Monday, June 24, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Hagar
Duurt Sikkens
 
 
Heutemorgen möchte ich mal über Hagar reden! Ich gehe davon aus,  dass ihr alle die Geschichten von Abraham, Sara, Hagar, Ismael und Isaak kennt. Ich meine die Geschichten aus dem 1.Buch Mose 16 und 21. Hagar war eine Sklavin aus Ägypten und sie wurde die 2. Frau von Abraham. Weisst du warum? Weil Sara das Kind der Verheissung noch nicht bekommen hatte und sie ihrem Mann Abraham vorschlug, ein Kind bei ihrer Sklavin zu zeugen, denn sie habe deshalb die Geduld nicht mehr, noch länger zu warten.  Der Sohn der Verheissung ließ zu lange auf sich warten. Dann ein Kind erzeugt in rein natürlicher Weise. 
Wovon ist das ein Bild? Das werde ich euch erklären. Es gibt nämlich natürliche und geistliche Christen. Der geistliche, wiedergeborene Christ ist mit anderen Sachen beschäftigt als der natürliche, irdische, Christ. Es gibt sozusagen Isaaks und Ismaels. Natürliche, irdisch orientierte, Christen reden immer darüber, wie man sich in der Welt verhalten soll. Immer beschäftigt mit moralischem Benehmen in mehreren Bereichen und heissen das ihren christlichen Lebenswandel.
Wovon ist das eigentlich ein Bild? Das werde ich euch sagen! Es gibt nämlich natürliche und geistliche Gläubige. Der geistliche, wiedergeborene Christ beschäftigt sich mit anderen Sachen als der natürlich orientierte Christ. Es gibt sozusagen Isaaks und Ismaels. Natürlich orientierte Christen reden immer davon, wie man sich in der Welt benehmen soll. Immer moralisierend tätig in jeder Hinsicht und das heißt dann ein christlicher Lebenswandel. In Römer 8,4 ist die Rede von einem Wandel im Geist, einem Wandel in der unsichtbaren Welt, im Himmel, wo man mit geistlichen Sachen beschäftigt ist. Wenn man so handelt wird man wie von selbst ein guter Mensch. Jesus hat darauf sooft hingewiesen.Suchet erst das Reich Gottes, dann kommt der Rest wie von selbst. Wir beschäf-tigen uns oft noch viel zu viel mit irdischen Angelegenheiten und beten um nichts anderes, und legen nur davon Zeugnis ab. Wir beten für alles und noch mehr, aber in Wirklichkeit ist das nicht nötig. Liebe Leute, beschäftigt euch bitte mit den geistlichen Sachen. Wißt ihr, was bei den natürlich orientierten Gläubigen wichtig ist? Dienstbarkeit. Luther hat während seines Lebens darüber viel geschrieben und das war aufsehenerregend in seinen Tagen. Anderen Leuten immer zu Diensten stehen bedeutet, daß man sein eigenes Leben vernachlässigt und wenn man sich selbst ganz opfert, dann zählt man am Ende nicht mehr mit .
 
Selbst bin ich auch Schlachtopfer dieser Auffassung geworden und erst vor zehn Jahren habe ich mich von diesem Sklavenjoch befreit. Immer mußte ich anderen dienen, weil ich dachte, daß Gott das von mir verlangte. Aber in Wirklichkeit ist man Sklave oder Sklavin. Und in den Schwierigkeiten lächelt man, weil man ein froher, heiterer Gläubiger sein soll. Ist das aber ein schreck-liches Dasein. Dazu kommt noch, daß man meint, für sein Schaffen ein Entgelt zu bekommen.  Das hat alles mit Leistung und nichts mit Gnade zu tun. Aber in der Bibel steht doch: “Mein Lohn ist bei Mir”?. Kennst du diesen Text in Offenbarung 22 ? Das ist das Ergebnis von allem, was Jesus für uns getan hat. Das sind Leute. Leute, die von der Sünde und dem Tod losgekauft wurden. Es ist die Frucht des Schaffens Jesu.
 
