Friday, April 19, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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(Ver-)Urteilen
Botschaft gebracht von Jan Fluit
 
 
 
Einen schönen guten Morgen wünsche ich euch, liebe Brüder und Schwestern.
Das Thema von heute lautet (Ver-)Urteilen
 
Sucht mit mir bitte mal auf: Matthäus, Kapitel 12. Da steht in Vers 20, und zwar 20b – ich lese den vollständigen Vers:
Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Gericht hinausführe zum Siege.
Wohl ein bekannter Text, nicht wahr? Es ist jedoch ein sehr schönes Prinzip, worüber ich heute Morgen gerne sprechen möchte. Wenn das die Lebensart Jesu gewesen ist, dann ist das in diesem Fall auch unsere Lebensart. Wir lieben es doch, uns mit dem Evangelium Jesu zu beschäftigen, mehr noch als mit dem Evangelium über Jesum. Diese Wahl haben wir, glaube ich, schon miteinander gemacht. Und wenn nicht, dann ist es gut, diese Wahl nachträglich zu treffen. Nicht, dass etwas mit dem Evangelium über Jesus nicht in Ordnung wäre, wenn es sich jedoch immer über Jesus handelt, dann ist das Thema ausschließlich dasjenige, was er getan hat. Und wirkst du mit dem Evangelium Jesu, dann ist es seine Lebensart, die du in die Praxis umsetzt. Damit kann man dann auch etwas anfangen.
Also auch in diesem Fall, dieses Prinzip über ‚das Gericht zum Siege hinausführen’, ist eigentlich eine Art Grundprinzip des Lebens. Und wenn man dieses Prinzip anwendet, dann passiert schon einiges.
 
Woran denkt man beim Begriff ‚Gericht’?
Man kann mit einer Sache vor Gericht gehen. Gibt es einen Streitfall, dann versucht man eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen.
So darf man vom Richter eine kritische, prüfende Beurteilung, eine abwägende Stellungnahme erwarten.
Danach erwartet man vom Richter eine richterliche Entscheidung, die den Streitfall abschließt, es kommt dann eventuell zu einer Verurteilung. Und mit Verurteilung ist der Begriff ‚Strafe' verbunden.
 
In unserem Alltag haben wir uns oft ein Urteil über eine Sache zu bilden. Es ist jedoch auch möglich, dass man über eine Sache kein Urteil hat. Wir alle haben mit dem Begriff ‚Urteil’ zu tun. Und das ist normal, solange es jedoch bei einer 'Beurteilung' bleibt. Sobald sich ein Urteil jedoch in eine Verurteilung ändert, ja, dann wird die Sache anders.
Nun mal praktisch! Wie kann ich im Alltag ein Gericht zum Sieg hinausführen oder anders gesagt: Kann im Alltag ein Urteil zum Sieg hinausgeführt werden? Von was für Instrumenten - dies mutet vielleicht technisch an - mache ich Gebrauch? Eine andere Frage, die möglicherweise noch eher gestellt werden kann: Wende ich das Urteil schon an? Oder führt Urteil mich vielleicht zum Verlust hinaus? Meine Bewertung von Sachen, wodurch ich fortwährend Verluste erleide? Habe ich die Regie in der Hand, wenn ich zu urteilen habe? Habe ich die Regie nicht in der Hand, dann befindet sie sich in der Hand eines anderen, denn es wird geurteilt! Und dann hängt es davon ab, wer dieser andere ist und wie er damit verfährt. Denn so geht das dann.
 
