigt selbst den Abstand, der zwischen ihm und seinem Sohn entstanden ist. Und wie er das macht. Inniger geht es kaum.  Er fällt ihm um den Hals und küßst ihn! Ein vollkommener Beweis von Liebe, Wärme und Annahme, denn so was macht man nicht mit Tagelöhnern. Das passiert nur Söhnen !
Kennst du aus eigener Erfahrung diese Herrlichkeit, Gott ganz nahe zu sein, fühlst du seine Umarmung, seine Annahme, genießt du seiner Liebe? Und das ist erst die erste Phase.
 
Bevor wir weiter gehen ist es richtig, daß wir uns den Anteil des Sohnes im Verherrlichungs-prozess mal näher anschauen. Wodurch wurde der verlorene Sohn der Herrlichkeit seines Vaters teilhaft ? Von wem kam die Initiative ? Es fing mit der Bekehrung des Sohnes an, denn der Vater möchte von vornherein schon geben und vergeben, jeden Tag hielt er Ausschau nach seinem Sohn. Aber der Sohn selbst mußte sich entscheiden, zu seinem Vater zu gehen und sagt das auch in Vers 18: Ich werde mich aufmachen und zu meinem Vater gehen ! Preist den Herrn. Und das machte er auch.
Er ließ es nicht bei seinem Vorhaben sondern er machte sich tatsächlich auf dem Weg und ging. Hast du dieses Bekenntnis auch schon ausgesprochen? Hast du dich geistlich auch aufgemacht und bist du zum Vater gegangen?
 
Die zweite Phase im Verherrlichungsprozess ist, daß Gott deinen Status verändern wird. Schau mal wie in diesem Gleichnis der Vater das Ansehen des Sohnes in der Tat verändert. In seiner Erbarmung gibt es keinen einzigen Vorwurf, im Gegenteil ! Er befiehlt seinen Knechten:
Holt mir schnell das schönste Gewand. Ein paar Stunden später ist das Ansehen des verlorenen Sohnes verändert: Der heruntergekommene, gebogene, in Lumpen gekleidete Landstreicher ist in einen reichen, aufrecht gehenden, in schönen Gewändern gekleideten Sohn verwandelt.
Die geistliche Bedeutung ist wohl klar: Der prächtige Mantel ist Bild vom Mantel der Gerechtigkeit , wie Jesaja 61 sagt. Er ist das weiße Gewand, daß wir bekommen, weil daß Blut von Christus uns vollkommen gereinigt hat.  Dieses Gewand bringt zum Ausdruck, daß all unsere Sünden vergeben sind, daß die Sündenschuld weggenommen ist und daß wir uns durch seine Gnade Gerechte nennen dürfen.
 
Lieber Bruder, liebe Schwester, hast du auch diese Phase in deinem Leben erlebt? Hast du dich für Jesus Christus entschieden? Hast du seine Gnade erhalten? Wenn du das bejahen kannst, dann ist auch dein geistlicher Status verändert worden, dein Ansehen ist verändert, preist den Herrn!  Oder hast du, trotz dieses schönen Mantels, noch immer die geistliche Haltung eines Sklaven und gehst du noch gebogen durch's Leben? Ist deine innerliche Haltung tatsächlich verändert? Du darfst stolz das Gewand tragen, wie ein Sohn es zu tragen weiß.
 
Auch hier ist es angebracht, auf das Schuldbekenntnis des Sohnes zu achten, das zur Reha-bilitation notwendig ist. Er sagt: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Ohne Demütigung keine Verherrlichung. Es ist aber nicht der Sohn, der seinen Status bestimmt. Der Wille des Vaters bestimmt das Ansehen seines Sohnes und den neuen Namen, den er seinem Sohn gibt. Siehe Offb.2,17.
 
Vielleicht betest du das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat: dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden (in den Menschen also). Darf Gottes Wille in deinem Leben auch geschehen, wo es deinen neuen Namen betrifft?  Vielleicht sagst du jetzt: Hör mal auf, denn jetzt habe ich mehr als genug gehört.  Leben in der Nähe des Vaters, der Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, das reicht mir schon. Bruder, Schwester, hör jetzt nicht auf. Gott mag keine halbe Arbeit, er möchte dir noch mehr schenken.
 