Sklaven und Sklavinnen sollen immer tun, was ihnen aufgetragen wird. Man kann zwar Aegypten verlassen haben, wenn du verstehst, was damit gemeint ist, wenn aber Aegypten dein Herz noch nicht verlassen hat, dann kommst du auch nicht ins gelobte Land. Solche Leute fragen Gott, wie ich genauso tat: Herr, was soll ich für dich tun, Herr? Was soll ich heute für dich tun?
Ich frage dich: Was sollst du tun, um eine Erbschaft zu erhalten? Gar nichts!. Das ist der große Unterschied zwischen Gnade und Entgelt. Ich las mal in einer Sterbensanzeige von einer Frau: Ihr Leben bestand daraus, daß sie immer arbeitete.  So eine sollte man bemitleiden. Sie hat nie gewußt, daß sie von Gott geliebt wurde.
Wenn das der Fall, ist, daß man nicht weiß, ob man geliebt wird, dann kennt man weder den Herrn noch seinen Vater, denn sie verhalten sich uns gegenüber keineswegs auf diese Weise.
Man beschränkt sich selbst, indem man allerhand Religiosität treibt, indem man sich selbst mit allerhand Aktivitäten und Pflichten aufsattelt. Man nimmt ein Joch auf sich! z.B. Du nimmst dir vor, jeden Tag eine Stunde Bibel zu lesen, oder zu beten oder etwas anderes zu tun.  Warum legst du dir selbst solche Lasten auf? Hat Jesus das jemals von dir verlangt? Das heißt dann Jünger sein und du sollst auch noch Kurse nehmen. Man hat gar keine Ahnung von Liebe und einer Liebesbeziehung. Auf die Dauer wird man süchtig nach Anerkennung! Man wird anerkennungssüchtig. Du bist fortwährend mit deiner eigenen Angelegenheiten statt mit denen des Vaters beschäftigt. Jesus war erst 12 Jahre alt als er schon wußte, daß er in dem sein mußte, was seines Vaters war.
 
Ich lese euch was vor aus Lukas 17, ab dem 7.Vers, wo Jesus sagt: Wer aber von euch, der einen Sklaven hat, der pflügt oder hütet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm und leg dich sogleich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und danach sollst du essen und trinken? So ist es, sagt Jesus. Wird er seinem Sklaven danken, weil dieser tat, wie ihm befohlen war? Ich meine nicht. So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnütze Sklaven, wir haben getan, was wir zu tun schul-dig waren.
Hier kann man ja nicht von echtem Leben reden! Das heißt doch kein echtes Eheband? Dann würde man es gar nicht richtig verstehen! Darum sagt Jesus es hier so klipp und klar, klarer geht’s nicht. Es hat nämlich nichts mit Glauben und Gnade zu tun.
 
Ein anderer Einfallswinkel ist  Joh.8,36: Hier sagt Jesus zu den Menschen, die ihm alle geglaubt hatten (im Urtext steht hatten, denn eine kurze Zeit finden sie es schön und angenehm, zumal er die Kranken heilt; wenn es darauf ankommt, dann gehen sie von dannen) “Ich werde euch frei machen”.
“Sind wir Sklaven?” erwidern sie dann.  Das ist Logik. Jesus sagt auch: Der Sklave aber bleibt nicht für ewig im HausohJoh, der Sohn bleibt für immer. Andere Übersetzung: Ein Sklave hat kein bleibendes Plätzchen.  Und da hat man den Unterschied. Ein Sklave ist kein Erbe. Er bekommt vielleicht nur was zum Geschenk. So hat Abraham es gemacht. Er gab jenen Leuten, die nicht länger Sklave waren oder ihn verlassen möchten, Geschenke mit.
 
Geistlich gesehen kann man auch Geschenke bekommen. Du bist z.B. geheilt worden oder ähnliches. Jemand, der erbt, erhält nichts weil er es verdient hat, sondern weil jemand gestorben ist.  Und Jesus starb, Er ist richtig tot gewesen. Darum bekommen wir die Erbschaft. Was ist Seine Erbschaft? Sein Geist ! Wo der Geist ist, ist Leben, und das eben ist das Königreich Gottes. Wir haben es ererbt.  Man wird also nicht noch mal eine Erbschaft bekommen.
Das Schönste was es gibt, hast du schon bekommen, Besseres gibt es nicht. Das natürliche Christsein setze ich dem geistlichen Christsein gegenüber. Man könnte auch sagen: Hagar der Sara gegenüber.
 