Wenn man sich vergegenwärtigt, in welchem Rahmen dies gesagt worden ist - denn dieser Passus stammt von Jesaja, den ich nachher noch aufgreifen werde.
Kurz zuvor heilte der Herr den Mann mit der verdorrten Hand und fassten die Pharisäer den Beschluss, Jesus umzubringen. Nun steht in Vers 15:
‚Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg.'
Und dann folgten viele ihm, und er heilte alle Kranken. Er verbot ihnen jedoch, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. ‚Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist,’ steht in Vers 17.
Das heißt also nicht, dass der Herr diese Heilstaten in dem Sinne verrichtete, dass er dachte, ich mache das, weil es nun einmal in der Bibel steht. Aber, weil das prophetische Wort, das Wort  Gottes eine solche Wahrheit ist und wenn ich dem folge, dann finden die Dinge statt, die Gott versprochen hat. Dann sagt er: "Der Prophet Jesaja hat gesagt:
Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe.“
-„Schau mal’, sagt Gott, „ein Mensch, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich habe viel Freude an ihm. Ich liebe ihn sehr.“
Ich kann mir das auch folgendermaßen vorstellen: Gott liebt per definitionem den Menschen, Gott liebt es, wenn ein Mensch zur Geltung kommt. Wenn ein Mensch "Mensch" ist. Der Vater hat es mehrere Male gesagt: "Schau mal, das ist nun der Sohn, an dem ich Gefallen habe. Ein solches Wesen hatte ich im Sinne, als ich den Menschen schuf. So frei, so lebend, so echt!“ Kein Mensch mit einem lauten Wesen. Jesus ist kein Mensch, der unbekümmert laut spricht und wenig Feingefühl hat. Unser Kennzeichen wird denn auch nicht sein, dass wir mit viel Lärm, viel Geschrei kommen. ‚Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören' steht in Vers 19.
Jesus war also keine Person, die großen Aufwand bevorzugte, keineswegs! Sein Leben führte zu Streit, er selbst beteiligte sich nicht daran. Und das ist großartig! Wenn deine Lebensart zu Streit führt, zu Uneinigkeiten, beteiligst du dich dann daran oder nicht? Denn das ist auch ein Urteil. Ich kann mich dafür entscheiden, mich an Streit zu beteiligen. Und damit meine ich nicht nur einen Streit zwischen Personen. Es kann bei uns selbst in unserem Innern ein Streit abspielen. Wenn man fortwährend dabei ist, Anerkennung zu heischen, dann streitet man sich auch. Dann ist das, worüber du Anerkennung zu heischen wünscht, was dich berührt hat. Und das muss dann wieder richtig gestellt werden. Wenn etwas jedoch richtig ist, dann braucht das doch nicht mehr richtig gestellt zu werden? Wenn man jedes Mal dabei ist, alles richtig zu stellen, dann hat man es irgendwo von einem anderen schief stellen lassen. Wenn es richtig steht – wenn es etwa deine Gerechtigkeit gilt – dann entsteht Streit. Es ist nicht möglich, etwas noch richtiger zu bekommen, wenn es schon richtig ist. Deswegen ist es gut, dass man selbst daran festhält, was richtig ist, denn sonst wirst du den Herrn auch Dinge fragen, von denen er sagt: "Was mich anbelangt, hat sich nichts geändert. Ich denke noch genau so wie zuvor. Das Problem ist, dass, weil etwas über dich gesagt wurde, das zu einer Verurteilung führte. Dadurch entstand ein Schleier, ein Nebel, zwischen dir selbst und meiner Wahrheit. Meine Wahrheit jedoch hat sich nicht geändert. Das Einzige, was ich tue, ist: Veranlassen, dass der Nebel verschwindet. Ich sorge dafür, dass Dinge, die bereits wahr waren, wieder klar werden, und dass diese Dinge wahr für dich werden.“ Denn die Wahrheit Gottes ist eine Wahrheit, die in aller Ewigkeit bereits besteht. Der Punkt war, dass dir diese Wahrheit durch Lügen – diesen Nebel – vorenthalten war.
Dieser Geliebte, dieser Mensch, den Gott so liebt, das ist ein Mensch, auf den Gott seinen Geist legt, steht hier. Dieser Geist wird dir als Geist der Wahrheit aufgelegt. Und dann, wenn dieser Geist auf den Menschen gelegt worden ist – auf den Menschen Jesus -, aber auch auf dich selbst, dann wird dieser Mensch vom Geiste geführt den Heiden das Urteil verkünden. Und das ist eine schöne Arbeit!! Und das ist auch die große Aufgabe der Gemeinde. Wir werden den Heiden das Urteil bekannt machen. Früher dachte ich in diesem Zusammenhang: Es ist ihre eigene Schuld, dass sie die Wahrheit nicht kennen. Wenn ich den Heiden das Urteil verkünde, dann biete ich eine prüfende Beurteilung an, so dass sie, wenn sie wollen, sich für die andere Seite entscheiden können und von der Heidenschaft loskommen können. Denn „heidnisch“ heißt: von Gott getrennt sein. Nun, dieser Mensch braucht es, dass ihm ein Urteil verkündet wird. Dass man die Möglichkeit erhält, von dem Gedanken, von der Situation loszukommen, dass man es ohne Gott machen muss, dass man alles selbst machen muss. Dein Urteil führt jedoch dazu, dass der andere eine Verbindung, ein Bündnis mit Gott erhält und folglich zu leben beginnt.
Womit rechnet man dann ab? Nicht mit dem Heiden, sondern mit dem falschen Gedanken. Und das machst du. Nun, dann ist es schön, dass hier steht, nicht durch Zank, Geschrei oder Lärm. Und das spricht mich sehr an. Schon der Gedanke daran, dass wir als Gemeinde eine außerordentlich lärmende Gruppe von Menschen zu werden haben, die überall im Namen Jesu vielerlei Dinge zu tun hat. Denn, wie will man nun richtige Menschen bekommen, wenn man Dinge zu tun hat,  wodurch Menschen sich selbst gerade verlieren, sich verloren haben.
 