Nachdem der Sohn den Mantel der Gerechtigkeit bekommen hat, wird noch ein kostbarer Ring an seinen Finger geschoben: die dritte Phase im Verherrlichungsprozess. Das Erhalten dieses Ringes ist von großer Bedeutung. Dieser Ring, der eigentlich ein Siegelring ist, war für seinen Vater das Mittel, wodurch dieser seine Autorität bekräftigte.
Wenn er zum Beispiel ein Befehl in die Welt schickte, wurde dieser Befehlsbrief mit speziellem Lack versehen, in den er seinen Siegel druckte.  Jedermann sah an diesem Siegel, mit wem er zu tun hatte. Und diesen Ring, einen Ring der Autorität, bekam der verlorene Sohn.  Und beachte bitte folgendes: Ihm wurde keine Probezeit von 3 Monaten, in der er sein gutes Verhalten beweisen mußte, aufgelegt. Dieser Ring gehörte einfach zum Sohn. Nur Söhne können diesen Ring von ihrem Vater erhalten, nur sie können im Namen des Vaters reden.
 
Sind das nun Bilder aus einer uralten Geschichte? Nein, der Kern dieser Geschichte gilt uns alle auch heute. Wenn Jesus uns teilen läßt in der Herrlichkeit des Vaters, dann heißt das, daß wir an seiner Autorität teil haben. Verherrlichung bedeutet, daß Jesus uns seinen Namen gibt, seine Autorität. In Markus 16,17 z.B sagt er u.a. "In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, werden Schlangen aufheben, Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden".
Das Machtwort, das du im Namen Jesu aussprichst, bedeutet Gewalt und wirkt was aus in der geistlichen Welt, weil du in der Herrlichkeit des Vaters sprichst. Dieser geistliche Ring bekräftigt den Status des Sohnes.
Mein lieber Bruder, liebe Schwester, der Ring, der an deinen Finger geschoben wird, dient nicht als Schmuck sondern dient zum Gebrauchtwerden. Wie oft trittst du in der Autorität Jesu auf?
 
Die 4e Phase ist, daß der Sohn Schuhe, eigentlich Sandalen, an seinen Füßen bekommt, was auch wieder ein bedeutungsvolles Zeichen ist. Es ist ein Bild der Freiheit, die man hat, um im Haus des Vaters zu gehen wohin man möchte. Dabei denke ich an einen Psalm, wo steht: "Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang". Die Tagelöhner wurden normalerweise nur im Hof geduldet, in ihren Wohnstätten, in den Ställen, aber nicht im Haus ihres Herrn.
Auch das wird dein Teil! Du bekommst im Königreich Gottes keine abgesperrte Stube, wo du wohnen darfst, sondern du darfst mit dem Propheten Habakuk bekennen:  "Den Hirschen gleich macht er meine Füße, und über Höhen läßt er mich einherschreiten".  Gott gibt dir Platz in seinem Königreich, dein Wandel ist in den himmlischen Regionen, du wohnst  im Haus des Herrn. Hallelujah.
Wenn das ursprüngliche Ansehen des Sohnes völlig wiederhergestellt ist, folgt die letzte Phase der Verherrlichung, nämlich das Festessen.
Daß dazu das gemästete Kalb geschlachtet wird, hat auch wieder eine tiefere Bedeutung, denn im Jahresverlauf wurden eine Anzahl von Festen gefeiert.  Das Kalb aber wurde nur geschlachtet, wenn es ein besonders großes Fest gab. Der Vater bringt hierdurch zum Ausdruck, daß seine tiefe Freude nicht durch ein Opferfest oder ein Erntefest verursacht wird, sonder durch den Rückkehr seines Sohnes.
Den Grund für dieses Fest faßt der Vater ganz kurz zusammen:  "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden". Lukas 16,24.Der Vater äußert sein tiefstes, intimstes Verlangen seinem frustrierten, ältesten Sohn gegenüber, der sich nicht über die Wiederaufnahme seines Bruders freuen kann. Der Vater sagt in Vers 32:  "Es geziemte sich aber, fröhlich zu sein und sich zu freuen".
 