Paulus führt über dieses Thema im Galaterbrief aus. Diese Gemeindemitglieder hatten auch gut angefangen, sie wußten von Sohnschaft und Vollkommenheit, aber ..sie waren vollkommen in ihren irdischen Beschäftigungen, alles lief wie am Schnürchen: perfekte Organisation, herrliche Anbetungsdienste, schöne Predigte, alles wunderbar und kontrolliert. Aber dann sagt Paulus: O unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert? Seid ihr verrückt geworden? Ich möchte nur eines wissen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens? Nur das Eine möchte ich wissen. Er wiederholt es noch einmal: Ihr habt angefangen im Geist, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden? Das gibt es doch nicht. Später sagt er noch: ihr seid unter dem Fluch des Gesetzes, ihr seid nicht frei, Ihr kennt weder Gott noch seinen Sohn. Denn ein Joch bedeutet Fluch. Und beten und beten um Kraft, damit man durchhält. Das heißt Sklaverei! Stell dir mal vor, daß meine Frau ständig betet um Kraft, damit sie mit mir durchhalte. dann stimmt hier doch was nicht?
 
Dann kommt 1.Mose 16,8, das wollen mal aufsuchen in der Bibel.
Es gibt ein Baby, mit Namen Ismael. Dadurch benimmt sich seine Mutter sich der Sara gegenüber ein bißchen überheblich, weil sie schwanger war und Sara nicht . Das hat Sara sehr gekränkt, was ich mir auch sehr gut vorstellen kann. Abraham sagt zu Sara: Sag’ mir mal, wie ich ihr befehlen soll. Schick sie einfach fort, sagt Sara, denn das ertrage ich nicht. Schließlich wird Hagar weg-gesandt und sie geht.  Der Engel des Herrn fand sie an der Wasser-quelle in der Wüste auf dem Weg nach Schur, der zu ihr sprach:
Hagar, Magd Saras, woher kommst du und wohin gehst du?
 
Was hältst du von dieser Frage? Das sind die Kernfragen deines Daseins: Woher kommst du, wo befinden sich deine Wurzeln und wohin gehst du? Lieber Mensch, welcher ist dein Ursprung und wohin gehst du? Im 9.Vers steht dann: Kehre zu deiner Herrin zurück und demütige dich unter ihre Hände! Das heißt: Bitte um Entschuldigung. Aber eigentlich geht es hier um eine geistliche Angelegenheit. Es heißt eigentlich: demütige dein natürliches unterworfenes Christsein der geistlichen Wirklichkeit, der Ver-heißung Gottes. Das ist der hinterliegende Gedanke. Paulus sagt es so: Du sollst dich davon reinigen. Hör auf, zu beten für alle irdische Angelegenheiten, deine Verwandten, deine Stelle. Es ist nicht nötig. Beschäftige dich mit den Angelegenheiten deines Vaters, der Rest kommt wie von selbst. Unter uns befinden sich mehrere Leute, die auch so leben. Sucht zuerst das Königreich Gottes, alles andere wird hinzugefügt werden.
 
Von Ismael steht in Vers 12 geschrieben, daß er sich allen seinen Brüdern vors Gesicht setzt. Seltsamer Ausdruck. Buchstäblich steht hier: Er wohnt seinen Brüdern gegenüber. Der natürliche Christ wohnt dem geistlichen Christen gegenüber. Verstehst du, was ich meine? Die fleischliche/natürliche Christen (die Esau’s) werden auch die geistlichen Christen verfolgen. Wer wird dich am meisten Widerstand leisten? Dein eigener Kreis! Alle Propheten haben es erlebt. Jesus hat es auch erlebt, und Seine Jünger. Jene Leute leisten am meisten Widerstand, die sagen, an Gott zu glauben. Dann passiert etwas Rührendes, denn Hagar nannte den Namen des Herrn, der zu ihr geredet hatte. In einer anderen Bibel-Übersetzung steht, daß sie das Merkmal Gottes nannte, denn, sagt sie, Du bist ein Gott des Sehens. Du hast mich gesehen und das hat mich gerührt und getroffen. Sie wurde weggesandt und dann wird sie von Gott gesehen. Da kam sie an eine Wasserquelle und hier steht buchstäblich: Brunnen des Lebendigen, der mich gesehen hat.
 