Vor einigen Tagen sprach ich eine Person, die immer einen sehr fröhlichen, heiteren Eindruck macht. Durch Umstände bekam diese Person Probleme. Wir sprachen lange darüber, und dann sagte sie: "Ja bei mir steht alles im Zeichen des Sich-selbst-immer-beweisen-Müssens. Beweise dich selbst, zeige, dass du gut aussiehst und dass du fröhlich und fügsam bist, denn dann wollen die Menschen dich schon akzeptieren. Und ich weiß, dass es nicht richtig ist, so zu leben. Eine Unmenge an Menschen leidet jedoch darunter. Wie viele Menschen leben nicht in einer Scheinwelt. Wie viele Menschen sagen und denken nicht: Hauptsache ist, dass man gut aussieht. Man benutzt Kilos an Puder und Make-up, damit man attraktiv gefunden wird. Ja, und wenn ich attraktiv aussehe, dann ist der andere schon bereit, mich zu lieben. Man könnte dann sagen: Das Puder und nicht der Mensch wird geliebt! Ohne Puder bleibt also nichts übrig. Und das ist seltsam, nicht wahr? Und wie oft geschieht das nicht! Auch wir kennen das. Man wird verurteilt wegen seines Äußeren. Manche haben ein schönes Äußeres, ihr Inneres sieht jedoch anders aus. Im Innern ist die Rede von Verwirrung und Ablehnung. Weil sie nie akzeptiert worden sind. Oder, was noch öfter der Fall ist: Man glaubt, dass man nicht akzeptiert wird. Und dann entsteht angepasstes Benehmen. Ich weiß, worüber ich spreche. Ich habe es selbst erlebt. Und man ist immer dabei, sich anzupassen. Und worin resultiert das? Man weist das Benehmen eines anderen auf, nicht das Benehmen, das zu dir gehört. Dann spielt man Theater und über Theater wird gelacht. Man wird ausgelacht. Das Theater wächst und du wirst kleiner und kleiner und verschwindest letztendlich. Alles Staffage! Aufgrund von dem, was man von dir sagt, aber eigentlich von dem, was die Gewalten  von dir sagen. Denn das ist SO wichtig, zu wichtig, viel zu wichtig!!!
Wenn wir uns heute, hier heute Morgen schon einigen können, dass es wichtig ist, dass das Gericht zum Sieg hinausgeführt wird, und wir sind uns darüber einig, und heute Nachmittag oder heute Abend sagt dein Kind, dein Nachbar oder wer auch immer etwas, was eine Verurteilung ist, gilt es dann wieder? Hat es dann wieder seine Gültigkeit? Führt das Gericht dann wieder zum Verlust? Gehen dann Dinge wieder schief? Weil du eigentlich sieht, dass es eigentlich auch schon etwas verkehrt ist? Denn so ist es oft, nicht wahr? Wodurch verurteilt man etwas? Nun, weil alles noch nicht hundertprozentig ist, weil noch einiges zu beanstanden ist.
 
Im Fernsehen gibt es heutzutage viele Sendungen – und wir schauen sie uns manchmal an -, in denen Familien, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfördert sind, von Pädagogen unterstützt und beraten werden.
Was mich in diesen Sendungen immer wieder auffällt, ist, dass wieder zur Basis zurückgegangen wird, dass man zurückgekehrt zu der Frage: Wer bist du? Und das wird auch zu einem großen Teil  durch Regeln deutlich gemacht. Es fällt mir jedes Mal wieder auf, dass, indem man Regeln gibt, Deutlichkeit geschaffen wird, dass einem damit geholfen wird. Und wenn ein Kind durcheinander gebracht wird, dann hat das oft damit zu tun, dass man als Eltern verwirrt ist. Man nennt die Regeln schon, ist jedoch nicht konsequent. Und eigentlich weiß das Kind dann nicht mehr, woran es ist. Man bringt das Gericht nicht mehr zum Sieg. Man setzt keine Grenzen mehr.
 