Leute, wie einen herrlichen Gott haben wir! Es gibt viele Bilder, die man von Gott hat: der Gott, der Anbeter sucht, der Gott, der regiert, der Gott, der richtet usw.  Alle diese Bilder werden in der Bibel dargestellt und sie sind wahr.  Aber diese alle sind nötig, um Gottes tiefste Verlangen zu erfüllen, nämlich : zu feiern !  Ein Fest mit seinen Söhnen und Töchtern zu veranstalten.
 
Das ist, was Gott am liebsten machen würde. Es ist sein Ziel, dort mit uns allen zusammen zu sein. Der Vater bestimmt auch die Atmosphäre, in der wir das Fest feiern.  Er will nicht nur essen und trinken sondern er sagt auch: wir wollen fröhlich sein! Hier haben wir wieder etwas über das Königreich Gottes entdeckt: es ist eine Kultur der Heiterkeit. In den Psalmen steht, daß Gottes Antlitz uns Fröhlichkeit und Licht gibt.
Vielleicht sagst du jetzt:  Es gibt doch auch Leiden? Ja, da hast du völlig recht ! Es ist ein Leiden, dem wir uns als Nachfolger Jesu Christi unterziehen müssen. Wir müssen durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. In Röm.8,17 haben wir gelesen, daß wir wirklich mitleiden müssen, damit wir auch mitverherrlicht werden. Leiden aber ist nicht das Ziel, was Gott beabsichtigt. Das tiefste Verlangen Gottes hat mit Intimität, mit Heiterkeit, zu tun wenn er mit seiner Familie beisammen ist.
 
Wir schließen ab mit einem letzten Blick auf den Ablauf dieses Gleichnisses aus Lukas 15.  Stellen wir uns mal vor, daß, nach dem Ende dieses herrlichen Feiers, die Eingeladenen alle nach Hause gegangen sind.  An einem gewissen Augenblick sind alle verschwunden und es ist stille geworden. Die einzigen, die noch da sind, sind der Vater und sein zurückgekehrter Sohn. Der Sohn sitzt neben seinem Vater, glücklich und ganz still, er hat keine Worte. Plötzlich fällt ihm ein, was alles er veranstaltet hat, was für Leben er geführt hat , wie er seinen Vater verlassen und sein Erbteil vergeudet hat, weil er nur an sich selbst dachte. Ihm wird allmählich klar, daß er, im Grunde genommen, nichts, aber dann auch gar nichts Bedeutungsvolles für seinen Vater getan hat. Er kann seinem Vater keine einzige Gegenleistung anbieten, ganz und gar nichts.
 
Und dann, in der Stille ihres Beisammenseins, stammelt der Sohn folgende Worte: Vater, sag mal, wem verdanke ich dies alles? Warum hast du dieses Fest veranstaltet? Warum diese Wiederherstellung, diese Liebe, dieses Fest?
 
Der Vater lächelt und sagt nur: "Weil du du bist, mein Sohn!"
 
Bevor wir mit einem Gebet abschliessen werden, frage ich dich nur noch dies"Wie verhältst du dich Gott gegenüber? Wie ist deine Haltung dem Vater gegenüber? Welcher ist dein geistlicher Status? Ich habe festgestellt, daß es viele Christen gibt, die, tief in ihrem Innern, die Haltung eines Tagelöhners anstatt die eines Sohnes haben. Damit könnte man sich zufrieden stellen, aber dann muß man viel entbehren.
Tagelöhner fällt man nicht um den Hals und werden nicht geküsst.
Tagelöhner bekommen keinen Mantel und keinen Ring, ihnen wird kein Fest angeboten, nur Söhnen.
 
Lieber Bruder, liebe Schwester, Gott hat dir keinen Geist der Knechtschaft gegeben wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft, in dem du rufen kannst: Abba, Vater! Wir wollen beten:
 
Großer Gott und Vater, du siehst uns jetzt, wo wir auch sind. Du weißt , was in unseren Herzen lebt. Du kennst unser Leben, unsere Verhältnisse und unseren Kampf. Du kennst die Gefühle unseres inneren Menschen. Du kennst unsere innerliche Haltung.
Himmlischer Vater, du kennst aber auch unsere Hoffnung und du siehst auch unser Sehnen nach deiner Herrlichkeit.
Herr, wir möchten verwandelt werden, offenbare uns deine Herrlichkeit, nicht zu Ehren von uns selbst,  sondern zu Ehren deines heiligen Namens.
 
Amen.