Obwohl Sara im Recht war, hat Gott sich Hagar erbarmt. Sie hat es beim Brunnen entdeckt, beim Brunnen des Lebendigen.
 
Ich frage dich: Schaust du mit den Augen Gottes auf die Menschen? Es gibt zu viel Leute, natürlich denkende Christen, die auf Äußerlichkeiten acht geben , die dich nach deinem Benehmen beurteilen, die nur auf die Sachen achten, die vor Augen sind.Sie plappern viel, wissen alles über natürliche Verhältnisse wie Ehen und Scheidungen. Sie wissen haargenau, was erlaubt ist oder nicht und reden stundenlang über allerhand Werte und Maßstäbe. Alles irdische Sachen, wie eine christliche Soapserie.
 
Oder ist es anders? Schaust du auf das Innere anderer Menschen wie in einer guten Beziehung? Das ist etwas schönes. Der Herr sieht auf das Herz, sagen wir, aber tun wir das auch? Denn das wird gemeint, wenn man von “aufgeklärten Augen” redet.  Die sind dann durch die Liebe Gottes aufgeklärt worden und werden demzufolge zu Lampen. So kann man die Leute mit der Liebe Gottes beleuchten.
Ich sage euch, daß es Heilung für die Seele bedeutet, wenn einer wirklich auf dich hörst. Es gibt auch Christen, die eine me-too button haben, so heißt das in der Sozialpsychologie. Kennt ihr das, so eine me-too button, worauf steht: me-too? Weißt du, was das bedeutet? Ich gebe dir ein Beispiel. Du erzählst einem über eine Erfahrung aus deiner Jugendzeit, worauf der andere reagiert mit: Ja, das habe ich auch mal erlebt. Dann fängt die zweite Person an, darüber zu reden und hört demzufolge nicht mehr auf das, was du
erzählen möchtest. Es gibt Leute in der Welt, die besser zuhören können und barmherziger sind wie mancher Christ. Jesus hat diese Leute bemerkt und nannt sie die Barmherzigen. Er sagt: Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren. Du bist barmherzig gewesen, geht hinein in mein Königreich. Das ist die Barmherzigkeit Gottes.
 
Wer bist du? Möchtest du, daß deine Identität bekannt wird oder spielst du immer noch eine Rolle? Es geht um deine eigene Seele,
du kannst deiner eigenen Identität nicht entrinnen. Du solltest mal tüchtig darüber nachdenken, wer du eigenlich bist. Du kannst die Flucht ergreifen in allerhand Aktivitäten, dennoch bleibt die Kernfrage: Wer bist du, woher kommst du, wohin gehst du? Ich liebe meine Frau nicht aufgrund dessen, was sie für mich tut sondern wer sie ist. Wenn du entrinnst, gibt es eine gute Chance, daß du dichselbst verlierst, dennoch ist Gott auf der Suche nach dir. Er verliert dich nicht aus dem Auge, auch nicht aus seinem Herzen. Nimm Hagar als Beispiel. Gott erbarmt sich immer, so ist seine Natur. Und meine Frage an euch lautet: Sind wir auch so geartet? Erbarmen wir uns immer wieder oder sagen wir: Es hört einmal auf?
 
Jetzt wollen wir 1.Mose 21 aufsuchen, wo zum zweiten mal die Rede ist von Hagar und Ismael. Ismael ist jetzt 12 Jahre alt und Isaak ist jetzt 3 Jahre alt. Dort im Zelte Sara’s gibt es einen Feier  und Ismael spottet über Isaak. Was er genau gesagt hat, steht hier nicht sondern nur: er macht sich lustig über ihn. Er muß etwas zuungunsten des Sohnes der Verheißung gesagt haben.
 