Gleiches gilt mit einem geistlichen Gesetz. Wenn man sagt: „Ich rede Jesus nach. Ich bin in allem mehr als Sieger, und du, Teufel, du hast nichts zu sagen und du hast nichts an mir zu beanstanden!“ Wenn dann danach etwas zu dir gesagt wird, was sehr verurteilend ist, dann denkst du vielleicht: „Er hat an mir nichts zu beanstanden, aber dies ist schon sehr giftig, was auf mich zukommt. Das schmerzt schon!“ Dann führt seine Verurteilung zum Sieg und nicht mein Urteil, denn meine Grenze ist nicht geschlossen. Warum nicht? Ja, ich will es schon, aber dann ist die Situation wahrscheinlich komplizierter als ich gedacht hatte, und dann wird das falsche Thema mein Thema; denn ich sehe, dass die Dinge nicht richtig sind, nicht wahr? Dann betrachte ich mich selbst in der Art wie: Ja, ich bin schon geknickt oder ich bin ein qualmender Docht. Ich müsste schon anders funktionieren und das tue ich nicht. Das tue ich nicht  wegen meines Kindes, wegen meiner Kollegen, wegen mir selbst. Es klappt einfach nicht und eigentlich bin ich völlig kaputt. Dann habe ich auch nicht viel mehr zu sagen, nicht wahr? Was kann ich nun einem anderen sagen, wie kann ich einem anderen helfen, wenn bei mir noch vieles kaputt ist?
Nein, ich kann erst etwas bedeuten, wenn alles wirklich in Ordnung ist! Denn man wird verurteilt, weil es nicht in Ordnung ist. Und du kannst erst mitreden, wenn alles in Ordnung ist. Dann kann man von einer wirklichen Verurteilung sprechen! Sobald man eine gute Bewegung zu machen wünscht, dann wird man verurteilt wegen dessen, was noch nicht da ist.
 
Aber hier sprechen wir vom Grundsatz Jesu, dass er, was geknickt ist, nicht zerbricht. Und was ist geknickt? Was schwer getroffen wurde, was schwer beschädigt wurde und dadurch nicht mehr aufrecht steht. Man wurde im Leben so beschädigt, dass man sagt: „Ich vertrage es nicht mehr, ich bin kaputt. Das, was geschehen ist, hat mich kaputtgemacht!“
Und dann kommt Jesus, der wirkliche Mensch, der sagt: „Das zerbreche ich nicht, sondern das richte ich auf.“ Er sagt nicht: „Darauf verzichte ich, es ist ja geknickt, es ist nämlich beschädigt.“ Das hört man Jesus nicht sagen. Und bitte: sage es dann selbst auch nicht!
Wenn hier steht ‚ein geknicktes Rohr’. Der Wind knickt das Rohr nicht. Habt ihr schon mal Rohr in einem schweren Sturm gesehen? Das Rohr biegt sich und wogt und wird nicht geknickt. Nein, wenn das Rohr geknickt ist, dann ist etwas anderes geschehen. Dann war Gewalt im Spiel. Wenn man nun ein geknicktes Rohr sieht, und sich dazu entscheidet, es aufzurichten, ja, dann wirkst du im Geiste Jesu. Dann wirkst du zusammen mit Gott, mit Jesus, dann hilfst du, indem du wiederherstellst.
Gott fängt auf diese Art und Weise bei dir selbst an. Wenn er dich sieht, ganz kaputt wegen allem, was passiert ist, dann wird er heilend auftreten.
Ich höre so oft Menschen, die kaputt sind, auf die Vergangenheit verweisen: „Die Ursache vom allem liegt in der Vergangenheit…..“ Ja, und das stimmt, es ist wahr. Die Schlussfolgerung, die dann oft gezogen wird, lautet: Dadurch funktioniert es heutzutage nicht mehr. Und das ist eine Haltung, die nicht zu einem Kind Gottes gehört. Ich kenne einen Gott, der anders darüber denkt. Er sagt: Ich betrachte dich nicht von deiner Vergangenheit aus. Ich betrachte dich von meinem eigenen Grundsatz aus, von meiner eigenen Basis. Und DAS wird dann die Basis für die Zukunft!
Im Fernsehprogramm, worüber ich sprach, wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Teenagern gesagt: „Ihr könnt schon fortwährend die Ursachen eures  Benehmens in der Vergangenheit suchen. Aber ihr habt selbst die Wahl. Ihr tragt selbst die Verantwortung. Trefft die Wahl, lasst euch nicht das Opfer machen von Sachen, die alle misslungen sind. Denn ein Teil der Sachen, die misslangen, sind nicht misslungen. Du hast jedoch den falschen Gedanken aufgelesen. Kehre diesem Gedanken den Rücken. Und überlege mal, was du für Möglichkeiten hast. Oder, wenn deine Eltern alles vermasselt haben, so brauchst du selbst noch nicht alles zu vermasseln! Sei originell! Führe das Gericht zum Sieg hinaus! Überleg mal, was für Möglichkeiten du noch hast! Das Schöne ist nun, dass der Ausgangspunkt dabei nicht ist, welche Möglichkeiten bieten die Menschen mir, sondern was für Möglichkeiten habe ich, wenn ich mich auf Gott verlasse. Was für Zukunft habe ich zusammen mit ihm? Was für Rolle spiele ich dabei. Denn das Prinzip des Sieges ist von Anfang an dagewesen. Wichtig ist, ob meine Gedanken aus Gott geboren werden oder aus der Situation, aus der Vergangenheit, oder aus dem, was zu mir gesagt worden ist. Wo werden die Gedanken geboren, wo sind sie befruchtet worden? Also: Von wem lasse ich meine Gedanken befruchten? Wen lasse ich in meinem Geist zu? Wer ist entscheidend für mein Sein? Mit wem verkehre ich? Wer ist meine Beziehung, meine Geliebte/mein Geliebter? Wem vertraue ich mich an? Denn das ist lebenswichtig! Sonst wird vielleicht nur die Schlussfolgerung gezogen, dass die Welt voller geknickter Rohre und qualmender  Dochte ist. Und es wird immer schlimmer!! Dann bekommt man eine solche düstere Auffassung, die man bei Christen auch antrifft. Dann wird gesagt: „Das Leben ist schwer und kompliziert.“ Und das wäre dann unsere Botschaft??!! Und das heißt dann Evangelium, gute Botschaft?