Schauen wir jetzt mal auf Vers 10, wo Sara sagt: Vertreibe diese Magd und ihren Sohn, denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn Isaak Erbe werden. Ich kann mir dabei was vor-stellen, denn sie ist wütend. Aber Abraham dachte bei sich selber: Das gefällt mir keineswegs. Dieses Wort war sehr übel in Abra-hams Augen, lesen wir hier. Er liebte sowohl Ismael als auch Hagar.  Gott aber sprach zu Abraham: Laß es nicht übel sein in deinen Augen wegen des Jungen und wegen deiner Magd; in allem, was Sara zu dir sagt, höre auf ihre Stimme. In anderen Worten. Ich werde mich auch um Hagar kümmern, denn so bin Ich, aber Ismael ist nicht der Sohn der Verheißung. Ich werde ihm auch bescheren und ihn zu einer Nation machen. Meine Verheißung ruht auf deinem Sohn Isaak. Darum ist Isaak ein Bild Jesu Christi wie Abraham ein Vater ist, der Gott ähnelt.
 
Vers 14. Am folgenden Morgen früh nahm Abraham Brot und einen Schlauch Wasser. Welche Gedanken hat er dabei gehabt? Stell dir mal vor. Brot, ein Schlauch Wasser, er gibt es der Hagar, legt es auf ihre Schulter und schickt ihr weg mit dem Kind.  Eine ganz traurige Szene.  Er schickte sie fort. Es gibt eine andere Über-setzung: Er gab ihr ihre Freiheit. Ich denke dann, Abraham, du bist ein phantastischer Kerl. Hagar, du bist nicht länger meine Sklavin, ich schenke dir die Freiheit, geh’ nur. Er wird ihnen wohl nachgeschaut haben, bis sie aus seinen Augen verschwunden waren. Sie hatten niemals mehr Kontakt zueinander.
 
Da stehen diese zwei Menschen, Hagar und Ismael, vor ihrer eigenen persönlichen Wüste. Verstoßen, heimatvertrieben, im Exil also. Versuche mal im Exil und als Verstoßener deinen Eigenwert zurückzufinden. Hast du mal mit Leuten, die aus der Gesellschaft, aus einer Beziehung oder aus der Ehe verstoßen sind, gesprochen? Es ist eine Riesenaufgabe, ihnen ihre Selbstachtung zurück-zugeben. Wenn man sich in so einer Wüste befindet, bedeutet das, daß man abhängig vom Hl.Geist sein soll. Mose hat 40 Jahre in der Wüste gelebt und danach durfte er noch mal 40 Jahre mit einem Wüstenvolk umherziehen. 80 Jahre hat er nur Sand und Steine gesehen. Die Wüste ist Bild des natürlichen Lebens, in dem kein ewiges Leben ist, kein echtes Leben. Jesus, 40 Tage und Nächte in der Wüste, abhängig vom Hl.Geist. Ein schwerer Kampf manchmal aber es schützt die Seele vor dem Bösen.
 
Vers 15: Als aber das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen der Sträucher uns sie ging und setzte sich gegenüber hin, einen Bogenschuß weit entfernt, denn sie sagte sich: Ich kann das Sterben des Kindes nicht ansehen. So setzte sie sich gegenüber hin, erhob ihre Stimme und weinte.
 
Kannst du dir davon eine Vorstellung machen? Ein Bube von 12 an der hand seiner Mutter und das Wasser ist zu Ende. Eine Mutter gibt oft das letzte Wasser ihrem Kind und dann sagt Hagar: Ich kann es mir nicht länger ansehen, daß das Kind sterben muß.  Darum nimmt sie das Kind, wirft ihn unter einen Strauch und setzt sich einen Bogenschuß weiter hin. Sie kann nicht länger zu-schauen.  Kennst du das? Daß du die Sohnschaft Gottes unter einen Strauch wirfst? Es handelt sich hier um ein Gleichnis. Du sagst: Ich habe so mein Bestes getan, aber jetzt höre ich damit auf. Ich bin zwar ein Kind Gottes, aber was hat es mir gebracht? Nach so vielen Jahren? Die Sohnschaft Gottes wird unter einen Strauch geworfen und du gibst es auf.
 