Oder man hat die Auffassung: Wenn es richtig schwer wird, dann sorgt Gott dafür, dass wir, Auserwählte, entrückt werden, und der Rest soll doch zusehen, wo sie bleiben! Aber ohne uns!
Ohne Menschen mit einem richtigen Urteil.
Wenn die Sonne diese Welt bescheinen wird, dann findet das jedoch von Menschen statt, die die Sonne ins Herz geschlossen haben. Will es auf dieser Welt wirklich warm werden, dann ist das nur möglich durch Menschen, die eine intensive, warme Beziehung zu Gott, dem Vater haben. Will diese Welt geheilt werden, dann geschieht das mittels Menschen, die Gott auch tief in ihrem Innern geheilt hat. Nun, so wirkt Gott.
 
Wie ich versprochen habe, greife ich jetzt den Paralleltext aus Jesaja, und zwar Jes 42,1-4 auf:
‚Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen herausbringen. Er wird nicht schreien und die Stimme nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue bringt er das Recht hinaus. Er wird nicht verzagen noch zusammenbrechen, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat. Und die Inseln warten auf seine Weisung.’
Er sagt also: Siehe, mein Knecht. Ich glaube dann, das hört man den Vater sagen: „Schau mal, mein Knecht. Es ist der Knecht, den ich unterstütze.“ Dies ist ein Satz, den man ins Herz schreiben soll. Was ist das Kennzeichen eines Christen? Nun, das ist eine Person, die vom Vater unterstützt wird, die den Geist des Vaters erhält.
Er wird das Recht auf Erden aufrichten. Und das ist schön! Diese Weissagung stand bereits Jahrhunderte in der Bibel und wurde nicht verwirklicht bis zu dem Augenblick, wo Jesus diese Wahrheit entdeckte. Dass er sagte: "Ich werde diese Wahrheit verwirklichen, Wirklichkeit werden lassen.“ Und dann wurde diese Wahrheit sichtbar.
Manchmal passieren Dinge, denen man nicht vorbeugen kann. Lasse ich jedoch zu, dass ich es in meinem Innern geschehen lasse? Wenn die Welt mich verurteilt, lasse ich mich im Innern auch verurteilen?
Dann sage ich: „Nein, das lasse ich nicht zu." Das ist nicht meine Gedankenwelt, das ist auch nicht die Gedankenwelt des Vaters. Ich bin gerade dabei, mich davon zu lösen. Und ich führe das Gericht des Vaters in meinem Leben hinaus zum Siege. Das ist nach meiner Meinung ein Grundsatz: Wenn man das im eigenen Leben macht, dann macht man das auch hinsichtlich eines anderen. Als die Barmherzigkeit Gottes mich so erwärmte, wurde ich den Menschen gegenüber barmherziger. Als sich herausstellte, dass Gott mich nicht verurteilte, entschied ich mich dafür, die Menschen auch nicht mehr zu verurteilen. Und das ist so gut!
Denn es ist der Wunsch des Bösen, dass du dem geknickten Rohr, diesem Menschen, der bereits völlig kaputt am Boden liegt, den letzten Schlag gibst. Dass man sagt: „Ich hätte von dir Besseres erwartet. Wie lange kennst du das Evangelium schon? Dass du noch nicht aufrecht stehst!“
Nun, das ist ein Schlag! Anstatt ihn aufzuheben, zu erneuern, hervorzulieben.
 
Da steht: Er wird nicht verzagen, noch zusammenbrechen. Wie ist das nun möglich? Nun, es gibt eine Person, die alles erlebt, durchgemacht, mitgemacht hat: Jesus. Schade, dass manchmal gesagt wird: „Ja, wir haben Jesus, das Leben ist jedoch so schwer und wir schaffen es nicht.“ Dann denke ich: „Einer hat alles durchgemacht, alles ertragen. Er weiß, was es heißt, Widerstand zu ertragen.“ Er wird jedoch nicht verzagen. Jesus führte kein dahinschwindendes Leben. Bei dahinschwinden denke ich immer an Pflanzen, die irgendwo stehen, bei denen nie eine Änderung auftritt, die vegetieren. Sie wachsen nicht, sie sterben nicht. Pflanzen haben eine Unmenge an Möglichkeiten. Es ist unsere Aufgabe, diese Möglichkeiten hervorzurufen, indem man sie besser hegt, ihnen mehr Licht gibt, mehr Feuchtigkeit, mehr Nahrung. Und das ist ein schöner Grundsatz! Aber erst, wenn man sich dazu entschließt: Ich möchte wie Jesus sein. Ich möchte nicht verzagen, noch zusammenbrechen, will kein geknicktes Rohr sein. Ich lasse mich nicht mehr knicken. Und wenn ich geknickt worden bin, dann lasse ich mich versorgen, sodass ich mich aufrichten kann, denn das ist eine Entscheidung. Er wird nicht verzagen.
Woher kam die Kraft? Sie stammte aus der Beziehung zu seinem Vater. Er schaute allezeit das Angesicht des Vaters, der Gutes von ihm redete.
Dann steht da: ‚Und die Inseln warten auf seine Weisung'. Jesus hat am Kreuz bis zum Schluss durchgehalten. Zum Schluss sogar ohne den Vater, als er ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ Jesus war jedoch nicht endgültig geknickt, obwohl die Jünger anderer Meinung waren. So sagten sie: „Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.“ (Lk 24, 21). Die Jünger hatten alle Hoffnung verloren. Jesus harrte jedoch aus, er SIEGTE!
In Jesaja 42 in den Versen 5 bis einschließlich 7 steht dann:
‚So spricht Gott, der Herr, der den Himmel schuf und ihn ausspannte, der die Erde ausbreitete und was ihr entsprosst, der dem Volk auf ihr den Atem gab und den Lebenshauch denen, die auf ihr gehen: Ich, der Herr, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Ich behüte dich und mache  dich bum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen.’
Jedes Mal bemerke ich wieder, dass, wenn Gott seine Worte spricht, und wenn Menschen sie wiedergeben, dass diese Worte dann auf die Schöpfung zurückgehen. Dieses ursprüngliche Denken lernen. Alles, alles, was entsteht, entsteht von seiner Gedankenwelt aus. Das hat er gesprochen. Das schafft er, das gestaltet er. Und dann das Schönste, was es gibt: Der Mensch, völlig identisch mit seinem Wesen, er stellt ihn in den Mittelpunkt seiner Schöpfung. Er stellt dich in den Mittepunkt seines Gartens, mitten in sein Denken, mitten in alles, was Leben ist. Er sagt: Das ist der Ort, an dem du, Mensch, dich entfalten kannst. Umgeben von Früchten, mit denen du dich ernähren kannst. An denen du dich gütlich tun kannst. Wandele mit mir. Dann können wir uns miteinander beraten, über Dinge sprechen, denen du während deiner Entdeckungsreise begegnest. Gib allem einen Namen! Gott freut sich sehr, wenn du das machst, auch wenn es nicht mehr kein Einrichtungsverkehr ist. Dass Gott nicht mehr fortwährend sagt, was du zu tun hast. Du bist selbst mündig geworden.
Gott hat sich schon vor sehr langer Zeit dazu entschieden, dass Gericht zum Siege hinauszuführen, er wartet jedoch auf die Menschen, die das ausführen werden. Mache es selbst. Wenn du siehst, wenn etwas nicht in Ordnung ist, sprich dann Worte, die wohl taugen. Ich denke noch an das Gespräch, das ich vergangene Woche mit dieser Kollegin hatte, die solche Probleme mit ihrem Äußeren hatte und gleichzeitig sehr unsicher war. Ich habe ihr dann über mein eigenes Leben erzählt. Ich sagte ihr: “Ich kann dich zum großen Teil verstehen. Ich weiß annähernd, was du meinst. Ich erlebte in meinem Leben auch Abweisung, ich habe es jedoch geschafft und darin will ich jedoch wohl sehr deutlich sein. Ich habe Gott selbst gefunden und er hat mich aus der Minderwertigkeit herausgeholt. Er sagt nicht: Wenn du dich nur änderst und dein Bestes tust, gut auszusehen, ja, dann bin ich schon bereit, dich zu akzeptieren.“ Er war bereit, mich zu akzeptieren, weil er mich liebt, so wie ich bin. Das hat er mir gegeben und das hat mein Leben total geändert. Also brauche ich auch immer weniger Aufmerksamkeit auf diese Sachen zu verwenden. Also äußeres Gehabe gehört der Vergangenheit an. Ich brauche nicht perfekt zu sein. Auch wenn ich Sachen manchmal völlig falsch mache. Gott lässt mich nicht fallen. Er hilft mir immer, die richtige Bestimmung zu wählen.“
 