Im 16.Vers steht, daß Hagar ihre Stimme erhob. Nun ist es Gottes Gewohnheit, auf jene Leute achtzugeben, die ihre Stimme erheben.Worauf hört Er? Auf die Stimme des…was lesen wir im 17.Vers: Er hört auf die Stimme des Jungen. Der hat natürlich auch gejammert. Ich weiß nicht, warum Hagar jammert. Was denkst du? Was würdest du es empfinden, wenn du durch den Vater deines Kindes aus deiner Umgebung weggeschickt würdest? Du bist obdachlos geworden. Wie wären deine Gefühle? Hagar be-klagte sich natürlich vor Gram, war aber auch frustriert durch das ihr angetane Unrecht.  Wenn dir Unrecht angetan ist, kannst du dich sehr verletzt fühlen. Wie denkst du über Eifersucht? Die wird Hagar auch wohl empfunden haben. Und Hass Sara gegen-über. Warum tut Abraham nichts für mich? Warum tritt er nicht für mich in die Bresche? Verzweiflung. Was passiert, wenn diese Dinge in deinem Leben eine Rolle spielen? Hast du eine Ahnung, was mit deinen Augen passiert? Du wirst ein Blinder, du wirst verblendet und siehst keinen Ausweg mehr. Du bist blind und taub geworden für das lebendige Wasser, für eine Quelle.
 
Was passiert dann in Vers 18? Was sagt Gott? Denn die Sohnschaft war fast zu Ende. Steh auf, nimm den Jungen und fass ihn mit der Hand. Was hältst du davon? Was ist aufstehen? Aufstehen heißt, deine Kummer, das Unrecht, die Frustration und all deine christliche Aktivitäten zurücklassen und das Kind mit der Hand fassen. Denn nur darum geht es, um die Sohnschaft Gottes. Laß dein Sklavendasein los, dann wird es dich auch loslassen. Laß dich heilen und nimm das Kostbarste, was du hast, fass es mit der Hand, das Kind Gottes in dir selbst. Gib diesem Kind wieder Wasser. Hagar, du bist blind wie ein Maulwurf, sehr verständlich, aber du bist blind. Denn wo war Hagar?  Ohne es zu wissen, saß sie neben einem Wasserbrunnen. Und Gott öffnete ihre Augen und sie sah einen Wasserbrunnen. Den siehst du nicht, wenn du frustrierst bist.  Schade! Steh auf, nimm den Jungen und fasse ihn mit deiner Hand. Das ist ein schöner Ausdruck. Sie lehrt dieses Kind wieder gehen. Fass ihn mit der Hand. So zart, so echt! Das Kind Gottes, fass es mit der Hand, denn das ist der Kern der Sache und dann wird Gott deine Augen für eine Quelle in der Wüste öffnen. Man kann also neben einem Brunnen sitzen und diesen übersehen. Das hat Jesus auch erlebt. Er sah diese geistlich blinde Leute rings um ihn, die auch noch behaupteten, daß sie richtig sähen. Aber Ihn, die Quelle des Lebens, sahen sie nicht. Er war die Quelle des Lebens. Sie sahen es überhaupt nicht. Petrus heißt das kurzsichtig. Aber Gott kann dir die Augen öffnen, wenn du Ihm die Gelegenheit gibst. Du siehst den Brunnen, du holst dir Wasser, du nährst das durstige Kind in dir und du, Kind Gottes, wirst wieder lebendig. Lebe durch seinen Geist, dann lebst du in seinem Geist.
 
Zum Schluß noch ein paar Fragen: Womit hast du so vollauf zu tun? Woher kommst du? Wohin gehst du? Bist du Fleisch oder Geist? Noch eine Frage: Möchtest du entdeckt werden? Möchtest du selbst lernen, richtig zu schauen? Möchtest du geheilt werden? Dann gilt die Verheißung, daß du voller Gnade sein wirst, auch dich.
Ist das nicht wunderbar?
 
Amen,
 
 
 
Wir wollen beten: Vater, lehre uns, das Kostbarste, was wir sind, ihr Kind, ganz gut zu erhalten, daß wir uns selbst in deiner Liebe erhalten, damit wir alles, was der Sklaverei ähnelt, hinter uns lassen können und wir, als deine Kinder, frei und unbefangen leben können.
 
Amen.