Wenn ich Gott finde, von diesem Beginn aus, von seinem ursprünglichen Reden aus, pass mal auf, was dann passiert! Was dir passiert in Bezug auf andere. Gott ruft. Wie? In Gerechtigkeit, immer. Er wirkt immer an deiner Gerechtigkeit, an der Wahrheit, an einem Menschen, der zur Geltung kommt. Er ergreift dich bei der Hand, du wandelst zusammen mit ihm durch seinen Garten, durch sein Paradies. Er nimmt dich mit und sagt: "Und nun mache ich dich -  habe ich DICH - zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen gemacht. Der Bund, den ich mit dir geschlossen habe, führt dazu, dass das Volk sich mit mir verbindet, mit meinem Leben. Dass man alles anders sieht. Dann heißt es nicht: Ja, ich doch geknickt, ich kann nicht weiter. Man sagt dann: Heißt es, trotz der Tatsache, dass ich geknickt bin, dass ich trotzdem aufgerichtet werden kann? Alles, was falsch gegangen, misslungen ist, kann wiederhergestellt werden?
Glaubst du daran?
Ja.
Aber wie ist das möglich? Alles ist doch falsch gegangen?
Ja, aber von dem Augenblick an, wo du Gott findest, geht alles gut, geht alles anders. Vielleicht nicht in den Dingen, die du erlebst, sondern in Bezug auf die Beziehung zu ihm. Man urteilt anders. Dann sagt man nicht mehr: Dieser geknickte Mensch, dieser kaputte Mensch, bei dieser Jugend, die nicht funktioniert, daraus wird nichts!
Dann zieht man die Schlussfolgerung: Das ist jemand, der zur Heilung bestimmt ist. Dieser Mensch wird geheilt werden. Entsprechendes sagt Jesus, als er dem Blindgeborenen begegnet (Joh 9,2). Dann fragen die Jünger: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“
Und dann antwortet Jesus, indem er sagt: “Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart werden.”
Er sagt: Wisst ihr, was das Problem ist? Dass hier die Gerechtigkeit Gottes noch nicht offenbart wurde. Und das ist Unrecht. Und dann sagt man nicht: Wer trägt hier die Schuld? Das ist vielleicht die am meisten gestellte Frage auf dieser Welt. Und dann liegen Krach, Streitigkeiten, Krawalle oder Krieg auf der Lauer.
Jesus hat die Schuld für unsere Sünde gezahlt. Und er hat uns gelehrt, von seiner Verzeihung und Heilung aus zu denken. Von seiner Liebe aus und von seiner Zuneigung aus denkt er auch an den geknickten Menschen. Immer von dieser Wahrheit aus und auch von der Deutlichkeit aus. Was ich vorhin über die Jugend sagte, brauche ich selbst auch: Deutlichkeit. Es hat keinen Zweck, wenn jemand zu mir sagt: Ich sehe, dass du einen falschen Weg beschreitest, aber das ist nicht meine Sorge.“ Wenn ich mich mit meinem Tun und Lassen auf einem falschen Weg befinde, führt das zu nichts. Also ist es wichtig, was taugt und was nicht. Ich brauche die Regeln meines Vaters, die Gesetzmäßigkeit des Lebens. Auch für mich ist es wichtig, dass ich weiß, was deutlich ist. Schön ist es, Menschen aus der Finsternis hervorzuholen. Das ist das Problem der Finsternis, dass die Dinge da sind, dass man sie jedoch  trotzdem nicht sieht. Als ich mich noch in der Finsternis befand, sah ich nicht, dass jemand da war, der mich liebte. Ich sah die lieben Augen Gottes nicht und auch nicht die der Menschen. Das sah ich nicht. Als er mich jedoch hervorgeliebt hatte, sah ich sowohl seine wie auch die Augen der Menschen. Wie schön ist es, eine Entscheidung zu treffen, zusammen, dass man sagt: „Wir führen das Gericht zum Siege hinaus.“Das ist unsere Zukunft, dass ist unser Leben, Jesu zu folgen, in demselben Geist, den er erhalten hat. Und dann nimmt man sich einer Person an, die geknickt ist! Dann sagt man nicht: Es gibt Schlimmeres!
Man wird einer, der Verständnis für dieses Geknicktsein hat. Deine Schlussfolgerung ist so anders, so warm! Ich glaube daran, was mein Gott gesagt hat. Und ich denke, dass, wenn du das entdecken wirst, du dich dafür entscheidest, nicht mehr dahinzusiechen. Wenn ich dahinsieche, stehe ich nicht in guter Erde. Dann ist es wichtig, dass ich verpflanzt werde. Will ich das? Ist es mein Verlangen, an einem Wasserbach zu stehen, dessen Wasser vom Tempel aus gespeist wird, dessen Wasser aus dem Thron Gottes kommt. Und dann bekommt man eine völlig neue Lebenseinstellung, sich selbst und anderen gegenüber. Ich lerne, meine Brüder und Schwestern mit anderen Augen zu sehen. Ich sehe sie in einer anderen Perspektive. In der Perspektive Gottes. Diesen Weg wollen wir beschreiten und wir wollen aus dieser Perspektive heraus auch leben. Das ist das Schönste, was es gibt. Rufe es hervor. Mache es zu deiner Lebenskunst.
Hast du noch Probleme mit dir selbst oder mit anderen, verurteilst du noch immer? Ich rate dir, wende dich an Gott und Menschen, die eine Ahnung davon haben. Lass dir helfen! Ein Mensch ist zu kostbar, um mit falschen Dingen fortzufahren. Wie steht es in der Bibel? ‚Denn lange genug habt ihr in der vergangenen Zeit den Willen der Heiden mitgemacht.
Sorge dafür, dass du ab jetzt den Willen Gottes tust. Das tut sowohl den Heiden wie auch den Nicht-Heiden wohl.
Setze das in die Praxis um!
 
Amen.
 
Wir wollen beten.
Ja, Herr, du bist ein herzlicher Gott. Du sorgst für unser Herz. Mit deinem Glauben, aber vor allem mit deiner intensiven Liebe kommst du so dicht in meine Nähe, um Leben hervorzurufen, das wir so brauchen. Ich danke dir, Herr, dass du die Vorhänge der Unmöglichkeiten aufziehst, dass wir die Wirklichkeit, das echte Leben sehen. Dass Glück uns teilhaftig wird, dass wir mit beiden Beinen im Leben stehen, dass wir uns lieben lassen. Ich danke dir, Herr, für deine Treue, für deine Liebe, für deine Macht, was unmöglich ist, möglich zu machen. Ich danke dir für das Leben, für deine Auffassung, wofür wir uns entscheiden. Ich entscheide mich dafür, Herr, dieselbe Auffassung, diese Mission, dasselbe Ziel, dasselbe Leben zu haben. Danke für die Gegenwart und danke für die Zukunft.
 
Amen